Pandemie

Sozialministerin zur Corona-Lage in Niedersachsen: „Müssen uns klug auf den Herbst vorbereiten“

Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) erklärte am Mittwoch (07.07.2021) das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie und blickt trotz Delta-Variante optimistisch in Richtung Herbst.
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Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) erklärte am Mittwoch (07.07.2021) das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie und blickt trotz Delta-Variante optimistisch in Richtung Herbst.

Sozialministerin Daniela Behrens äußert sich zur aktuellen Corona-Lage in Niedersachsen - und ist trotz Delta-Variante und drohender vierter Welle vorsichtig optimistisch.

Göttingen - In Niedersachsen sind am Mittwoch (07.07.2021) wieder mehr Corona-Fälle registriert worden, insgesamt blieb das Infektionsgeschehen aber auf niedrigem Niveau. Binnen einer Woche wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 4,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet, am Vortag lag der Inzidenzwert bei 3,7. Auch bundesweit ist laut dem RKI die Inzidenz zu Mittwoch leicht von 4,9 auf 5,1 gestiegen.

Es gab 92 neue Infektionsfälle und 18 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 in Niedersachsen.
Die Landkreise mit den höchsten Inzidenzwerten in Niedersachsen waren:

  • Stade (15,6),
  • Cloppenburg (11,7)
  • Celle (11,2)

In den Landkreisen Gifhorn, Holzminden, Uelzen, Leer und der Grafschaft Bentheim sowie in der Stadt Emden lag der Wert bei 0.

Corona in Niedersachsen: Sozialministerin spricht von „erfreulicher Entwicklung“

Obwohl die Inzidenz in Niedersachsen leicht angestiegen ist, bleibt sie weiter auf niedrigem Niveau. Auch Niedersachsens Sozialministerin Daniela Beherens spricht aktuell von einer erfreulichen Entwicklung, bleibt allerdings noch verhalten. „Die Pandemie zeigt gerade ein freundliches Gesicht. Aber davon sollten wir uns nicht täuschen lassen. Die Pandemie ist nicht vorbei“, sagte die Ministerin am Mittwoch (07.07.2021).

Sorge bereite ihr vor allem der Anteil der Neuinfektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus, die in Kürze die vorherrschende Variante sein werde. Behrens rechnet damit, das die von der Wissenschaft prognostizierte vierte Welle zum Herbst hin kommen werde. „Fraglich ist aber, um im Bild der Welle zu bleiben, wie hoch und wie stark sie ausfällt“, sagte Beherns.

Corona in Niedersachsen: Auf Ausbreitung der Delta-Variante vorbereiten

Es gebe laut Behrens keinen Grund zum Alarmismus, vor allem da die Impfstoffe auch gegen die Delta-Variante wirksam seien, doch es gelte jetzt sich gut vorzubereiten. „Und in Niedersachsen sind wir gut vorbereitet. Unser wichtigster Baustein ist selbstverständlich das Impfen. Unsere Impfkampagne schreitet sehr gut voran. Das ist gerade jetzt vor den anstehenden Sommerferien wichtig.“ Die Impfquote in Niedersachsen steige weiter, über 7.5 Millionen Impfungen seien bis Dienstag (06.07.2021) in Niedersachsen verabreicht worden, berichtete Behrens.

Und auch eine weitere gute Nachricht hat Behrens: Die Impfstoffe seien gut verfügbar und die Wartelisten in den Impfzentren weitgehend abgearbeitet: „Alle, die sich jetzt anmelden, werden sehr zeitnah ihre Impftermine erhalten.“ Insgesamt haben bereits fast 60 Prozent der Niedersächsinnen und Niedersachsen eine Impfung erhalten, knapp 38 Prozent sind schon vollständig geimpft.

Kampf gegen Corona: Auf welche Bausteine Niedersachsen setzt

Behrens nennt die drei wichtigsten Bausteine Niedersachsens im Kampf gegen die Corona-Pandemie:

  • Baustein 1: Impfen - das bleibt laut Behrens der wichtigste Baustein. Es gelte jetzt alle, die sich noch nicht um einen Impftermin bemüht haben, zu erreichen. Aktuell wird in Niedersachsen der Umstieg der stationären Impfzentren hin zu den mobilen Impfzentren vorbereitet. Die kommunalen Gesundheitsämter sollen so in die Lage versetzt werden mit Impfaktionen auf besondere Ereignisse reagieren zu können.
  • Baustein 2: Testen - Vor allem in den Bereichen, in denen Kinder und Jugendliche sind, betonte Behrens. Das Testkonzept an den niedersächsischen Schulen habe sich bewährt. Nach den Sommerferien plant das Kultusministerium den vollständigen Regelbetrieb. In den Kitas soll es vorerst bei den anlasslosen Reihentestungen mit zwei Tests pro Woche bleiben.
  • Baustein 3: Beherrschung der Infektionslage - vor allem durch die konsequente Nachverfolgung von Infektionsketten. „Hier haben wir in den vergangenen Monaten in den Gesundheitsämtern viel gelernt. Die neue Herausforderung für den Herbst ist, kluge Parameter festzulegen, die die Infektionslage und deren Gefährlichkeit zeitnah abbildet“, sagte Behrens.
  • Baustein 4 - Hygieneschutz- und Abstandsregelungen sowie die Maske. Laut Behrens werden die AHA-Regeln noch bis mindestens Ende des Jahres notwendig sein. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich am Mittwoch mit deutlichen Worten zu einem möglichen Ende der Corona-Maßnahmen geäußert.

Auch auf den Ernstfall sei Niedersachsen vorbereitet: Sollte die Infektionslage zu gefährlich werden, würden die dann notwendigen Maßnahmen parat stehen. Doch Behrens geht davon aus, dass mit steigender Impfquote, keine drastischen Maßnahmen im Herbst notwendig sein werden. „Wir sind gut aufgestellt, wir sind aufmerksam und sorgen vor. Testen, impfen, Abstand halten und Maske tragen sowie ein gutes Monitoring der Infektionslage werden uns in einen guten Herbst führen.“ (dir mit dpa)

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