Coronavirus

Corona: Göttinger Testzentrum mit Problemen

Corona-Zentrum in Göttingen: In diesem beiden Containern wird an der Universitätsmedizin Göttingen getestet.
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Corona-Zentrum in Göttingen: In diesem beiden Containern wird an der Universitätsmedizin Göttingen getestet.

Im Landkreis Göttingen werden noch im März weitere Coronavirus-Testzentren installiert. Das sagte Kreisrat Marcel Riethig. Unterdessen gibt es Probleme mit dem bestehenden Testzentrum in Göttingen.

Göttingen - „Zunächst wird ein Zentrum für die Tests im östlichen Kreisteil, vermutlich im Bereich Herzberg, eingerichtet“, so Riethig.

Bislang gibt es ein Corona-Testzentrum für Landkreis und Stadt Göttingen auf dem Gelände der Universitätsmedizin Göttingen, wo es am Wochenende laut Beobachtern aber zu längeren Warteschlangen kam, die eigentlich verhindert werden sollen.

Coronavirus in Göttingen: „Weitere Testzentren sind dringend erforderlich“

Der Kreisrat, zuständig auch für den Bereich Gesundheit, stellt deshalb klar: „Weitere Testzentren sind dringend erforderlich“, machte Riethig deutlich. „Wir erwarten als Landkreis die volle Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung.“

Denn die KVN, und nicht der Landkreis ist für den Aufbau und den Betrieb der Testzentren zuständig. Sie hat auch das bestehende am Uni-Klinikum unter ihrer Obhut und organisiert dort sowohl die Bestückung mit Personal als auch die Abläufe – in Absprache mit der Notfallmedizin.

Mit dem Besuch des bestehenden Corona-Testzentrums an der Universitätsmedizin gab es am Wochenende Probleme. Die Bereitschaftsdienstnummer 116117 funktionierte offenbar nicht so wie gedacht. Deshalb konnte ein minderjähriger Flüchtling nicht getestet werden. Ein gut informierter Mitarbeiter der Jugendhilfe in Südniedersachsen bestätigte den Fall. Betroffen ist ein unbegleiteter minderjähriger Jugendlicher aus Afghanistan. Er kam aus dem Risikogebiet Nordfrankreich ins Grenzdurchgangslager Friedland und hatte Symptome, die für Corona-Infektion sprechen könnten. Nach dem normalen Verfahren ist jetzt der Landkreis Göttingen nach dem Regionalprinzip für ihn zuständig. Über die Rufnummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung sollte versucht werden, eine Überweisung zum Corona-Testzentrum in Göttingen zu bekommen.

Das Problem war nur, dass die betroffene Mitarbeiterin trotz mehrfacher Versuche nicht bei der Nummer durchkam. Sie flog immer wieder aus der Leitung. „Dadurch waren alle weiteren Wege versperrt. Das ist eine schlechte Situation“, sagt ein gut informierter Mitarbeiter aus der Jugendliche in Südniedersachsen.

„Die Menschen sind ja bereit, sich testen zu lassen.“ Der junge Afghane ist zunächst in der Landesaufnahmebehörde geblieben, weil dort ein Raum für eine isolierte Unterbringung zur Verfügung stand.

Ohnehin ist die Situation am Corona-Testzentrum nicht so einfach: Am Wochenende wurde von Schlangen von bis zu 50 Personen berichtet. 

Das sagt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) räumt Probleme beim Göttinger Corona-Testzentrum ein. Es bildeten sich Schlangen, weil die „Zahl der Patienten, die berechtigt getestet werden sollen sich täglich verdoppelt und die Testkapazitäten begrenzt sind“. Darüber hinaus suchen laut KVN Patienten ohne Zuweisung über einen Hausarzt die Testzentren auf. Die Situation soll durch die Erhöhung der Personalkapazitäten verbessert werden. „Dies ist aber nur möglich, wenn genügend Schutzkleidung für das Personal zur Verfügung steht – was zurzeit nicht der Fall ist“, heißt es von der KVN.

Die Kassenärztliche Vereinigung räumt auch ein, dass die Bereitschaftsdienst-Rufnummer 116 117 am Wochenende bundesweit überlastet war. Die Nummer vermittelt lediglich Ärzte im Bereitschaftsdienst, die in begründeten Fällen Abstriche machen. In den Hauptanrufzeiten sind in Niedersachsen aktuell bis zu 120 Annahmeplätze geschaltet.

VON THOMAS KOPIETZ UND BERND SCHLEGEL

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