Folgen der Pandemie

Corona-Krise: Darum sind Frauen in der Pandemie die großen Verlierer

Vor allem Frauen sind laut Wissenschaftlern besonders von den Folgen der Corona-Krise betroffen. Ein Grund ist zum Beispiel die Verlagerung ins Homeoffice (Symbolbild).
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Vor allem Frauen sind laut Wissenschaftlern besonders von den Folgen der Corona-Krise betroffen. Ein Grund ist zum Beispiel die Verlagerung ins Homeoffice (Symbolbild).

Die Verlagerung ins Homeoffice wegen Corona führt bei vielen Frauen zu Nachteilen. Es gibt mehrere Gründe dafür. Eine Professorin aus Göttingen zeigt sie auf.

Göttingen – Die bekannte Forscherin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), die auch im Stiftungsrat der Uni Göttingen sitzt, hat die Veränderungen durch die Corona-Pandemie untersucht und stellte ihre Erfahrungen beim Fachtag „Digitalisierung der Arbeit: neue Chancen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?!“ vor.

Sie stellt fest, dass die Entwicklung zur „Verheimlichung“ von Frauen geführt habe. Viele Frauen hatten sich einen eigenen Freundes- und Kollegenkreis erkämpft. Jetzt seien sie oft weitgehend in den eigenen vier Wänden. Zwar habe die Verlagerung von Arbeit ins Homeoffice dazu beigetragen, dass Beruf und Familie besser vereinbar sei, allerdings spüre sie negative Effekte beim Einkommen der Frauen.

Frauen in der Corona-Krise: Beruf und Freizeit vermischen sich

Bei einer Diskussionsrunde waren auch mehrere Vertreterinnen aus der Praxis dabei. So verwies eine Mitarbeiterin des Landkreises Göttingen, die im Eichsfeld wohnt, dass sie durch das Homeoffice den Arbeitsweg von ein- bis anderthalb Stunden spart und dadurch mehr Zeit hat, sich um ihre drei Kinder zu kümmern.

Da zwei von ihnen noch intensiv betreut werden müssen, habe sie aber gleichzeitig die Organisation im Homeoffice umstellen müssen. Folge: Auch abends, wenn die Kinder schlafen, wird noch für den Job gearbeitet. Viele Betroffene bemerken in diesem Zusammenhang, dass sich Beruf und Freizeit immer mehr vermischen.

Corona-Krise: Besonders alleinerziehende Frauen stehen vor Herausforderungen

Ein besonderes Problem gibt es bei Alleinerziehenden. Denn bei ihnen konzentriert sich die Belastung auf eine Person. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Frauen den Wunsch äußern, dass sich ihre Partner stärker einbringen. „Die Männer sind auch in der Pflicht“, hieß es.

Prof. Jutta Allmendinger, Forscherin.

Mit Blick auf die Situation vieler Frauen wird gefordert, dass Beratung, Coaching und Weiterbildung deutlich mehr und individueller gefördert werden – insbesondere auch finanziell. (Bernd Schlegel)

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