Warnstufen, 3G & Co.

Corona-Fallzahlen in Niedersachsen: Inzidenz steigt – Was gilt jetzt?

In Niedersachsen steigt die Corona-Inzidenz weiter an. Seit Mittwoch (25.08.2021) gelten mehrere neue Regeln. 

Göttingen – Seit einigen Tagen steigen in Niedersachsen die Infektionszahlen. Eine neue Corona-Verordnung soll dabei helfen, die Pandemie demnächst besser und schneller in den Griff zu bekommen - Verbote sollen demnach keine große Rolle mehr spielen. Am Mittwoch (25.08.2021) tritt das überarbeitete Regelwerk in Kraft.

Am Dienstag (24.08.2021) hat die Landesregierung um Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) die neue Corona-Verordnung für Niedersachsen vorgestellt. Diese stößt nun sowohl auf Lob als auch auf Kritik.

In Niedersachsen steigen aktuell die Fallzahlen. Eine neue Corona-Verordnung soll ab Mittwoch (25.08.2021) die Pandemielage besser regeln können. Diese stößt jedoch nicht nur auf Lob. (Symbolbild)

Corona in Niedersachsen: Neue Verordnung mit Warnstufen gilt ab Mittwoch (25.08.2021)

Am Freitag (27.08.2021) ist die 7-Tage-Inzidenz in Niedersachsen auf 50,9 leicht gestiegen - am Vortag lag sie laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) noch bei 45,4. Neben dem Corona-Inzidenzwert soll nun auch eine Hospitalisierungsquote pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen sowie die Belegung der Intensivbetten in Krankenhäusern bei Maßnahmen berücksichtigt werden.

Corona-Lage in Niedersachsen (Stand: 27.08.2021)
7-Tage-Inzidenz50,9
Covid-19-Fälle275.310 (+992)
Todesfälle5847 (+1)
Anteil der Covid-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten2,67 %
Zahl der Intensivpatienten46
Quelle: RKI; DIVI

Die Fallzahlen können von denen des Bundeslandes abweichen. Das Covid-19-Dashboard des RKI sowie das Intensivregister des DIVI können darüber hinaus im Laufe des Tages angepasst werden.

Falls diese Indikatoren bestimmte Werte überschreiten, gelten drei unterschiedliche Warnstufen in den Farben gelb, orange und rot. Die erste Warnstufe und die neu eingesetzte 3G-Regelung tritt bei einer Überschreitung der Inzidenz von 50 in Kraft. Nur noch geimpfte, genesene und getestete Personen haben dann Zutritt zu Einrichtungen und Veranstaltungen im Innenraum.

Erste Warnstufe mit 3G: Einige Regionen in Niedersachsen bereits über Corona-Inzidenz von 50

Da mittlerweile einige Landkreise und kreisfreien Städte die Inzidenz von 50 überschritten haben, würde dort nun bereits die erste Warnstufe mit 3G gelten - darunter die Region Hannover, Salzgitter, Holzminden sowie Wolfsburg (Stand: 25.08.2021). Diese tritt jedoch erst in Kraft, wenn sie durch eine Allgemeinverfügung der Kommune oder eine mindestens fünftägige Überschreitung in den letzten sieben Tagen festgestellt wird.

In Hessen gelten hingegen drei Eskalationsstufen: Stufe 1 ab einer Inzidenz von 35, Stufe 2 ab 50 und Stufe drei ab 100. Bei den letzten beiden Stufen gelten laut dem hessischen Eskalationskonzept schließlich zusätzlich zu 3G verschärfte Regeln, wie etwa Teilnehmerbegrenzungen bei Veranstaltungen oder Kontaktreduzierungen.

Niedersachsen: Dehoga begrüßt neue Corona-Verordnung der Landesregierung

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Niedersachsen (Dehoga) begrüßt die neue Corona-Verordnung der Landesregierung. „Das ist ein Weg, den wir mitgehen können“, sagte die niedersächsische Geschäftsführerin, Renate Mitulla, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Es sei nun deutlich, dass Geimpfte und Genesene ihre Rechte zurückbekämen. Das Wichtigste für die Branche sei aber, einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Die verpflichtenden und ab Oktober kostenpflichtigen Corona-Tests für ungeimpfte Personen könnten sich allerdings besonders auf Gastronomie-Besuche negativ auswirken. „Die Spontanität fällt dann weg, wenn man zum Beispiel essen gehen will“, so Mitulla. Wer im Hotel übernachten möchte, muss sich zweimal die Woche testen lassen. Kontrolliert werden soll dies durch die entsprechenden Betreiber und Veranstalter.

Zu verwirrend und ungenügend: Corona-Verordnung für Niedersachsen stößt auf Kritik

Kritik kommt hingegen von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die neue Verordnung gehe zwar in die richtige Richtung, könne aber noch verbessert werden. „Vor allem aus Sicht der Tourismusbranche ist es sehr zu begrüßen, dass die Landesregierung mit der neuen Corona-Verordnung von ihrem bisherigen Stufenplan abrückt und eine Grundlage schafft, um einen weiteren Lockdown zu verhindern“, berichtet die IHK-Referentin für Tourismus, Kerstin Kontny.

Die Branche habe schon lange eine Abkehr von der Inzidenz als alleinigem Maßstab zur Bewertung des Infektionsgeschehens gefordert, die nun mit dem neuen Regelwerk eingetroffen ist. Aus Sicht der IHK sollte die 3G-Regelung jedoch noch stärker berücksichtigt werden und nicht von einer Inzidenz von über 50 abhängig sein. Diese sei mittlerweile überholt. Zudem hält die Opposition im Landtag, FDP und Grüne, laut ndr.de die neuen Regeln für zu unverständlich und zu wenig weitsichtig. (Alina Schröder)

Auch in Kassel steigen die Corona-Fallzahlen, weshalb dort jetzt Regeln verschärft wurden.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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