Corona-Impfungen

Mobiles Impfteam war im Sporthaus in Groß Ellerhausen im Einsatz

Ein älterer Herr rechts im Bild wird von einer Person in Schutzanzug mit einer Spritze in den Oberarm gestochen.
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Kleiner Piks, große Wirkung: Waldemar Knauf war einer von knapp 60 Senioren und Seniorinnen, die am Samstag das Angebot des mobilen Impfteams der Stadt Göttingen in Anspruch nahmen.

Alle Altenheim-Bewohner in Göttingen sind inzwischen gegen Corona geimpft. Ein mobiles Team hat daher jetzt erneut Impfungen für Menschen angeboten, die 80 Jahre oder älter sind.

Groß Ellershausen/Hetjershausen – Nachdem alle Bewohner der Göttinger Altenpflegeheime inzwischen gegen das Corona-Virus geimpft sind, hat ein mobiles Team am Samstag zum zweiten Mal in einem Göttinger Stadtteil Impfungen für Menschen angeboten, die 80 Jahre oder älter sind – oder genauer gesagt in drei Stadtteilen.

Mit Zweitimpfung 95-prozentiger Schutz gegen Corona-Virus

Die Resonanz in Groß Ellershausen, Hetjershausen und Knutbühren war wie eine Woche zuvor in Herberhausen erneut groß.

„Ich bin froh und auch dankbar für dieses Angebot“, sagt Waldemar Knauf. Nachdem der 86-Jährige Groß Ellershäuser gut aufgelegt im Sporthaus des SV Groß Ellershausen/Hetjershausen angekommen und von den freiwilligen Helfern des aus Mitgliedern der Johanniter und des Deutschen Roten Kreuzes bestehenden Impfteams begrüßt worden war, wurde er direkt zum Aufklärungsgespräch gebeten.

Wie alle anderen Impfkandidaten wurde auch Waldemar Knauf darüber informiert, dass er den Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht bekommen werde, dass Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit auftreten können und dass in drei Wochen die Zweitimpfung stattfindet, mit der dann ein 95-prozentiger Schutz gegen das Corona-Virus bestehe.

58 Frauen und Männer hatten sich für Impfaktion angemeldet

Die eigentliche Impfung fand eine Station weiter statt und ging ganz schnell. „Das hat man ja gar nicht gemerkt, das können wir gleich nochmal machen“, scherzte der 86-Jährige.

58 Frauen und Männer hatten sich diesmal für die Impfaktion angemeldet. „Wir haben im Vorfeld alle über 80-Jährigen angesprochen, aber ein Großteil von ihnen hatte bereits einen Termin oder war sogar schon geimpft“, sagte Groß Ellershausens Ortsbrandmeisterin Sophia Mustoph.

Waren es vor einer Woche noch Freiwillige vom Turn- und Sportverein Herberhausen gewesen, die im Vorfeld bei den Impfkandidaten für die Aktion geworben hatten (die HNA berichtete), taten es diesmal die Freiwilligen Feuerwehren der drei Stadtteile.

Großer Dank an Impfteam und Ehrenamtliche vom Verein

„Auch wenn das Angebot bei weitem nicht für alle in Frage kam, war die Dankbarkeit dafür dennoch gewaltig“, betonte Mustoph. Diejenigen, die kurzfristig einen Termin bekamen, seien „vor Freude fast an die Decke gehüpft.“

„Mit diesem Impfangebot direkt vor Ort leisten wir als Stadt einen konkreten Beitrag dazu, dass die Menschen schnell und unkompliziert eine Impfung gegen Corona erhalten“, unterstrich Göttingens Erster Stadtrat Christian Schmetz.

Sein ausdrücklicher Dank gehe an das „bis in die Haarspitzen motivierte“ Impfteam des Impfzentrums Siekhöhe, besonders aber auch an die freiwilligen Helfer vom SV Groß Ellershausen/Hetjershausen und dem Groß Ellershäuser Ortsrat.

„So eine Aktion ist überhaupt nur möglich durch ehrenamtliches Engagement und viele helfende Hände“, betonte Schmetz.

Große Hoffnung in Einbeziehung der Hausärzte

„Unser Ziel mit diesem Modellprojekt ist es, die Impfung von Menschen, die 80 Jahre oder älter sind, zu beschleunigen“, erklärte der Erste Stadtrat. Aktionen wie diese würden allerdings eine zusätzliche Belastung für das Impfteam bedeuten, so dass dieses Angebot wohl nicht für das gesamte Stadtgebiet entwickelt werden könne.

„Würde man es an der Freude der Menschen festmachen, müssten wir natürlich damit weitermachen.“ Schließlich sei der Vorteil, vor Ort und in einer vertrauten Umgebung geimpft werden zu können, gigantisch.

„Jetzt werden wir die Erkenntnisse der ersten beiden Aktionen zunächst einmal auswerten und schauen, was künftig mit Blick auf die Kapazitäten geleistet werden kann“, so Schmetz.

Große Hoffnungen setzt der Erste Stadtrat in die geänderte Impfstrategie des Landes Niedersachsen, wonach künftig auch Hausärzte in den Prozess eingebunden werden sollen.

Öffnungszeiten des Impfzentrums werden ausgeweitet

„Wir haben darauf schnell reagiert und bieten Praxisteams schon für Montag im Impfzentrum Siekhöhe an, sich dort gegenseitig zu impfen und dabei in den verwaltungstechnisch sehr aufwändigen Ablauf der Impfung einführen zu lassen“, verkündete Schmetz.

Möglich sei dies, weil am Montag wegen nötiger Wartungs- und Reparaturarbeiten auf der Siekhöhe für die Öffentlichkeit eine Impfpause eingelegt wird.

Weil für die kommenden Wochen mehr Impfstoff angekündigt sei, werde man die Öffnungszeiten des Impfzentrums ausweiten. War das Zentrum bislang dienstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr besetzt, kann man sich künftig dort montags bis samstags zwischen 10 und 20 Uhr seine Impfung abholen. (Per Schröter)

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