Offener Brief

Bündnis: Kritik an Zuständen in Flüchtlingsheimen in Göttingen

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Geflüchtete berichten aus ihren Unterkünften: Das „Amt für Soziales verweigere die Belegung freier Zimmer aus überbelegten Zimmern.

Corona in Göttingen: In einem offenen Brief hat das Bündnis auf die „unhaltbaren Zustände“ in Flüchtlingsunterkünften hingewiesen.

  • Der Coronavirus breitet sich weiter in der Region Göttingen aus
  • Auch vor Flüchtlingsunterkünften macht der Virus nicht halt
  • Nun hat sich das Bündnis über die Zustände dort beschwert

Göttingen - Das Bündnis „Lager auflösen jetzt!“, das sich für die Belange von Flüchtlingen einsetzt, hat in einem offenen Brief an verschiedene Institutionen in Stadt und Landkreis Göttingen eindringlich auf die „unhaltbaren Zustände“ in Sammelunterkünften hingewiesen. Kritik gibt es an den Einrichtungen in der Carl-Giesecke-Straße, im Albrecht-Thaer-Weg, in der Hannah-Vogt-Straße, im Rosenwinkel und an der Unterkunft im Schloss Wollershausen.

Corona in Göttingen: Situation hat sich zugespitzt

Durch dieCorona-Pandemie sei die Situation zugespitzt worden, hieß es in dem Schreiben, in dem unter anderem Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Sozialdezernentin Petra Broistedt direkt angesprochen werden. „Wir erwarten von ihnen sofortiges Handeln und die Auflösung der Sammelunterkünfte, da nicht nur die Würde dieser Menschen, sondern auch ihre Gesundheit unmittelbar bedroht sind“, lautet der Appell.

Nach Rücksprache mit den Geflüchteten selbst sieht das Bündnis dringenden Handlungsbedarf, da die Einhaltung der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln überhaupt nicht möglich sei. Zwei bis drei Personen belegen ein Zimmer, in der Carl-Giesecke-Straße müssen sich zehn Personen eine Küche und bis zu sechs Personen ein Bad beziehungsweise eine Waschgelegenheit teilen – so berichten die Aktivisten. Weiterer Kritikpunkt ist unter anderem die fehlende Aufklärung über die Corona-Pandemie und Schutzmaßnahmen oder über konkrete Hilfsangebote bei einer Erkrankung.

Corona in Göttingen: Angebote eingestellt und durch Kontrollen ersetzt

Zudem würden Betreuungsangebote eingestellt und durch Kontrollen, ob Verbote eingehalten werden, ersetzt. Das Besuchsverbot zwinge die Bewohner quasi dazu, sich im Freien vor den Häusern aufzuhalten. „Diese Versuche, der Enge in den Zimmern zu entkommen, werden mit Polizeieinsätzen aufgelöst“, heißt es in dem offenen Brief. Diese Situation rufe bei den Bewohnern vermehrt Angst und Panik hervor.

Die Forderungen der Aktivisten: Die noch nicht belegten Zimmer und Wohnungen in der Hannah-Vogt-Straße sollen geöffnet werden, die Sammelunterkünfte mit der Unterbringung von mehreren Menschen in einem Zimmer und auf engem Raum sollen sofort aufgelöst werden, dafür sollen leer stehende Wohnungen und Häuser geöffnet, beschlagnahmt oder auch enteignet und Hotelzimmer angemietet werden.  ana

Andere Neuigkeiten rund um denCoronavirus in der Region Göttingen sind im News-Ticker zu finden. 

 Für kurze Zeit habenAktivisten das Friedtjof-Nansen-Hauses in Göttingen besetzt. Damit wollen sie für eine menschenwürdigere Unterbringung von Geflüchteten protestieren.

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