Ein Dutzend Termine waren angekündigt

Corona-Krise: Katholiken sagen Wallfahrten ab

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Wallfahrt auf dem Höherberg: In diesem Jahr sollte es ein Dutzend Veranstaltungen dieser Art geben.

Katholische Christen im Eichsfeld befürchten, dass wegen der Corona-Krise viele der in diesem Jahr geplanten Wallfahrten nicht stattfinden können.

Sowohl die Wallfahrtseröffnung am 29. März, als auch die Seniorenwallfahrt am 22. April sowie die Frauenwallfahrt am 3. Mai seien bereits abgesagt worden, sagte Cornelia Kurth-Scharf von der ehrenamtlichen Wallfahrtsgruppe „Maria in der Wiese“ in Germershausen. Alle anderen Wallfahrtstermine würden zu gegebener Zeit neu bewertet. Im Eichsfeld waren für 2020 zunächst ein Dutzend Wallfahrten angekündigt.

„Die aktuelle Situation ist einzigartig, auch in unserem Wallfahrtsort“, sagte Kurth-Scharf. „Aber wir können zusammenrücken und der Wallfahrten gedenken, indem wir an den eigentlichen Wallfahrtstagen eine Kerze anzünden und ein ‘Gegrüßet seist Du, Maria’ sprechen.“ Zudem werde an vielen Orten täglich um 21 Uhr bei Glockenklang und Kerzenschein am Fenster ein Vaterunser gebetet.

Seit rund 340 Jahren lädt der Wallfahrtsort „Maria in der Wiese“ zu Wallfahrten ein. Bisher sei es nur einmal vorgekommen, dass eine Wallfahrt ausfallen musste, sagte Kurth-Scharf. Im Jahr 1938 hätten die Nationalsozialisten eine Veranstaltung verboten, weil sie befürchtet hätten, die Wallfahrt könne zu einer politischen Protestkundgebung ausarten.

Wallfahrten sind Reisen, Fahrten oder Wanderungen, an deren Ziel eine Pilgerstätte steht. Das Eichsfeld ist eine der wenigen Regionen in Deutschland mit mehr als einem halben Dutzend solcher Wallfahrtsorte. Auf niedersächsischer Seite liegt das Untereichsfeld mit dem Zentrum Duderstadt, das Obereichsfeld um die Städte Heiligenstadt und Worbis gehört zu Thüringen. In der ehemaligen DDR war das Eichsfeld das größte zusammenhängende Gebiet mit einer mehrheitlich katholischen Bevölkerung. epd/bsc

Weitere Infos gibt es hier.

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