Illegaler Handel

Falsche Impfpässe im Umlauf: Ermittler kommen Fälschern auf die Spur - wegen dieser Dummheit

Falsche Corona-Impfausweise wurden von Fahndern aus der Region Göttingen aus dem Verkehr gezogen.
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Falsche Corona-Impfausweise wurden von Fahndern aus der Region Göttingen aus dem Verkehr gezogen.

Im Kreis Göttingen häufen sich die Verdachtsfälle auf gefälschte Corona-Impfpässe. Jetzt ziehen Fahnder die illegalen Ausweise aus dem Verkehr.

Göttingen – Bei ihrer groß angelegten Aktion gegen die illegalen Aktivitäten von Impfpass-Fälschern haben Polizeibeamte in der vergangenen Woche auch ein Objekt in Göttingen durchsucht.

Es ist nicht der erste Verdachtsfall in der Region. Schon im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Göttingen ein Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Corona-Impfpässe eingeleitet.

Durchsuchungen der Polizei: Gefälschte Corona-Impfpässe im Kreis Göttingen

Damals waren zwei Postsendungen mit gefälschten Blanko-Impfzertifikaten im Landkreis Göttingen sichergestellt worden. Darin befanden sich mehr als zwei Dutzend Impfpässe, in die gefälschte Aufkleber mit angeblich verabreichten Impfstoffen und Chargennummern eingeklebt waren. Teilweise enthielten die Aufkleber die gleichen Chargennummern.

Nicht nur die Aufkleber waren gefälscht, sondern auch die Stempel, die die vermeintliche Corona-Impfung bescheinigen sollten. Demnach sollten die angeblichen Impfungen unter anderem in Lörrach und Freiburg verabreicht worden sein. Die von der Staatsanwaltschaft Göttingen sichergestellten gelben Papierdokumente, die vermutlich an Personen aus diesen Regionen gehen sollten, enthielten keine Namen.

Kreis Göttingen: Ermittler stoppen illegalen Handel mit falschen Corona-Impfausweisen

Die Ermittler konnten den illegalen Handel indes stoppen, bevor die Fälschungen an impfunwillige „Endverbraucher“ gelangten. Dies lag unter anderem an einer Schusseligkeit: Die Postsendungen mit den gefälschten Blanko-Impfausweisen waren laut Stempel in Deutschland abgeschickt und an eine Adresse in der Schweiz adressiert worden. Allerdings hatte der Versender zu wenig Porto aufgeklebt, sodass die Post die Sendungen umgehend an den Absender zurückschickte.

Hier gab es die nächste Unstimmigkeit: Als Absender war eine Person namens „John Doee“ mit einer Adresse in einer Eichsfeld-Gemeinde im Landkreis Göttingen angegeben. Sowohl den Ort als auch die Straße und die Hausnummer gibt es, allerdings niemanden mit dem angegebenen Namen. Der Einwohner, dessen Adresse die Betrüger als Absender angegeben hatten, wunderte sich über die Rücksendungen und brachte die Impfausweise zur Arztpraxis im Ort. Dort wunderte man sich ebenfalls, erkannte jedoch sofort, dass es sich um Fälschungen handelte, und verständigte die Polizei.

Bußgeld und Haft: Diese Strafen erwarten Betrüger für gefälschte Corona-Ausweise

Seit dem 24. November sind unter anderem folgende Gesetzesänderungen in Kraft: Nach Paragraf 75a des Infektionsschutzgesetzes wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft, wer die Durchführung einer Schutzimpfung oder die Durchführung oder Überwachung einer Testung nicht richtig bescheinigt oder dokumentiert. Auch wer unberechtigt eine solche Testung dokumentiert, macht sich strafbar, ebenso, wer wissentlich eine nicht richtige Dokumentation zum Zweck der Täuschung im Rechtsverkehr einsetzt.

Um Fälscher und Vertreiber falscher Impfausweise juristisch besser verfolgen zu können, wurde zudem eine neue Vorschrift im Strafgesetzbuch eingeführt. Laut Paragraf 275 ist nun auch die Vorbereitung der Herstellung von unrichtigen Impfausweisen strafbar. (Heidi Niemann)

In Niedersachsen waren in den letzten Monaten vermehrt gefälschte Corona-Impfpässe im Umlauf. In Hessen wurde eine großangelegte Razzia der Polizei wegen falscher Corona-Ausweise durchgeführt - auch in Kassel.

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