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Corona-Lockerungen: Spielraum für die Kommunen in Niedersachsen

Corona-Lockerungen: Spielraum für die Kommunen in Niedersachsen
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Emeli überquert eine Hängebrücke auf dem Aktivspielplatz in Lüneburg. Mit Blick auf die geschlossenen Spielplätze in Niedersachsen sollen die Kommunen schon bald über Öffnungsregelungen entscheiden.

Für Niedersachsen sind weitere vorsichtige Lockerungen bei den Corona-Regeln angekündigt. Dabei gibt es Spielraum für die Kommunen.

  • In Niedersachsen gibt es bisher 10.386 Corona-Fälle (Stand: 03.05.2020).
  • Die Corona-Regeln werden langsam gelockert.
  • Ministerpräsident Stephan Weil präsentiert die Änderungen.

Niedersachsen - Allzu hohe Erwartungen hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil in die große Video-Schalte mit allen Landeschefs nicht gesetzt. Am Ende war er – „gemessen an den bescheidenen Erwartungen“ auf gemeinsame, vorsichtige Lockerungen der Corona-Einschnitte – zufrieden: So verkündete er denn auch locker in der Pressekonferenz um 18.30 Uhr am Donnerstag (30.04.2020) die gemeinsamen Ergebnisse.

Für Niedersachsen wichtig ist in Bezug auf eine von Kindern wie betreuenden Eltern herbeigesehnte Öffnung der Spielplätze, dass es landeseigene Regelungen geben wird. Diese will der Weil aber an die Kommunen weiterreichen. „Wir werden in Gespräche eintreten, darüber, wie diese Öffnung gelingen kann.“ Das solle zügig geschehen. Eine gute Nachricht für viele Menschen und den Bewegungsdrang der jungen Niedersachsen.

Trotz Corona in Niedersachsen: Autowaschen möglich

Auch weitere Regelungen sollen für Niedersachsen speziell festgelegt werden. Weil zählte so auch „abgekapselte“ Veranstaltungen wie Autokinos auf, die ja bereits in einigen Orten boomen. Auch das freie, nicht-automatisierte Autowaschen auf Anlagen soll trotz Corona wieder möglich gemacht werden. „Das ist möglich, ohne zusätzliche Risiken einzugehen.“

Apropos Risiken: Der Ministerpräsident steht voll hinter der Bundes-Linie, alle Großveranstaltungen, bei denen die Zuschauer nicht kontrollier- und lenkbar sind, eine Ansteckungskette hinterher nicht mehr nachvollziehbar ist, bis zum 31. August zu untersagen.

Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil, äußert sich zu den Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

Trotz Corona in Niedersachsen: Leichtathletik, Tennis

Tolerabel für den niedersächsischen Landeschef ist aber ein kontrolliertes Sporttreiben ohne Körperkontakt. „Die Leichtathleten, die aneinander vorbeilaufen und die Tennisspieler, die in weitem Abstand die Bälle schlagen“, gehen für Weil kein großes Risiko ein. Auszugehen ist also davon, dass aus Hannover in Kürze das Okay für das Entfernen der Flatterbänder rund um Tennisplätze und Stadien kommen wird. Abgesperrt bleiben werden aber die Umkleidekabinen und Duschräume, wo das Coronavirus schnell übertragen werden könnte.

Das Kaltgetränk auf den Terrassen oder in den Vereinskneipen aber wird in gleichem Zuge wie das lockere Sporttreiben – noch – nicht möglich sein, wie Weil betonte, der sich diesbezüglich eine Bekanntgabe von bestimmten Lockerungen nach der nächsten Konferenz am Freitag in einer Woche vorstellen kann. „Diese strategischen Themen, die große Risiken bergen, haben wir heute nicht behandelt“, sagte er und zählte auf: Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und die Konzepte für Schulen und Kindertagesstätten. „Wir müssen schauen, was geht und was ein zu großes Risiko wäre, denn das Virus ist weiter unter uns.“

Nachdem sein Wirtschaftsminister aus der anderen Partei, Bernd Althusmann (CDU) am Vortag vorgeprescht war und von maßvoller Öffnung auch im Beherbergungsgewerbe und auf Campingplätzen gesprochen hatte, holte Weil ihn wieder zurück: Er gehe davon aus, dass diese auf Bundesebene besprochene Vorgehensweise auch in der Regierungskoalition in Hannover geteilt werde. Klare Worte des Regierungschefs in Richtung Minister.

Landesregierung Niedersachsen zum 1. Mai während der Corona-Krise:

Trotz Corona in Niedersachsen: Wirtschaft im Blick

In einer neuen Normalität, jene in der Vor-Corona-Zeit könne es nicht geben, gehe es darum, auch die wirtschaftliche Situation und Entwicklung in verschiedenen Bereichen zu beachten. Das müsse wohl austariert werden, sagte Weil, der zu den vorsichtigen Vertretern in der Ministerpräsidenten-Runde zählt. „Es wird eine stufenweise Lockerung für alle Bereiche kommen“, kündigte er an.

Bewusst habe man für diese sensiblen Bereiche keine Termine genannt. Diese könnten, wie man zwischen den Weil‘schen Zeilen hörte, am 6. Mai verkündet werden – „nach schwierigen Beratungen“, so Weil, der auch in diese mit einer niedrigen Erwartungshaltung gehen dürfte. Dann nämlich ist die Fallhöhe zur Enttäuschung geringer. Wie heute erlebt.

Von Thomas Kopietz

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