Corona-Pandemie

2G Plus in Niedersachsen: „Chaotische Zustände“ – Frust über fehlende Testmöglichkeiten

Lange Warteschlangen vor den Corona-Testzentren: In Niedersachsen gilt vielerorts die 2G-Plus-Regel - doch an Testmöglichkeiten mangelt es.
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Lange Warteschlangen vor den Corona-Testzentren: In Niedersachsen gilt vielerorts die 2G-Plus-Regel - doch an Testmöglichkeiten mangelt es.

In Niedersachsen gilt die 2G-Plus-Regel. Diese sorgt derzeit allerdings für großen Unmut, denn in vielen ländlichen Regionen gibt es keine Corona-Testzentren.

Göttingen – Verschärfte Corona-Regelungen wie 3G oder 2G Plus sorgen in Deutschland für eine steigende Nachfrage nach Tests. Während in vielen Städten einige Testzentren wieder hochgefahren wurden, gibt es in vielen ländlichen Regionen gar keine Möglichkeiten mehr sich testen zu lassen. Die Folge: Lange Fahrtzeiten und bei Wind und Kälte Schlangestehen.

2G Plus und die fehlenden Testmöglichkeiten in Kleinstädten und Gemeinden sorgen in Niedersachsen für Frust in der Bevölkerung. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, informiert der niedersächsische Städte- und Gemeindebund über „unhaltbaren, teils chaotischen Zuständen“ an den Teststellen. „Die aktuellen Testangebote reichen bei Weitem nicht aus“, sagte Geschäftsführer Oliver Kamlage.

2G Plus in Niedersachsen: Fehlende Corona-Testzentren auf dem Land

Um sich überhaupt testen lassen zu können, müssten viele Menschen aus ländlicheren Regionen teils kilometerlange Fahrten auf sich nehmen. Dazu komme, dass Termine bereits im Voraus oft schon lange ausgebucht seien, sagte Kamlage. „Es müssen dringend, insbesondere in den ländlichen Räumen, ortsnah weitere Testkapazitäten ausgebaut werden. Kommunen suchen händeringend nach weiteren Anbietern, die sich vor Ort niederlassen.“

In einigen Gemeinden suche man derzeit verzweifelt nach einem Betreiber für ein Corona-Testzentrum, einige Ärzte und Apotheken bieten Tests wegen des zu hohen Aufwands nicht mehr an. Oftmals stehen sogar Räumlichkeiten zur Verfügung, doch Anbieter lassen sich offenbar nur sehr schwer auf das Land ziehen.

Auch auf der Nordseeinsel Langeoog wächst der Unmut über die neue 2G-Plus-Regel. „Es wird da etwas einfach beschlossen, ohne dass die Kapazitäten dafür da sind“, sagte die Bürgermeisterin der Insel, Heike Horn (parteilos). Es gebe nur ein einziges Testzentrum auf Langeoog. Wer keine Testmöglichkeit finde, müsse auf der Insel bleiben - oder komme vom Festland nicht wieder zurück.

Verschärfte Corona-Regeln: 2G Plus lässt Test-Nachfrage in Niedersachsen enorm steigen

Rund 30 Teststellen werden von den Johannitern in Niedersachsen betrieben - auch auf dem Land. „Aus unserer Sicht ist es so, dass es gerade in den ländlichen Regionen weniger Testangebote gibt“, sagte Sprecher Jan Klaassen. Man prüfe nun alle Möglichkeiten, „um weitere Testkapazitäten zu schaffen.“

Am Freitag (03.12.2021) hat die Landesregierung auf die hohe Nachfrage nach Tests reagiert und Menschen in Niedersachsen, die bereits eine dritte Corona-Impfung bekommen haben, von der Testpflicht befreit. Demnach brauchen geboosterte Personen trotz 2G Plus kein negatives Testergebnis vorzuzeigen. Seit Mittwoch (01.12.2021) gilt in vielen Regionen die zweite Corona-Warnstufe und somit auch die zusätzliche Testpflicht für Geimpfte und Genesene, zum Beispiel beim Friseur, im Restaurant oder im öffentlichen Nahverkehr. Damit langes Warten verhindert werden kann, verrät das Land Niedersachsen, wie man schneller an Corona-Test kommt.

Im Video: 2G Plus sorgt in Niedersachsen für lange Schlangen vor Corona-Testzentren

Corona in Niedersachsen: 2G Plus sorgt für Frust im Wirtschaftssektor

Aber auch in einigen Wirtschaftszweigen wächst der Frust über die geltende 2G-Plus-Regelung. Da vielerorts Testmöglichkeiten fehlen, können einige Kunden beispielsweise ihren Friseurtermin nicht wahrnehmen. „Ohne Test können wir niemanden hereinlassen“, sagte Manuela Härtelt-Dören, Landesinnungsmeisterin des niedersächsischen Friseurhandwerks aus Göttingen. Schnelltests in Apotheken seien in der Region erst ab Mitte Dezember wieder buchbar. Auf die Corona-Testzentren in Göttingen gibt es derzeit einen großen Ansturm.

Zudem registrieren die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) aktuell eine steigende Nachfrage nach Antigentests bei Beschäftigten. Bislang seien die Arbeitgeber bereits verpflichtet, ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zwei Tests pro Woche anzubieten, sagte UVN-Hauptgeschäftsführer Volker Müller. Diese würden allerdings immer knapper, da die von den Arbeitgebern bescheinigten Testnachweise nach der 2G-Plus-Regel zum Beispiel auch Zutritt zur Gastronomie oder zum Friseur ermöglichten. (Alina Schröder)

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