Niedersachsen

Der Corona-Schulalltag ist ein anderer

Corona in Niedersachsen: Der Schulalltag ist ein anderer
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Vorher/nachher: Die Fotos zeigen, wie die IGS Roderbruch in Hannover einen Klassenraum mit herkömmlicher Bestuhlung als Gruppentische (links) in die aktuell mögliche Sitzordnung umgebaut hat.

Corona in Niedersachsen: Nach der Pause öffnen die Schulen im Land nun wieder schrittweise. Kritik wird an der kurzfristigen Information der Landesregierung geübt.

  • In Niedersachsen werden nach der Corona-Krise die Schulen wieder schrittweise geöffnet
  • Es wird Kritik an der kurzfristigen Information der Landesregierung laut
  • Der Alltag in der Schule hat sich durch Corona verändert

Göttingen – Der Schulbetrieb ist wieder – auf niedrigem Niveau und für Abschlussklassen, ab Montag auch für Viertklässler – angelaufen. Zeit für die inhaltliche Vorbereitung und um auf Anweisungen, Richtlinien und Pläne aus den Ministerien zu reagieren, gab es für Schulleiter und Schulträger zum Teil kaum: So trudelte der Niedersächsische Rahmenhygieneplan am 24. April, kurz vor Schulstart, aus dem Kultusministerium.

Corona in Niedersachsen: Kritik an Information

Im Neuen Rathaus wartete auch Schuldezernentin Maria Schmidt auf diese für den Schulträger wichtige Grundlage. Schmidt war nicht gerade erfreut über die Info-Politik des Kultusministeriums. So seien auch wichtige Infos, wie Verordnungen zur Infektion mit dem Corona-Virus, für die Schulträger vorab über die Medien verkündet worden oder zunächst in den Schulen angekommen. „Nicht die richtige Reihenfolge“, findet Schmidt. Denn letztlich sei der Schulträger gefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen.

Corona in Niedersachsen: Hygienevorschriften

Dazu gehören auch die Hygienebedingungen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne jedenfalls sieht sein Haus entlastet, den Rahmenhygieneplan nannte er vollmundig ein „praxistaugliches Werkzeug und eine Orientierung beim schrittweisen Wiederhochfahren des Schulbetriebes“. Er betonte am 24. April aber auch die unterschiedlichen Zuständigkeiten“. Der Rahmenhygieneplan sei die „Grundlage, um Prüfungen und Unterricht unter Corona-Bedingungen zu ermöglichen“. Es gehe aber auch darum, „Gesundheit zu schützen, Infektionen zu verhindern, Hygiene zu gewährleisten“. Womit auch die Schulträger im Boot wären. Die „notwendige Unterstützung der Schulträger ist zudem zugesagt, auch das ist ein gutes wie notwendiges Signal an Schülerschaft, Schulleiter und Lehrkräfte“, versprach Tonne.

Corona in Niedersachsen: Voraussetzungen fehlen

In einigen Göttinger Schulen aber fehlen zum Teil die Grundlagen – wie für eine korrekte und häufige Handreinigung, also Waschbecken in allen Klassenräumen und Warmwasser. Schulen und Schulträger aber wollen dafür sorgen, dass für die im Fall Corona ausreichende intensive Handreinigung mit Seife die Voraussetzungen vorhanden sind.

Corona in Niedersachsen: Technik aufrüsten

Gestiegen sind durch den Online-Unterricht die Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die technischen Voraussetzungen in den Schulen. Auch diese sind unterschiedlich: So hapert es mancherorts noch am durchgängigen W-Lan-Empfang in allen Schulräumen, andernorts ist der vorhanden. „Vereinzelte Bedarfe aus Göttinger Schulen in diesen Zeiten konnten bisher intern gelöst werden“, berichtet die Schuldezernentin, die darauf verweist, dass auch die Umsetzung des Medienentwicklungsplans an den Göttinger Schulen gemäß Ratsbeschluss vom 15. November 2019 weiterlaufe.

Corona in Niedersachsen: Geld aus Digitalpakt

Grundsätzlich hilft bei der Digitalisierung auch das Land, über den Digitalpakt. Aus diesem fließen knapp 523 Millionen Euro in die rund 2775 öffentlichen niedersächsischen Schulen, 470,5 Millionen Euro kommen dabei vom Bund. Das Geld dient vor allem der Modernisierung der technischen Ausstattung.

Corona in Niedersachsen: Schulträger

„Für die Dauer der Corona-Epidemie dürften aber auch aus dem Digitalpakt heraus vorab Endgeräte beschafft werden“, schildert Maria Schmidt. Das Kultusministerium räumt dem Schulträger eine „Selbstverantwortung“ über das zugesprochene Budget aus dem Digitalpakt ein. Grundsätzlich sollen alle Schulen vom Digi-Pakt profitieren. Zur Orientierung: Das Land sieht einen Sockelbetrag von 30 000 Euro je Schule ab einer Größe von 60 Schülern vor. Kleinere erhalten 500 Euro je Schüler.

Corona in Niedersachsen: Ungleichheit für Schüler

Sie weist auch auf die Problematik beim augenblicklich praktizierten Online-Lernen und -Arbeiten für Schüler und Lehrer hin: „Schwierigkeiten gibt es dort, wo Schülerinnen und Schüler keinen oder einen eingeschränkten Zugang zum Internet haben.“ Die Dezernentin hat über das Ausmaß dieser Probleme an den Göttinger Schulen aber keinen Überblick: „Wie groß das Ausmaß ist und wie dies von Seiten der Schulen gelöst wird, entzieht sich im Detail meiner Kenntnis.“ 

Corona in Niedersachsen: Laptop-Spenden

Die Diakonie in Hannover jedenfalls rief am Freitag zu einer Spendenaktion auf: Laptops für benachteiligte Schüler.

Klar ist für Göttingen: Im Rahmen des Medienentwicklungsplans wird der Schulträger der technischen Unterstützung für die Schulen aufrüsten, wie Schmidt sagt. „Es wird auch einen personellen Mehrbedarf für Support geben, den die Stadt in bestimmten Teilen übernimmt.“ Generell bewege man sich in einer außergewöhnlichen Zeit, sagt Maria Schmidt. Vieles werde sich erst im Alltag zeigen – in den Schulen, auf dem Schulhof.

Von Thomas Kopietz

Weitere Neuigkeiten zum Thema Corona in Niedersachsen sind im News-Ticker zu finden. In Niedersachsen haben Kinder eine Schule komplett verwüstet. Dabei ist ein Schaden von 150.000 Euro entstanden. Die Schule in Niedersachsen startet am Donnerstag (27.08.2020). Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) rechnet trotz Corona mit Normalität im Schulalltag - dank mehrerer Regeln.

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