Hoffnungen ruhen auf Molnupiravir

Durchbruch bei Corona-Medikament: Göttinger Forscher entschlüsseln Wirkstoff

Im Kampf gegen das Corona-Virus setzen Wissenschaftler große Hoffnungen auf das Medikament Molnupiravir, das gerade in Prüfung ist.
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Im Kampf gegen das Coronavirus setzen Wissenschaftler große Hoffnungen auf das Medikament Molnupiravir, das gerade in Prüfung ist.

Forscher aus Göttingen und Würzburg haben nach eigenen Angaben den Wirkstoff des potenziellen Corona-Medikamentes Molnupiravir entschlüsseln können.

Göttingen – Der Wirkstoff schleust Ribonukleinsäuren(RNA)-ähnliche Bausteine in das Erbgut des Virus ein, teilte das Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie mit. Werde das Erbgut weiter vermehrt, entstünden fehlerhafte RNA-Kopien.

Der Erreger könne sich dann nicht mehr ausbreiten. An der Studie waren auch Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg beteiligt. Der Corona-Wirkstoff wird über den Mund eingenommen und später von Körperzellen aufgenommen.

Corona-Medikament Molnupiravir soll Ausbreitung ausbremsen

Die USA hatten sich kürzlich 1,7 Millionen Dosen von Molnupiravir gesichert. In vorläufigen Studien bremste der Wirkstoff das Coronavirus Sars-Cov-2 bei seiner Vermehrung aus. Zurzeit befindet sich das Corona-Medikament Molnupiravir in der letzten Entwicklungsphase, in der es an einer großen Zahl von Patienten erprobt wird. Basierend auf vorläufigen klinischen Studien verspricht die Substanz eine hohe Wirksamkeit gegen Sars-Cov-2. Ob Molnupiravir wirklich sicher ist und als Medikament zugelassen werden kann, ist aber noch nicht entschieden.

Seit Beginn der Corona-Pandemie untersuchen zahlreiche wissenschaftliche Projekte weltweit, wie sich das Virus bekämpfen lässt. Forschende entwickelten bereits diverse Impfstoffe und Medikamente – mit unterschiedlichem Erfolg. 2020 Jahr gewann der antivirale Wirkstoff Remdesivir an Aufmerksamkeit, als er als erstes Covid-19-Medikament zugelassen wurde. Studien, darunter Arbeiten des Max-Planck-Institutes für biophysikalische Chemie und von der Universität Würzburg, zeigten jedoch, dass das antivirale Mittel bei Covid-19 eher schwach wirkt.

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Molnupiravir gegen Corona: „Ganzes Spektrum von viralen Erkrankungen“ behandelbar

Auch Molnupiravir ist ein antiviraler Wirkstoffkandidat, der ursprünglich als Grippemedikament entwickelt wurde. „Zu wissen, dass ein neues Medikament anschlägt, ist wichtig und gut“, sagte der Direktor des Max-Planck-Institutes, Patrick Cramer. Allerdings sei es genauso wichtig zu verstehen, wie Molnupiravir auf molekularer Ebene wirke, auch um Einsichten für die weitere Entwicklung antiviraler Substanzen zu erhalten.

„Mit dem Wirkstoff ließe sich möglicherweise ein ganzes Spektrum von viralen Erkrankungen behandeln“, hofft Höbartner, Professorin für Chemie an der Universität Würzburg. „Molnupiravir hat viel Potenzial.“ Ob Molnupiravir wirklich sicher ist und als Medikament zugelassen werden kann, wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte bekannt. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel, mit epd)

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