Staatsanwaltschaft Göttingen

Corona-Quarantäne missachtet: Mann trainiert trotz positivem Test im Fitnessstudio - nun wird ihm der Prozess gemacht

Training mit einer Hantel: Wer sich im Fitnessstudio anmeldet, muss sich an vertragliche Regeln halten. Foto: Britta Pedersen
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Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat Anklage gegen einen Mann aus der Uni-Stadt erhoben: Er soll trotz Quarantäne-Anordnung nach einem positiven Corona-Test im Fitnessstudio trainiert haben. (Symbolbild)

Trotz Quarantäne-Anordnung nach einem positiven Corona-Test hat ein Mann aus Göttingen im Fitnessstudio trainiert - nun wird ihm der Prozess gemacht.

  • Ein ungewöhnlicher Corona-Fall wurde jetzt von der Staatsanwaltschaft Göttingen angeklagt.
  • Ein Mann war im Mai 2020 positiv auf das Corona-Virus getestet worden und musste in Quarantäne. Trotzdem soll der Göttinger in einem Fitnessstudio trainiert haben.
  • Jetzt wird er wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Göttingen – Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat gegen einen Mann aus der Uni-Stadt Anklage wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erhoben. Er war positiv auf das Corona-Virus getestet worden und soll eine Quarantäne-Anordnung mehrfach ignoriert haben.

Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen am Montag berichtete, befasst sich die Abteilung für Wirtschafts- und Umweltstrafsachen mit dem Fall. Der Mann war im Mai vergangenen Jahres positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Anklage wegen Corona-Verstößen: Mitarbeiter der Stadt erkannten den Mann

Daraufhin musste er nach einer Anordnung des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Göttingen in Quarantäne. Diese soll er mehrfach ignoriert haben und unter anderem am 27. und 28. Mai in einem Fitnessstudio in Göttingen trainiert haben. Dabei soll der Mann von Mitarbeitern der Stadt Göttingen erkannt worden sein.

Anklage wegen Corona-Verstößen in Göttingen: Begründung der Staatsanwaltschaft

„Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion und Aerosole übertragen. Gerade bei sportlicher Betätigung mit einer erhöhten Atmung werden viele Aerosole ausgestoßen, sodass es hierbei zu sogenannten Superspreading-Events kommt“, heißt es weiter.

Da der Mann trotz der Quarantäne-Anordnung und damit in Kenntnis der Gefährlichkeit des Corona-Virus in dem Studio trainiert haben soll, wirft ihm die Göttinger Anklagebehörde vor, eine „Infektion anderer Mitglieder mit dem Virus und eine schwere Erkrankung mindestens billigend in Kauf genommen zu haben“.

Anklage wegen Corona-Verstößen in Göttingen: Strafrahmen

Für gefährliche Körperverletzung sieht Strafgesetzbuch einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minderschweren Fällen von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor. Einen Termin für einen Prozess gibt es bislang noch nicht. (Bernd Schlegel)

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