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Keine Corona-Schutzausrüstung vom Bund: Zahnärzte in Niedersachsen sind sauer

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Zahnärzte schlagen in der Corona-Krise mit Blick auf die Schutzausrüstung Alarm.
Zahnärzte schlagen in der Corona-Krise mit Blick auf die Schutzausrüstung Alarm. © Maurizio Gambarini/dpa

Die Zahnärzte in Niedersachsen sind sauer. Der Grund: Schutzausrüstungen gegen die Corona-Pandemie sollen nicht an sie verteilt werden.

Die Zahnärzte in Niedersachsen sind sauer. Der Grund: Schutzausrüstungen, die vom Bundesbeschaffungsamt eingekauft wurden, sollen nur an Kliniken und Ärzte über die Kassenärztlichen Vereinigungen verteilt werden, nicht aber an Zahnärzte über deren Vereinigung verteilt werden. 

Die Zahnärzte für Niedersachsen (ZfN) halten das für eine gezielte Ungleichbehandlung mit Gefahren für alle Praxenmitarbeiter, die sehr dicht am Patienten arbeiteten.

Corona in Niedersachsen: Zahnärzte behandeln besonders dicht an Infektionsquellen

„Dabei sind es gerade wir Zahnärzte samt Personal, dass außerordentlich dicht an möglichen Infektionsquellen behandelt und eines besonderen Schutzes bedarf“, sagt Dr. Michael Loewener, Sprecher der Zahnärzte für Niedersachsen (ZfN).

Schutzmaterial sei aber dem „freien Markt“, wenn überhaupt, dann nur zu nicht mehr akzeptablen Preisen erhältlich.“

Die ZfN sieht in dieser Ungleichbehandlung eine „bewusste Ausgrenzung“ der 6600 Zahnärzte und 25 000 Mitarbeiter in niedersächsischen Praxen.

Corona in Niedersachsen: Zahnmedizinische Grundversorgung gefährdet

Doch nicht die Gesundheit sei gefährdet, sondern auch die zahmedizinische Grundversorgung der Bevölkerung.

Ebenso müssten Zahnärzte fürchten um die Existenz ihrer Praxen fürchten. Denn mit dem im Eilverfahren verabschiedeten „COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz“ habe die Bundesregierung zwar einen Schutzschirm aufgespannt: Der wirke aber für Krankenhäuser, Ärzte, Pflegende und Psychotherapeuten.

Die Zahnärzte seien dabei nicht berücksichtigt worden, so die ZfN. „Das ist ein unerträglicher Skandal“, schimpft der Vorsitzende der „Zahnärzte für Niedersachsen“, Henner Bunke. Der fordert in Zeiten, da die Zahnärzte die Notversorgung weiter aufrecherhielten, vom Staat „wenigstens eine Gleichbehandlung mit anderen Medizinberufen“.

Von Thomas Kopietz

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