Unterstützung für andere

Corona-Hilfe in Rosdorf: Jeder ab 18 kann mitmachen

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In seinem heimischen Wohnzimmer zieht Nils-Patrick Geyer (links) die Strippen, um die Corona-Hilfe in der Gemeinde Rosdorf zu organisieren. Unterstützung erhält er bei dem Projekt von Bürgermeister Sören Steinberg und, der Verwaltung und den örtlichen Vereinen und Institutionen.

Die Corona-Krise sorgt für große Hilfsbereitschaft. Hier ein aktuelles Beispiel aus Rosdorf.

  • Die Corona-Krise sorgt für Solidarität
  • In Rosdorf hat sich ein eigenes Netzwerk gegründet
  • Nils-Patrick Geyer hat Untergruppe ins Leben gerufen

Zwei Wochen ist es her, dass sich in Göttingen eine Facebook-Gruppe gründete, deren Mitglieder während der Corona-Krise Menschen helfen wollen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden (wir berichteten). Inzwischen ist die Hilfsbereitschaft so groß geworden, dass in vielen Dörfern und Gemeinden eigene Hilfsgruppen gebildet wurden. So auch in der Gemeinde Rosdorf.

Corona-Hilfe in Rosdorf: Gruppe wurde immer größer

„Die Corona-Krise geht mir richtig nahe, da wollte ich unbedingt etwas machen“, sagt Nils-Patrick Geyer. Der Rosdorfer, der wegen eines anstehenden Arbeitsplatzwechsels einige Wochen zuhause verbringt, wurde auf die Facebook-Gruppe „Corona-Hilfe Göttingen und Umgebung“ aufmerksam und trat ihr bei. Als die vor rund zwei Wochen gegründete Gruppe immer größer wurde (inzwischen haben sich ihr mehr als 2000 Menschen angeschlossen, von denen 1450 bereit sind, aktiv zu helfen), beschloss der 40-jährige Bankkaufmann, für die Gemeinde Rosdorf eine eigene Untergruppe unter dem Namen „Corona-Hilfe in Rosdorf“ zu gründen.

„Aktuell stehen in unserer Gemeinde nur zwei Menschen unter häuslicher Quarantäne“, sagt Nils-Patrick Geyer. Wenn sich diese Zahl jedoch erhöhen sollte (und das steht angesichts der stetig wachsenden Zahl an Corona Erkrankter durchaus zu befürchten), dann müsse den betroffenen Menschen ebenso auf vielfältige Weise geholfen werden wie denjenigen, die einer Risikogruppe angehören und die deshalb zuhause bleiben müssen. „Wir werden für sie Einkäufe und Botengänge erledigen, ihre Hunde ausführen und – soweit nach den gesetzlichen Vorschriften möglich – auch Fahrdienste und Kinderbetreuung organisieren“, sagt Geyer.

Corona-Hilfe in Rosdorf: Belieferung

Da sich in der Rosdorfer Gruppe, der sich inzwischen rund 250 Menschen angeschlossen haben (davon 150 aktive Helfer), auch einige Ärzte und Pflegekräfte befinden, die in Krankenhäusern arbeiten, würden auch dort stationär behandelte Coronapatienten aus der Gemeinde mit persönlichen Gegenständen beliefert werden können, solange ein Besuchsverbot herrscht.

„Helfen kann, wer sich auf unserer Internetplattform anmeldet und mindestens 18 Jahre alt ist“, sagt Nils-Patrick Geyer. Die nötigen Infos und Verhaltensregeln gebe es auf der Plattform nachzulesen. Aktuell würden Flyer gedruckt, die über das Internet hinaus auf das ehrenamtliche und damit kostenlose Hilfsangebot aufmerksam machen sollen.

Corona-Hilfe in Rosdorf: Wichtiges Netzwerk

„Wir sind schon jetzt sehr aktiv, damit wir für die Zeit gerüstet sind, wenn viele Menschen ihr Haus nicht verlassen dürfen“, sagt Geyer. Große Unterstützung erhalte die Gruppe sowohl von Bürgermeister Sören Steinberg und der Gemeinde Rosdorf als auch von den örtlichen Vereinen und Institutionen. „Wir standen als Gemeinde vor der Frage, wie von einer Quarantäne betroffenen Menschen geholfen werden kann“, sagt Bürgermeister Steinberg. Das Personal für eine solche im Extremfall groß angelegte Hilfsaktion hätte definitiv nicht zur Verfügung gestanden. „Deshalb freut es mich umso mehr, dass sich hier ein derart großes Netzwerk gebildet hat, das diese Aufgabe ehrenamtlich übernehmen will“, so Steinberg. „Das ist einfach klasse und kann gar nicht genug wertgeschätzt werden.“

Wer in der Gemeinde Rosdorf Hilfe benötigt, kann sich unter Telefonnummer 0551/7890117 oder per E-Mail: mail@rosdorf-hilft.de melden. Wer sich der Hilfsaktion anschließen will, kann sich unter anmelden und registrieren.

VON PER SCHRÖTER

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