Virus zurück in Hochhauskomplex

Maskengebot in Innenstadt und Sperrstunde: Göttingen verschärft Corona-Regeln drastisch

Erneuter Corona-Ausbruch an der Groner Landstraße: Beim ersten Ausbruchsgeschehen im Sommer riegelte die Polizei das Gebäude ab.
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Erneuter Corona-Ausbruch an der Groner Landstraße: Beim ersten Ausbruchsgeschehen im Sommer riegelte die Polizei das Gebäude ab.

Wieder Corona-Fälle im Hochhaus an der Groner Landstraße in Göttingen. Im Sommer 2020 wurde das Gebäude bereits komplett abgeriegelt. 

  • Das Corona-Infektionsgeschehen in Göttingen hat erneut zugenommen. Deshalb tritt jetzt eine Maskengebot in der Göttinger Innenstadt in Kraft.
  • Corona in Göttingen: Wieder neue Fälle in dem Hochhaus-Komplex an der Groner Landstraße.
  • Im Juni 2020 wurde der ganze Komplex von der Polizei abgeriegelt.
  • Es soll eine eigene Corona-Test-Station im Hof des Hauses aufgebaut werden.

Update vom Montag, 27.10.2020, 18.15 Uhr: Zu den Beschränkungen gehören eine Maskengebot in der Göttinger Innenstadt sowie eine Sperrstunde für die Gastronomie in der Region.

Der sogenannte Inzidenzwert (Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche) stieg über das Wochenende auf 39,6 an. Am Freitag lag der Wert noch bei 32,65.

Die Maskengebot wird nach Angaben der Stadtverwaltung in Göttingen auf den Wallanlagen, innerhalb des Walls (Innenstadt) sowie auf dem Albaniplatz gelten. Außerdem wird es von 23 bis 6 Uhr eine Sperrstunde in der Gastronomie in Stadt und Landkreis Göttingen geben. Außerdem wird in der Fußgängerzone in Bad Lauterberg eine Maskengebot eingeführt.

Ab einem Inzidenzwert von 50 wird eine Maskenpflcht eingeführt - in Göttingen auf den Wallanlagen, innerhalb des Walls (Innenstadt) sowie auf dem Albaniplatz - und in der Fußgängerzone von der Bad Lauterberg. Das wurde am Dienstag noch einmal klargestellt.

Corona in Göttingen: Maskengebot in der City

Das Land gibt zudem vor, dass maximal 15 Personen privat zusammenkommen beziehungsweise feiern dürfen. Das gilt für Privaträume sowie unter freiem Himmel. In Gaststätten und anderen öffentlich zugänglichen Örtlichkeiten dürfen bis zu 25 Personen bei privaten Feiern zusammenkommen. Bei Veranstaltungen mit sitzendem Publikum sind noch maximal 250 Personen zulässig.

Corona in Göttingen: Mobiles Testzentrum an der Groner Landstraße

Der Problem-Wohnblock Göttinger Landstraße 9 – gegenüber des neuen Sparkassen-Forum und dem Hotel Freigeist – war Mitte Juni in die bundesweiten Medien geraten: Dort hatten sich seinerzeit 120 Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert. Damals hatte die Stadt Göttingen mit einer Quarantänefür die Menschen in dem Wohnblock und Massentests reagiert – mit Erfolg. Eine weitere Corona-Ausbreitung konnte verhindert werden. Jetzt sind wieder zwei Menschen in dem Block positiv getestet worden. Eine Quarantäne wurde nicht verfügt. Am Montag aber errichtete die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) dort im Innenhof ein mobiles Testzentrum.

Dort werden vor allem und zunächst die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen getestet: Sie dürfen nur mit einem negativen Testergebnis wieder zur Schule gehen. Covid-19-Tests werden auch fürBewohner angeboten, die älter als 60 Jahre sind.

Corona in Göttingen: Bewohner wurden informiert

Die Bewohner – in dem Block wohnen mehr als 700 Menschen – seien über die Maßname informiert worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Um Probleme bei der Verständigung zu vermeiden, werden alle notwendigen Informationen von Dolmetschern übersetzt oder über Texte in deutscher und rumänischer Sprache vermittelt.

Sozialdezernentin und Krisenstabsleiterin Petra Broistedt betonte auch, die Wichtigkeit, dass „Infizierte und deren enge Kontaktpersonen die Quarantäne einhalten“.

Erstmeldung vom Sonntag, 25.10.2020: Wie der Krisenstab der Stadt um Leiterin Petra Broistedt am Sonntag mitteilte, wurden die beiden Personen unabhängig voneinander positiv auf das Corona-Virus getestet.

Beide Infizierte sowie Kontaktpersonen ersten Grades befinden sich nach Angaben der Stadt Göttingen in Quarantäne. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich dabei um insgesamt neun Personen handeln. Die Einhaltung der Corona-Quarantäne und der gesundheitliche Zustand der Infizierten würden regelmäßig überwacht, so die Behörde.

Corona in Göttingen: Bisher noch kein Anlass zur Gesamt-Quarantäne

Für eine Quarantäneanordnung über den gesamten Gebäudekomplex bestehe kein Anlass. Schülerinnen und Schüler müssten allerdings einen negativen Corona-Test vorlegen, ehe sie die ab Montag wieder startenden Schulen besuchen dürfen. Dabei handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, betont der Göttinger Krisenstab.

Für sie sowie für Menschen über 60 Jahre soll am Montag, 26. Oktober, eine kleine Corona-Test-Station im Innenhof des Komplexes aufgebaut. Darüber seien die Bewohner noch am Sonntag „auf mehreren Kanälen in Deutsch und Rumänisch“ hingewiesen worden, hieß in der Mitteilung der Stadt.

Unterstützung durch die Stadt: Personen in Corona-Quarantäne erhalten Hilfe

„Wichtig ist, dass Infizierte und deren enge Kontaktpersonen die Quarantäne einhalten“, betont Petra Broistedt, Leiterin des Stabs für besondere Ereignisse der Stadt Göttingen. Den Bewohnern werde geholfen, indem sie von der Stadt kostenlos mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs versorgt würden, so Broistedt.

„Den infizierten Personen und ihren Familien wurde angeboten, die Quarantäne in größeren, von der Stadt bereitgestellten Quarantänewohnungen mit Vollverpflegung abzuleisten. Dies wurde von beiden bislang abgelehnt.“

Hygienekonzept: Nach Corona-Ausbruch im Juni angepasst

Nach dem im Juni 2020 in dem Komplex ein Corona-Ausbruchsgeschehen festgestellt worden war, hatte die Stadt Göttingen nach eigenen Angaben eine Ausbreitung des Corona-Virus in die Stadtgesellschaft verhindert. Mit einem Maßnahmenbündel sollte zudem die Lebenssituation in dem auch als „Bunker“ bezeichnet Wohnhaus-Komplex verbessert werden.

So wurde auch ein Hygienekonzept von der Hausverwaltung eingefordert. Dieses sieht unter anderem die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz in den Fluren und Treppenhäusern sowie Aufzügen zu tragen. Außerdem müssen gemeinschaftlich genutzte Fläche wie Flure und Aufzüge regelmäßig gereinigt und gelüftet werden. (Andreas Arens)

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