So wirkt sich das Virus aus

Corona macht den Tierheimen große Sorgen - sie sind auf Spenden angewiesen 

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Foto aus dem Tierheim Göttingen: Das Corona-Virus sorgt auch für die Tierheime für finanzielle und andere Probleme.

Corona: Fast alle Bereiche unseres Lebens sind von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Auch Tierheime haben mit mehr Sorgen und Nöten zu kämpfen.

  • Das Coronavirus breitet sich in der Region Göttingen aus.
  • Viele Unternehmen und Geschäfte sind von der Krise betroffen.
  • Auch Tierheime macht die Corona-Pandemie große Sorgen.

Durch die Schließung der Tierheime sollen die Mitarbeitenden vor dem Virus geschützt und gleichzeitig die Versorgung der Tiere sichergestellt werden. Doch das hat einen Preis.

Tierheime in Region Göttingen wegen Corona besorgt: Separierte Gruppen

Die Leiterin des Tierheims Göttingen, Sabine Kober, teilte der HNA auf Anfrage mit, dass drei Gruppen in gleichbleibender Besetzung die Versorgung der Tiere gewährleiste. Damit möchte das Tierheim sicherstellen, dass, sollte es zu einer Erkrankung an Covid-19 in einem der Teams kommen, die anderen zwei Gruppen weiterhin für die Tiere da sein können. Die Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins berichtete, dass sie mit einem Einbruch der Spenden rechne. Denn kein Personenverkehr bedeutet auch weniger Spenden.

Das bestätigt Sabine Kober. „Durch die Corona-Krise fehlen uns die Pflegegelder. Vermittlungs- und Aufnahmegebühren fallen weg, was ein großes Loch in die Kassen des Vereins reißt. Denn die Versorgung unserer Tiere bleibt ja gleich“, sagt sie. Tierarztrechnungen, Futter und laufende Kosten müssen bezahlt werden - trotz Krise. „Die Tierheime finanzieren sich größtenteils aus Geld- und Zeitspenden, die Sorgen sind groß“, sagte auch der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Die Leiterin des Göttinger Tierheims appelliert, dass trotz aller Sorgen die Menschen nicht die Tiere vergessen und ihnen mit einer Spende durch die schwierige Zeit helfen.

Corona in Göttingen: Tierheime nehmen noch nicht mehr Tiere als sonst

Wie Sabine Kober mitteilte, gibt es im Göttinger Tierheim bislang keine Erhöhung der Zahl an Fundtieren. Auch die Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbundes Hester Pommerening widerspricht Aussagen über einen Ansturm auf die Tierheime. Diese kursierten in den sozialen Netzwerken. Jedoch könne es dazu kommen, dass in den kommenden Wochen verstärkt Tiere von Corona-Infizierten aufgenommen werden müssen, denn diese können mit ihrem Tier nicht mehr nach draußen gehen.

„Tierhalter sollten daher möglichst jetzt schon vorsorgen und Nachbarn oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten“, sagt Tierheimleiterin Wohner-Mäurer aus Bremen. Wer mit dem Coronavirus infiziert sei, könne sein Haustier im Tierheim abgeben, sagt Hester Rommerening. 

Sollte der Fall eintreten, dass mehr Tiere in die Heime gebracht werden und die Spenden ausbleiben, stellt es die Einrichtungen vor große Herausforderungen. Essentiell ist es, dass die Mitarbeitenden gesund bleiben, um weiterhin die Tiere versorgen können. „Für die Vermittlung von Tieren oder gefundene Tiere sind wir jederzeit da.“ Wichtig sei es anzurufen und einen Termin auszumachen.

Corona in Göttinen: Keine Übertagung von Tier auf Mensch

Die Tierheime stehen vor einem weiteren Problem. Die Angst geht um, dass der Vierbeiner das neuartige Virus übertragen und selbst erkranken könnte, teilte die Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbundes Hester Pommerening. Doch der Tierschutzbund gibt Entwarnung. „Leider hält sich dieses Gerücht weiterhin und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben“, sagt Wohner-Mäurer.

Aktuell seien keine Fälle an Covid-19 erkrankter Hunde oder Katzen bekannt, teilt der Deutsche Tierschutzbund mit. Trotzdem empfiehlt der Tierschutzbund kein Essen mit Hunden und Katzen zu teilen und auf engen Körperkontakt zu verzichten. Die Wissenschaft gehe davon aus, dass sie das Virus nicht auf Menschen übertragen könnten. Das gilt ebenfalls für Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Kanarienvögel, Wellensittiche, Pferde und Tiere der Landwirtschaft.

Diese Annahme bestätigt das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald. Auf ihrer Homepage schreiben sie: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen.“ Es gebe auch keine wissenschaftlich belegbaren Hinweise auf eine Infektion von Haustieren durch erkrankte Personen. Doch es sei immer ratsam als grundlegende Vorsichtsmaßnahme bei Kontakt mit Tieren sich gründlich die Hände mit Seife zu waschen.

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