Corona-Pandemie

Tägliches Testen, Masken, Lüften: Wie es in den Schulen in Niedersachsen weitergehen soll

Niedersachsen: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie werden in den Schulen verschiedene Maßnahmen durchgesetzt – darunter tägliche Tests.
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Niedersachsen: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie werden in den Schulen verschiedene Maßnahmen durchgesetzt – darunter tägliche Tests.

In Niedersachsen stehen die neuen Corona-Regeln für die Schulen fest. Ministerpräsident Weil (SPD) hofft indes auf weitere Covid-19-Impfungen.

Göttingen – Mit dem neuen Schuljahr herrschen in Niedersachsen künftig neue Corona-Regeln. So müssen sich Schüler unter anderem täglich auf das Coronavirus testen. Dies sehe man „mindestens am Anfang des Schuljahres“ vor, erklärte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Man wisse, dass sich das Virus in der jüngeren Generation stark verbreite und sei sich zugleich der noch vergleichsweise niedrigen Impfquote in dieser Altersgruppe bewusst.

Die negativen Testergebnisse, die von den Schülern beziehungsweise den Eltern durchgeführt werden sollen, müssen weiterhin von den Eltern per Unterschrift bestätigt werden und bleiben darüber hinaus kostenlos. Einige Schulen verlangen aber auch, dass das Ergebnis auf dem Testkit vorgezeigt wird. Doch auch häufiges Lüften und die Maskenpflicht sollen weiterhin Rollen in der Pandemie-Bekämpfung in den Schulen spielen.

Corona in Niedersachsen: Die aktuellen Fallzahlen der Region im Überblick

Gemeldete Fälle insgesamt (Stand: 07.08.2021)266.520
Todesfälle5819
7-Tage-Fallzahlen1428
7-Tage-Inzidenz17,9
Aktive Fälleca. 2500
Genesene258.200
Quelle: RKI

Die Fallzahlen des RKI können von denen der einzelnen Bundesländer abweichen. Ein Grund dafür sind die längeren Übertragungswege zwischen RKI und den zuständigen Gesundheitsämtern. Das Covid-19-Dashboard des RKI kann darüber hinaus im Laufe des Tages angepasst werden.

Schulen in Niedersachsen: Corona-Masken ab einer Inzidenz von über 35 auch wieder im Unterricht Pflicht

Nach Ansicht des Ministerpräsidenten gebe es bei der Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern noch Handlungsbedarf: „Wir haben entsprechende Programme zur Verfügung gestellt, nun ist es Sache der kommunalen Schulträger, darüber zu entscheiden, was vor Ort die richtige Maßnahme ist“, sagte Weil gegenüber der dpa. Im Juli hatte das Land Niedersachsen Fördermöglichkeiten in Höhe von 20 Millionen Euro geschaffen, diese Summe könne aber noch ausgebaut werden, hieß es aus dem Kultusministerium.

Zudem gilt in den Schulen weiterhin die Maskenpflicht – zumindest überall dort, wo sich Schülergruppen vermischen und ein angemessener Abstand nicht eingehalten werden kann, wie etwa auf Fluren, Gängen oder im Schulbus. Ab einer Inzidenz über 35 sollen die Masken auch wieder im Unterricht getragen werden, besagen die Pläne des Kultusministeriums. Auf den Schulhöfen war die Maskenpflicht allerdings aufgehoben worden.

Wie das niedersächsische Gesundheitsministerium mitteilt, lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei den 12- bis 17-Jährigen zuletzt deutlich höher als bei älteren Menschen. Diskussionen darüber, wie aussagekräftig der Corona-Inzidenzwert noch ist, werden jedoch immer lauter. Darüber hinaus gibt es bei der Covid-19-Impfquote den Angaben zufolge große Unterschiede: Während von den Jüngeren zwischen 12 und 17 Jahren bisher lediglich 28 Prozent ihre erste Impfung erhielten, ist die Altersgruppe über 60 Jahre zu mehr als 81 Prozent vollständig geimpft.

Video: Trotz Corona - Die Hälfte der Jugendlichen will zurück zum Präsenzunterricht

Niedersachsen: Keine Corona-Impfaktionen in Schulen geplant

Stephan Weil äußerte, er sei nach wie vor der Auffassung, dass es gut sei, wenn sich Kinder und Jugendliche in diesem Alter gegen das Coronavirus impfen ließen. Man habe in Niedersachsen schon früh die Möglichkeit für eine Kinder- und Jugendimpfung geschaffen, sagte der SPD-Politiker weiter. Letztendlich bleibe diese Entscheidung aber die der Eltern und Ärzte. Dennoch hoffe er, „dass sehr schnell auch ein Impfstoff zugelassen wird für die unter 12-Jährigen“.

Impfaktionen sind in den Schulen laut dem Gesundheitsministerium zunächst aber nicht geplant. Unabhängig vom Wohnort können sich Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren jedoch bereits seit Mitte Juli mit dem Einverständnis der Eltern sowie einer ärztlichen Beratung in 36 von 50 Impfzentren in Niedersachsen impfen lassen. Obwohl die Ständige Impfkommission (Stiko) bisher noch nicht zu Impfungen von Kindern rät, sprachen sich Ministerpräsident Weil und Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) mehrfach für Covid-Impfungen junger Leute aus.

Zu guter Letzt ist an den Schulen außerdem eine „sanfte Einstiegsphase“ geplant, in der Lehrkräfte gemeinsam mit Schülern über das Vergangene sprechen, Erfahrungen austauschen und gegebenenfalls Lerninhalte nachholen sollen. Auch die Möglichkeit von Distanz- und Wechselunterricht soll besprochen werden. Gehofft werde aber auf einen vollständigen Regelbetrieb, insofern es das Corona-Infektionsgeschehen zulässt. (Nail Akkoyun)

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