Aktion für Flüchtlingsunterkunft

Bunte Helferlein in der Corona-Krise - Behelfsmasken für Unterkunftbewohner

Einrichtungsleiterin Leonie Engelbert (links) und Bonveno-Geschäftsführer Michael Bonder freuten sich über Masken, die Sozialdezernentin Petra Broistedt mitbrachte.
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Einrichtungsleiterin Leonie Engelbert (links) und Bonveno-Geschäftsführer Michael Bonder freuten sich über Masken, die Sozialdezernentin Petra Broistedt mitbrachte.

Corona: 200 selbst genähte Mundschutzmasken überreichte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt an die Flüchtlingsunterkunft Europaallee.

Göttingen - Gut eine Woche ist es her, dass die Stadt Göttingen die Bevölkerung im Rahmen der Corona-Pandemie aufrief, Behelfsmasken zu nähen. Am Mittwoch vor Ostern wurden die ersten 200 Masken in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete am Holtenser Berg verteilt.

„Ich bin begeistert von diesem tollen Engagement“, freute sich Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt. „Das zeigt, dass wir in der Krise alle zusammenrücken.“ Aufgerufen zu der Aktion hatte die Stadt, weil der Bedarf an Mund-Nasen-Schutzmasken derzeit hoch ist, sie aber knapp und daher kaum zu beschaffen sind.

Masken für Hebammen

Die von den ehrenamtlichen Helfern genähten Behelfsmasken sollen nach und nach an Hebammen verteilt oder sozialen Einrichtungen wie den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, der Straßensozialarbeit, der Tafel oder der Wohnungslosenhilfe zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt stellt dabei das Material und Nähanleitungen kostenlos zur Verfügung.

Reaktion auf Kritik

„Dass wir die ersten Behelfsmasken in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete verteilen, hat einen guten Grund“, sagte Petra Broistedt. Schließlich sei zuletzt vermehrt Kritik aufgekommen, dass in solchen Einrichtungen während der Corona-Krise zu wenig Präventionsarbeit geleistet würde. „Das ist jedoch keineswegs der Fall“, betonte die Sozialdezernentin. In dem Wohnheim am Holtenser Berg, in dem aktuell 189 Geflüchtete (darunter 80 Kinder) untergebracht sind, seien täglich zwei Sozialarbeiter vor Ort, die für Fragen zur Verfügung stehen und die Menschen dort mit Informationen rund um die Corona-Pandemie versorgen.

Regeln einhalten

„In den Drei-Zimmer-Wohnungen leben maximal sechs Personen wie eine Familie zusammen“, erläuterte Einrichtungsleiterin Leonie Engelbert. Die Bewohner würden sich „sehr, sehr gut“ an die Regeln zur Kontakteinschränkung halten und seien auch bestens informiert, wie sie sich selbst vor dem Virus schützen können. „Die Menschen sind hier wesentlich besser aufgehoben als in Hotels“, ergänzte Dr. Michael Bonder, Geschäftsführer der Bonveno gGmbH, die das Wohnheim betreibt. „Immerhin wird hier darauf geachtet, dass die Regeln eingehalten werden.“

Risiko mindern

Sollten die Regeln einmal doch gebrochen werden (etwa von spielenden Kindern), dann können die jetzt verteilten textilen Behelfsmasken dazu beitragen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Die Masken können Tröpfchen, die man beispielsweise beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abfangen“, sagte Petra Broistedt. Das könne das Risiko verringern, eine andere Person anzustecken. „Auf keinen Fall sollte das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder einer Behelfsmaske aber dazu verleiten, dass Abstandsregeln nicht mehr einzuhalten oder Husten- und Niesregeln sowie die Händehygiene nicht mehr anzuwenden“, betonte die Dezernentin. Außerdem mahnte sie, von der Atemluft durchfeuchtete Masken umgehend und regelmäßig auszuwechseln.

Nähaktion läuft weiter

Wer sich an der Aktion beteiligen will, kann das Material für die Behelfsmasken montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr in der Mehrzweckhalle Grone, Backhausstraße 14, abholen. Dort sollen die genähten Masken zur weiteren Verteilung auch wieder abgegeben werden. 

Von Per Schröter

Alle aktuellen Infos zu Corona in Göttingen gibt es in unserem News-Ticker.

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