Lockerung

Corona-Krise: Die Inseln regeln den Tourismus selbst

Corona in Niedersachsen: Die Inseln regeln den Tourismus selbst
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Der Tourismus in Niedersachsen läuft trotz Corona wieder an: Seit Montag dürfen Ferienwohnungen sowie Campingplätze wieder mit einer Auslastung von 50 Prozent und unter Einhaltung von Auflagen belegt werden.

Die Ostfriesischen Inseln, die dem Bundesland Niedersachsen vorgelagert sind, haben eine Sonderstellung – die bedeutet in der Corona-Krise unterschiedliche Regeln.

  • Die Ostfriesischen Inseln haben auch in der Corona-Krise eine Sonderstellung
  • Die zum Bundesland Niedersachsen gehörenden Inseln haben unterschiedliche Regeln
  • Sie alle beinhalten allerdings die Mindestmietdauer für Ferienwohnungen von einer Woche

Niedersachsen, Ostfriesische Inseln - Die Landesverordnung, die seit Montag (11.05.2020) bis zum 27.05.2020 gilt, sieht eine Mindestmietdauer für Ferienwohnungen von einer Woche vor. Sie wird auf Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge unterschiedlich ausgelegt. Die Kommunen dürfen eigene Regeln für das Betreten der jeweiligen Insel aufstellen. Ein Überblick:

Corona in Niedersachsen: Urlaub auf Borkum - Buchung für sieben Tage benötigt

Wer Urlaub auf Borkum machen will, benötigt eine Buchung für sieben Tage (sechs Nächte). „Stand jetzt, das ist ja eine sehr dynamische Entwicklung“, sagte der Vertreter des Bürgermeisters, Frank Pahl. Ordnungsamt und Polizei stimmen sich wegen Kontrollen ab.

Zwingend eine Woche auf der Insel aufhalten müssen sich Gäste jedoch nicht. Pahl: „Stellen Sie sich vor, Sie haben für eine Woche gebucht und müssen dann auf einmal die Insel verlassen. Das kann man Ihnen ja schlecht verweigern.“

Urlaub trotz Corona? So stehen die Chancen

Corona in Niedersachsen: Urlaub auf Juist - Ankommende Gäste werden kontrolliert

Auf Juist sind Kontrollen ankommender Gäste geplant, sie müssen eine Buchung für mindestens sieben Tage (sechs Übernachtungen) vorweisen können. „Das ist kein Zwangsaufenthalt“, erklärte Bürgermeister Tjark Goerges (parteilos). „Das Ziel ist es, das Rotationsgeschehen gering zu halten.“

Auch wenn die Gäste früher abreisten, könnte so nur alle sieben Tage eine Unterkunft an neue Gäste vermietet werden. Er schätzt, dass mehr als drei Viertel der Urlauber auf Juist ohnehin eine Woche oder länger bleiben. Für die Fähren nach Juist, Norderney und Baltrum hat der Landkreis Aurich eine Allgemeinverfügung erlassen. Aktuell ist nur eine Auslastung von 50 Prozent erlaubt. Passagiere müssen eine Maske tragen.

Corona in Niedersachsen: Urlaub auf Norderney - Verstöße können geahndet werden

Norderneys Bürgermeister Frank Ulrichs (parteilos) spricht von einem Mindestaufenthalt. Eine Unterschreitung von sieben Tagen (sechs Übernachtungen) für Feriengäste sei nicht zulässig. Verstöße können mit Bußgeld oder mit Strafe geahndet werden, wie die Stadt auf ihrer Webseite schreibt.

Ulrichs: „Aufgrund des epidemiologisch nicht unbedenklichen Wochenend- und Kurzzeittourismus, der üblicherweise in dieser Zeit stattfindet sowie der im Zweifel notwendigen Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten, ergibt diese Regelung auch Sinn.

Corona in Niedersachsen: Urlaub auf Baltrum - Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen

Bürgermeister Berthold Tuitjer (parteilos) greift die Regel für den Tourismus auf dem Festland auf. Dort gilt eine sogenannte Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen für Ferienwohnungen. Das bedeutet, dass nur alle sieben Tage neue Gäste kommen dürfen.

Möglich sind aber kürzere Belegungen. Wenn ein Gast zum Beispiel nur vier Tage bleibt, müsste die Unterkunft dann noch drei Tage leer stehen und dürfte am achten Tage neu belegt werden. „Sinn und Zweck ist es, dass es nicht so viel Wechsel gibt. Das ist auch gewährleistet, wenn in sieben Tagen nur ein neuer Kunde kommen darf.“

Hier ist trotz Corona bald wieder Urlaub möglich: Die Luftaufnahme zeigt mit Baltrum (Niedersachsen) die kleinste der ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Im Hintergrund ist Langeoog zu erkennen.

Corona in Niedersachsen: Urlaub auf Langeoog - Nur Berechtigte dürfen auf die Insel

Auch Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) setzt auf die Wiederbelegungsfrist: „Worum es geht, ist ja, dass die Fluktuation eingeschränkt wird. Wenn jetzt jemand drei Tage auf der Insel verbringt, muss danach die Ferienwohnung vier Tage leer bleiben.“ Dass nur Berechtigte auf die Insel kommen, werde an den Fähren kontrolliert. Erst- und Zweitwohnungsbesitzer müssten sich ausweisen, bei Familienbesuchen die Verwandtschaften nachgewiesen werden.

Mieter von Ferienwohnungen müssten die Buchungsbestätigung vorlegen. Bei Gästen und Verantwortlichen auf der Insel habe nach Veröffentlichung der Verordnung Unsicherheit über die Auslegung geherrscht. „Für die Gäste ist es auch schwer zu verstehen, dass für uns manchmal die gleichen Regeln gelten wie am Festland. Das heißt, ich kann nicht in die Ferienwohnung mit Personen aus drei verschiedenen Haushalten“, so Horn.

Corona in Niedersachsen: Urlaub auf Spiekeroog - Fähren sollen kontrolliert werden

Auf Spiekeroog gilt ein Mindestaufenthalt für sieben Nächte, sagte Bürgermeister Matthias Piszczan (CDU). An den Fähren soll kontrolliert werden.

Corona in Niedersachsen: Urlaub auf Wangerooge - Kontrolle erfolgt bei An- und Abreise

Es gelte ein Mindestaufenthalt der Gäste von sieben Tagen (sechs Übernachtungen), schreibt die Kurverwaltung online. Mieter von Ferienwohnungen für eine Woche benötigten keine Zugangsberechtigung, die Berechtigung werde zwischen Vermieter und Gemeinde geregelt. Eine Kontrolle erfolgt demnach bei der An- und Abreise.  dpa

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