Festlegung der Landesregierung

Corona-Krise: Maskenpflicht gilt ab Montag in ganz Niedersachsen

ARCHIV - 06.04.2020, Osnabrück: Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident in Niedersachsen, trägt einen Mundschutz. Weil erwartet in der Corona-Krise eine baldige Maskenpflicht. Er sei Überzeugt, dass Alltagsschutzmasken bald zu unserem Öffentlichen Leben gehören und etwa im öffentlichen Personennahverkehr auch bald zur Pflicht werden können, sobald sie ausreichend verfübar sind, wie der SPD-Politiker in einem Interview mit der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Wochenendausgabe) sagte. Foto: Friso Gentsch/dpa/POOL/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Die Maskenpflicht in Niedersachsen kommt: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ist überzeugt, dass Alltagsmasken bald zum öffentlichen Leben gehören und etwa im Personennahverkehr getragen werden

Auch Niedersachsen bekommt eine landesweite Maskenpflicht. Vom kommenden Montag an soll das Tragen einer Maske im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht werden.

Das sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte dies bereits am Dienstagabend angedeutet. Auch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland legten sich am Mittwoch auf eine Maskenpflicht fest.

Zunächst hatte die Landesregierung in Hannover eine Maskenpflicht nicht für notwendig gehalten. Doch nachdem mehrere Bundesländer und einige Städte in Niedersachsen vorgeprescht waren, schwenkte die Mannschaft von Stephan Weil schließlich um. „Ich bin über die Alleingänge einiger Kollegen nicht glücklich, wir Ministerpräsidenten haben doch erst vor fünf Tagen zusammengesessen“, hatte Weil in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ gesagt und machte am Mittwoch deutlich: „Auch in Sachen Alltagsmasken ist ein gemeinsames Vorgehen möglichst aller Länder sinnvoll. Niedersachsen hat sich gemeinsam mit anderen Ländern entschieden, ab Montag Mund-Nasen-Bedeckungen im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf vorzuschreiben. Wir unterstützen damit auch zukünftige Lockerungen, die zu einer weiteren Belebung führen können.“ Entscheidend bleibt aber aus Sicht von Weil: „Der Infektionsschutz durch Alltagsmasken ist sinnvoll, damit andere Menschen nicht angesteckt werden können.“ Am wichtigsten ist und bleibt eine strikte Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienevorschriften.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) ergänzte: „Je besser die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind, desto schneller können wir Fortschritte erzielen, die uns schrittweise wieder mehr Lockerungen im Alltag bringen können.“ Dabei spiele das Tragen von Mund- und Nasenschutz – insbesondere im ÖPNV – eine entscheidende Rolle. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) bezeichnete das Tragen von Alltagsmasken als „ein sichtbares Zeichen der Solidarität untereinander“. Insbesondere in engen Räumen könnten die Masken einen Beitrag zum Schutz vor Infektionen leisten.

Noch am Dienstag hatte es geheißen, Niedersachsen wolle die nächsten Bund-Länder-Gespräche in der kommenden Woche abwarten und belasse es bei einer dringenden Empfehlung zum Tragen von Alltagsmasken. (mit dpa)

Kein "Maskentatbestand" im Bußgeldkatalog

Im am Mittwoch gültigen Bußgeldkatalog des Landes Niedersachsen für Verstöße in der Corona-Krise gab es bislang noch keinen Tatbestand für Verstöße gegen die Maskenpflicht. Es kann aber damit gerechnet werden, dass dies noch folgt. Andere Verstöße, zum Beispiel die Nichteinhaltung des Mindestabstands von 1,5 Meter, wird aktuell mit 150 Euro pro Person geahndet. Weitere Infos gibt es im Internet.

Viele Menschen fragen sich, wo man Mundschutz-Masken kaufen kann. Aldi, Lidl, Rewe: Ab wann kann man Mundschutz-Masken kaufen?

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