RNA-Impfstoffe

Corona-Impfung: Wie die neuen Impfstoffe von Moderna und Biontech funktionieren

Impfungen sollen generell bewirken, dass der menschliche Körper immun gegen Vireninfektionen wird – in diesem Fall gegen SARS-CoV-2, das Coronavirus.

  • Im Kampf gegen Corona kommen neuartige Impfstoffe zum Einsatz.
  • Zentraler Ansatz: Die Körperzellen bauen sich durch den Impfstoff ihre Virusabwehr selbst.
  • Die neue Impfstoff-Technik wurde nicht speziell für das Coronavirus entwickelt, sondern für den Einsatz gegen andere Infektionskrankheiten.

Göttingen – Bei klassischen Impfstoffen werden tatsächliche Viren, die inaktiviert wurden, oder angepasste Viren per Spritze injiziert. Die jetzt zugelassenen genetischen Corona-Impfstoffe hingegen aktivieren den Körper zum Lernen und in seiner ureigenen Fähigkeit, eine Immunabwehr gegen die Virusinfektion aufzubauen, also das Virus schnell zu erkennen und gezielt zu bekämpfen.

Wie die Corona-Impfstoffe von Moderna und Biontech funktionieren

Wie aber funktioniert das? Dem Körper werden über den mRNA-Impfstoff wichtige Informationen über die Proteine des Coronavirus gegeben. Anhand der Informationen kann der Körper das Antigen selbst produzieren. Die mRNA überträgt die Informationen für die Produktion des Antigens an die Zellmaschinerie, die Proteine herstellt.

Corona-Krise
KrankheitCovid-19
KrankheitserregerSars-CoV-2
Erster bekannter Fall01.12.2019
Erklärung zur Pandemie11.03.2020
Betroffene LänderÜber 200

Zellen in unserem Körper präsentieren dann das Antigen auf ihrer Oberfläche und lösen dadurch die gewünschte spezielle Immunantwort aus. Das Immunsystem kann so auf den Eindringling reagieren. Im Fall des mRNA-Impfstoffes erkennen Körper und Immunsystem das Coronavirus anhand des Spike-Proteins, das sich auf der Virusoberfläche befindet.

Der Körper soll durch eine Corona-Impfung eine Immunität gegen SARS-CoV-2 entwickeln

Ziel der Corona-Impfung mit Vakzine ist also eine sich aktiv entwickelnde Immunität gegen SARS-CoV-2. Die Mediziner wollen dem Körper und dem Immunsystem über den genetischen Impfstoff folglich einen lang anhaltenden Eigenschutz geben.

Bei dem mRNA-Impfstoff muss, im Gegensatz zur DNA-Methode, nicht der Zellkern der Körperzelle erreicht werden. Stattdessen kann sie direkt nach Einbringen in die Zelle abgelesen und zum Bau des Virus-Proteins genutzt werden. Interessant: Diese mRNA-Impfstoff-Technik wurde nicht speziell für das Coronavirus entwickelt, sondern für den Einsatz gegen andere Infektionskrankheiten, aber auch Krebs. Dementsprechende Tests mit Tieren und in klinischen Studien am Menschen verliefen laut Fachmagazine „erfolgversprechend“.

Moderna- und Biontech-Impfstoffe richten sich gegen das Spike-Protein des Coronavirus

Eine Untersuchung der Antikörper von genesenen Menschen zeigte, dass sie Hunderte verschiedener Arten von Antikörpern bildeten. Viele dieser Antikörper richteten sich gegen das Spike-Protein des Coronavirus, eben jenes Spike-Protein, das auch Ziel der Impfstoffe ist, die in Europa bisher vorhanden sind, jene der Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna und Oxford.

Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt den neuartigen Coronavirus 2019-nCoV.

Impfstoffe auf mRNA-Basis zeigen bislang „milde bis moderate“ Nebenwirkungen, heißt es zum Beispiel bei BioNTech. Typische Symptome, sind solche, die einem leichten Virusinfekt ähneln, also: erhöhte Temperatur, Kopfschmerz und Erschöpfung. Diese Reaktionen – sie treten dosisabhängig auf – sind aber vorübergehend, wie die Daten aus Untersuchungen zeigten. Die meisten Menschen sind folglich nach ein bis zwei Tagen wieder fit – dafür dann aber immun, weil gezielt Antikörper gegen das Coronavirus gebildet wurden. Quellen: Hersteller, Deutsches Gesundheitsportal, Deutsches Ärzteblatt (Thomas Kopietz)

Eine Impfung soll vor einer Corona-Erkrankung schützen. Fraglich bleibt, ob Geimpfte das Virus weiter übertragen können. Fast täglich veröffentlichen Forscher auf der ganzen Welt neue Corona-Studien. Jetzt haben Wissenschaftler ein Symptom identifiziert, das das einzige Anzeichen für eine Infektion sein kann.

Rubriklistenbild: © Center for Disease Control/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa

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