Corona-Situation

Landrat Reuter: Herzberg ist eine Warnung

Pressekonferenz mit Schutzmaske: Von links Kreisrätin Marlies Dornieden, Landrat Bernhard Reuter und Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt berichteten am Dienstag über die Corona-Lage im Kreis.  Foto: Hubert Jelinek

Göttingen – Die Zahlen präsentiert diesmal der Landrat – im Ratssaal der Stadt: 555 positiv auf das Coronavirus getestete Menschen gibt es am Dienstagnachmittag im Landkreis. 395 von ihnen sind akut erkrankt, 35 liegen als Patienten in Krankenhäusern, elf auf der Intensivstation, also weniger als drei Prozent. Neun Covid-19-Erkrankte müssen beatmet werden.

"Nur" elf Patienten auf Intensivstation

„Eine stabile Situation der nicht, die Intensivstationen sind nicht annähernd ausgelastet“, bilanziert Landrat Bernhard Reuter. „Das wird uns so bald keine Sorgen machen.“ Reuters Sorgenfalten aber über der Schutzmaske deutlich, wenn es um „seinen“ Altkreis Osterode geht. „Es gibt große Unterschiede im Kreis.“ Besonders krass ist weiter die Situation mit Infizierten in Herzberg, Osterode, Bad Grund und Bad Lauterberg. 13 von 14 betroffenen Seniorenheimen sind dort angesiedelt, vier in Herzberg, dem Zentrum der Pandemie im Kreis. Dort sind 55 Bewohner und 26 Mitarbeiter betroffen. „14 Bewohner sind leider gestorben.“

Maßnahmen gegen Ausbreitung

„Was wir in Herzberg erleben ist Warnung genug. Das wollen wir nicht anderorts auch erleben.“ Deshalb gehe der Kreis besondere Wege. Mit einem Maßnahmenpaket soll die Ausbreitung des Virus dort verhindert werden: So wurden Mitarbeiter in Heimen ausgetauscht, unter Mithilfe von THW und anderen Einrichtungen, aber auch privaten Pflegehelfern sei das gelungen, sagte Gesundheitsamtsleiter Dr. Eckart Mayr. In Altenheimen wurde auch in Corona- und Nichtcorona-Zonen unterteilt. Und: Landkreis sowie Stadt testen besonders die Heime mit Fällen konsequent durch. Das gibt es landesweit so nicht.

Dass die Zahl der Infizierten auch mit der Situation in der Helios-Klinik Herzberg zusammenhängen könnte, sagte keiner in der Pressekonferenz. Dort seien wohl einige Mitarbeiter und Patienten infiziert, heißt es vieldeutig. Zur Erinnerung: Ein Patient wurde dort – ohne dass das Testergebnis feststand – in ein Herzberger Seniorenzentrum entlassen und dort separiert. Die Corona-Infektion führte auch mit zum Tod des zuvor schon schwerkranken Bewohners (wir berichteten).

Auflagen für Helios Krankenhaus

Obwohl das Gesundheitsamt, wie Eckart Mayr sagte, in engem Kontakt mit der Klinik steht, wurde auch der Landrat aktiv und kontaktierte am Donnerstag das Sozialministerium in Hannover. Ergebnis war am Samstag eine Einzelverfügung für Helios. Inhalt: Alle Mitarbeiter und Patienten müssten getestet werden, auch neu Aufgenommene. Zudem musste in einen Covid- und Non-Covid-Bereich getrennt werden. „Das hat die Uni-Klinik schon vor Wochen gemacht“, ergänzte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt. Auch die Rückverlegung in Seniorenheime wurden reglementiert. „Um weitere Infektionen dort auszuschließen“, sagte Reuter.

Appell von Reuter: vorsichtig bleiben

Der Landrat jedenfalls wird nicht müde, zu appellieren, unbedingt die Auflagen einzuhalten, konsequent zu bleiben. „Das gilt für alle Menschen im Landkreis, von denen das die meisten tun.“ Der Appell richtet sich aber vor allem gen Herzberg und Osterode.

136 Geheilte

Neben dem Verhalten jedes einzelnen soll der strikte Kurs – auch mit vielen Tests – helfen, die Coronavirus-Ausbreitung zu verlangsamen. Übrigens: 136 Menschen gelten als geheilt.

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