Studie über Verbreitung

Coronavirus: vier Verdachtsfälle in Göttinger Uni-Klinik

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Coronavirus in Göttingen: Vier neue Verdachstfälle. Maximal-Versorger für den Großraum Südniedersachsen, Westthüringen und Nordhessen: die Universitätsmedizin Göttingen (UMG), dort werden auch Corona-Virus-Verdachtsfälle untersucht. 

Das Coronavirus beschäftigt erneut Göttingen. Vier neue Verdachtsfälle auf Infektion mit Coronavirus sind in der Göttinger Uni-Klinik.

  • Coronavirus in Göttingen in Niedersachsen
  • Vier neue Verdachtsfälle auf Infektion mit Coronavirus in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
  • Bereits am Dienstag hatte es einen Verdachtsfall auf das Virus aus Wuhan gegeben 
  • die Lage zum Coronavirus in Göttingen und Niedersachsen verändert sich rasant

Göttingen – Erneut Verdachtsfälle auf Infektion mit Coronavirus in der Uni-Klinik, der sogenannten Universitätsmedizin in Göttingen.  „Wir haben vier Verdachtsfälle, die Patienten werden versorgt“, sagte Sprecher Stefan Weller auf Anfrage unserer Redaktion. 

Coronavirus in Göttingen: Verdachtsfälle hatten Kontakt mit Menschen aus China

Bei den Verdachtsfällen handele es sich um Patienten, die Kontakt mit Menschen aus China gehabt hätten. 

Am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende gab es Stand Donnerstagnachmittag keinen Verdachtsfall auf Coronavirus, wie Sprecher Stefan Rampfel sagte.

Göttingen: Erneut Verdachtsfälle auf Coronavirus - Untersuchung in Hannover

Die Mikrobiologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat die Proben diesmal nach Hannover und nicht wie zuvor nach Berlin zur Untersuchung geschickt. Mit einem Ergebnis, ob es sich tatsächlich um die Coronaviren handelt, sei entweder am Donnerstagabend oder Freitag zu rechnen, sagte Stefan Weller.

Die Proben, die entscheiden, ob sich wirklich um Coronavirus handelt, müssten generell nicht mehr nur nach Berlin an die Charité geschickt werden, hatte Gesundheitsministerin von Niedersachsen Carola Reimann am Mittwoch (29.01.2020) betont. 

Sie können zur Identifizierung des Coronavirus auch in Hannover geprüft werden. Generell sei die frühe Diagnostik ein entscheidender Schlüssel zur Erforschung des neu aufgetretenen Erregers“, sagte Reimann, die herausstellte: „Wir sind in Deutschland gut vorbereitet.“

Coronavirus in Göttingen und Niedersachsen: Verbreitung des Coronavirus 

Entscheidend für den weiteren Verlauf ist die Basisreproduktionszahl R0. Das ist die Zahl der Menschen, die ein mit Coronavirus Infizierter im Durchschnitt ansteckt. 

Nun gibt es erste Schätzungen für diesen Wert für das Coronavirus. Den R0-Wert für die Übertragung hat ein Team um Neil Ferguson vom „WHO Collaborating Centre for Infectious Disease Modelling am Imperial College London“ am 25. Januar auf 2,6 geschätzt. Ein Corona-Infizierter steckt also mindestens zwei weitere Menschen an.

Coronavirus in Göttingen - Super-Verteiler

Aber: Die WHO-Wissenschaftler sagen auch: Bei der Festlegung auf den Wert von 2,6 besteht ein Unsicherheitsbereich von 1,5 bis 3,5. Und: Ferguson vermutet auch, dass es für den „2018-nCoV“ genannten Corona-Erreger „Superspreader“ gibt, also Menschen die eine Vielzahl von weiteren Personen mit der Erkrankung aus Asien anstecken. Demgegenüber stünden auch Menschen, die das Virus aus Wuhan nicht übertragen.

Auch die Erfahrungen mit Ansteckungen bei den SARS- und MERS-Infektionen und Atemwegserkrankungen ließen erwarten, dass die Zahl, die ein einzelner Patient mit Coronavirus-Infektion ansteckt, sehr variabel sein könnte, heißt es in einem Bericht des Deutschen Ärzteblattes. Um die Infektion mit dem Coronavirus einzudämmen, müssten laut Neil Ferguson über 60 Prozent der möglichen Übertragungen verhindert werden.

Verhalten im Umgang mit dem Coronavirus

Entscheidend für das Eindämmen der Epidemie ist aber auch, inwieweit es gelingt, die Coronavirus-Infizierten rechtzeitig zu identifizieren und zu isolieren. Aber auch das Verhalten der Bevölkerung spielte eine wichtige Rolle. Wenn Menschen den Kontakt zu Erkrankten meiden oder sich häufiger die Hände waschen, kann dies die Ausbreitung der Epidemie abschwächen.

MERS und SARS

Das wiederum hat auch eine Auswirkung auf besagten R0-Wert. Liegt der unter eins, dann klingt die Epidemie ab. Bei SARS war dies übrigens nach einigen Monaten der Fall. Diese Infektion wurde von der WHO als Pandemie eingestuft, sie grassierte 2002/2003. MERS wurde 2012 erstmals identifiziert und löste ebenfalls in Wellen von 2013 bis 2016 Erkrankungen der Atemwege inklusive Lungenentzündungen aus. Laut WHO erkrankten zum Beispiel im Januar 2020 etwa 2500 MERS-Erkrankungen bekannt, davon führten 858 zum Tode.

Inkubationszeit des Coronavirus 

Neu ist auch folgende Erkenntnis: Die Inkubationszeit der Coronavirus ist offenbar kürzer als bisher angenommen. 

Mediziner berichten im New England Journal of Medicine über einen Patienten des Coronavirus, der innerhalb von nur drei Tagen nach dem Kontakt mit seinem Vater erkrankt sei. Zudem häufen sich laut Ärzteblatt die Hinweise, dass „auch symptomfreie Patienten in der Inkubationszeit bereits ansteckend sein können“.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) will deshalb jetzt seine Empfehlungen anpassen, hieß es am Mittwochabend. 

Von Thomas Kopietz

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