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Corona-Krise: Streit ums Geld in den Fitnessstudios - Müssen Kunden Gutscheine akzeptieren?

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Von: Bernd Schlegel

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Fitnessstudios sollen wegen der Corona-Krise bis zum 10. Januar 2021 geschlossen bleiben. Verbraucherschützer geben Tipps - so kommen Sie um den Mitgliedsbeitrag.

Göttingen – Die Rechtslage ist nach Ansicht der Verbraucherschützer unübersichtlich. Verbraucher seien unsicher, ob sie die Gutscheine ihres Fitnessstudios akzeptieren müssen. „Oft werden ihnen falsche Informationen gegeben, Gutscheine unrechtmäßig auf bestimmte Angebote begrenzt oder als Vertragsverlängerung missbraucht“, so die Verbraucherzentrale.

Grundsätzlich gilt: Verbraucher können abgebuchte Mitgliedsbeiträge für die Monate zurückfordern, in denen das Fitnessstudio wegen der Corona-Pandemie geschlossen ist. Ebenso hat der Fitnessstudiobetreiber keinen Anspruch darauf, Beiträge, die während des Lockdowns einbehalten wurden, jetzt nachzufordern.

Fitness während der Corona-Krise: Ohne Leistung - Keine Gebühren

„Wird eine vertraglich vereinbarte Leistung nicht erbracht, haben Kunden ein Leistungsverweigerungsrecht“, erklärt Tiana Preuschoff, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale. „Ist also das Fitnessstudio vorübergehend geschlossen, müssen Kunden für diesen Zeitraum auch nicht zahlen.“

Meist stellen Fitnessstudios dann Gutscheine aus, anstatt das Geld auszuzahlen. Kunden müssen Gutscheine akzeptieren, sofern sie die Anforderungen erfüllen. Beispielsweise muss darauf klar angegeben sein, dass der Gutschein wegen der Corona-Pandemie erstellt wurde. Kosten für die Ausstellung oder die Übersendung dürfen nicht berechnet werden.

Blick in ein Fitnessstudio
Fitnessstudios im Lockdown: Deshalb gibt es nicht selten Streit um die Mitgliedsbeiträge, wie Verbraucherschützer aus Göttingen berichten. (Symbolbild) © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Geld für das Fitnessstudio: Gutschein muss beliebig nutzbar sein

Wird ein Gutschein als Leistungsausgleich ausgestellt, muss es sich zudem um einen Wertgutschein handeln, der beliebig nutzbar ist. „Das Fitnessstudio darf dem Verbraucher nicht vorgeben, zu welchem Zeitpunkt er den Gutschein einlösen kann oder für welchen Zweck“, macht Preuschoff deutlich.

Auch die Verrechnung mit laufenden Beiträgen ist möglich. „Verbraucher sollten dies vorab schriftlich und nachweisbar erklären und die Zahlungen aussetzen, bis der Gutscheinwert ‚aufgebraucht‘ ist“, rät Preuschoff.

Corona-Krise: Auszahlung des Gutscheins kann gefordert werden

Wird der Gutschein bis zum 31. Dezember 2021 nicht eingelöst, können Verbraucher die Auszahlung des Gutscheins verlangen. Eine sofortige Auszahlung ist laut Verbraucherzentrale nur dann möglich, wenn die Annahme eines Gutscheins wegen persönlicher Lebensumstände unzumutbar ist, beispielsweise wegen eigener wirtschaftlicher Schwierigkeiten.

„Viele Fitnessstudios scheinen diese Regeln nicht zu kennen oder ignorieren sie schlichtweg“, so die Verbraucherschützer. Beispielsweise behaupten einige Anbieter, der Gutschein sei gesetzlich vorgeschrieben. „Tatsächlich hat der Anbieter ein Wahlrecht, es besteht also keine Gutscheinpflicht“, erklärt Preuschoff. Auch werde häufig der Eindruck vermittelt, Gutscheine könnten erst nach Ende der Vertragslaufzeit oder nur für bestimmte Angebote eingelöst werden.

Kontakt: Verbraucherzentrale Göttingen, Telefonberatung montags, dienstags, donnerstags von 10 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 14 Uhr unter Tel. 0511/9119696, auch Videoberatung möglich. Weitere Infos gibt es bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. (Bernd Schlegel)

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