Arbeitsmarkt

Corona-Krise: Agentur rechnet mit 2000 Anzeigen auf Kurzarbeit in Südniedersachsen

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Die Arbeitsagentur in Göttingen: Sie ist an der Bahnhofsallee in Göttingen zu finden.

Die Arbeitsagentur rechnet damit, dass etwa 2000 Betriebe in den Landkreisen Göttingen und Northeim Kurzarbeit wegen der Corona-Krise beantragen werden. Diese Zahl nannte am Dienstag Agentur-Chef Klaus-Dieter Gläser.

  • Die Corona-Krise sorgt für Probleme bei den Unternehmen.
  • Davon ist auch Südniedersachsen betroffen.
  • Die Arbeitsagentur rechnet in den Landkreisen Göttingen und Northeim mit 2000 Anzeigen auf Kurzarbeit.

„Wie deutlich die Krise ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen wird, hängt nicht unwesentlich davon ab, wie gut Betriebe und Arbeitnehmer durch Kurzarbeit aufgefangen werden“, machte Gläser deutlich. Er betont, dass sich das Instrument der Kurzarbeit bereits während der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008/2009 bewährt habe.

Kurzarbeit in Göttingen: Andere Lage als vor gut zehn Jahren

Allerdings unterscheidet sich laut Gläser die aktuelle Lage von der Situation vor gut zehn Jahren. Damals waren 979 Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Göttinger Agentur eingegangen.

Kurzarbeit: Viele Branchen sind betroffen

Von der Corona-Krise sind jetzt im Vergleich zu damals deutlich mehr Branchen betroffen: Die Absagen von Veranstaltungen setzen Messebauern und Organisatoren zu, stornierte Reisen und Feste machen Hotels zu schaffen, geschlossene Restaurants und Geschäfte können keinen Umsatz machen, Zahnarztpraxen müssen ihre Öffnungszeiten einschränken.

Kurzarbeit in Göttingen: Thema hat hohe Relevanz

Und trotz der Vorläufigkeit der Erhebung zeige die Anzahl von 2000 Anzeigen auf Kurzarbeit schon, welche Relevanz diese Regelung für die Betriebe in der Region Südniedersachsen habe.

Klaus-Dieter Gläser, Göttinger Arbeitsagenturchef

Durch das große Interesse an der Kurzarbeit fällt laut Gläser auf der anderen Seite bei der Göttinger Agentur kurzfristig deutlich mehr Arbeit für die Beratung der Firmen und für die Bearbeitung der Anträge an.

Kurzarbeit in Göttingen: Personal wurde aufgestockt

Deshalb wurde das Personal für diesen Bereich massiv aufgestockt und die Beratungskapazitäten für die Betriebe ausgeweitet. „Wir arbeiten in allen Bereichen daran, dass die Arbeitgeber schnellstmöglich ihre Anträge stellen, die Leistungen beantragen und ihr Geld bekommen können“, so Gläser.

Kurzarbeit in Göttingen: Stichtag 12. März bei Arbeitsmarktdaten

 In den Arbeitsmarktdaten spielt sich die Krise noch nicht wider, da als Stichtag der 12. März gilt. Zu diesem Zeitpunkt ging die Arbeitslosenquote für die Region im Vergleich zum Februar um 0,1 Prozent auf 5,3 Prozent zurück.

Kurzarbeit in Göttingen: Betriebe beantragen für ihre Mitarbeiter

Betriebe können in der Corona-Krise für ihre Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsgeldausfall von mehr als 10 Prozent haben. Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 Prozent (mit Kind 67 Prozent) des Nettolohns, der dem Arbeitnehmer entgangen ist. Manche Arbeitgeber stocken das Kurzarbeitergeld auf. Einen Online-Rechner für das Kurzarbeitergeld gibt es hier. Weitere Informationen der Arbeitsagentur für Unternehmen zu dem Thema können hier abgerufen werden.

VON BERND SCHLEGEL

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