Amtlich bestätigt

Gerücht bestätigt: Erster Coronavirus-Infizierter im Landkreis Göttingen

Ein Mann im Landkreis Göttingen wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
+
Ein Mann im Landkreis Göttingen wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

Auch im Landkreis Göttingen ist nun der erste Corona-Fall amtlich: Ein Mann aus Osterode hat sich infiziert und ist nun in häuslicher Quarantäne.

  • Im Landkreis Göttingen gibt es den ersten Coronavirus-Fall
  • Am Mittwoch (11.03.2020) wurde der Fall offiziell vom Landkreis bestätigt
  • Der Mann aus Niedersachsen hat sich wohl im Urlaub infiziert

Göttingen – Was am Morgen bereits als Gerücht kursierte und auch zu – erst einmal nicht beantworteten – Anfragen unserer Zeitung führte, bestätigte sich am Mittwochmittag per Pressemitteilung: Im Landkreis Göttingen (Niedersachsen) gibt es nun ebenfalls einen bestätigten Coronavirus-Verdachtsfall, also einen Infizierten. Bei der mit dem Coronavirus infizierten Person handelt sich um einen Mann mittleren Alters, der im Landkreis (Altkreis Osterode) gemeldet ist.

Coronavirus-Fall im Landkreis Göttingen: Mann aus Osterode (Niedersachsen) infiziert

Der Mann aus dem Landkreis Göttingen (Niedersachsen) war am vergangenen Wochenende von einer Urlaubsreise zurückgekehrt. Dort hatte er Kontakt zu einer an Covid-19 erkrankten Person, wie sich rückwirkend herausstellte, und sich deshalb am Dienstag, 10. März 2020, bei der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gemeldet. Dort wurde ein Test auf Covid-19 gemacht, der ein positives Ergebnis brachte.

„Der Mann ist in einem guten gesundheitlichen Zustand und wurde von der UMG direkt in die häusliche Quarantäne entlassen“, heißt es. Inzwischen wurde der Mann aus Osterode vom Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen kontaktiert. Etwaige Kontaktpersonen wurden ermittelt und bei Vorliegen entsprechender Parameter zur häuslichen Quarantäne angehalten.

Erster Fall im Landkreis Göttingen: Mann aus Osterode (Niedersachsen) mit Coronavirus infiziert - Köhler mahnt

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler: „Das ist für uns ein Grund für erhöhte Aufmerksamkeit. Wir bewerten die Lage täglich aktuell und leiten daraus etwaige notwendige Maßnahmen ab. Es gilt, besonnen, konsequent und zielorientiert zu handeln.“

Die sofort eingeleiteten Maßnahmen des Gesundheitsamts trügen dazu bei, dass sich das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus vermindere. Die Stadt und der Landkreis Göttingen (Niedersachsen) seien außerdem im engen Austausch mit allen maßgeblichen Akteuren und Institutionen wie der Universitätsmedizin, sagte Köhler.

Die Stadt Göttingen hat sich auch intern vorbereitet, einen Stab für „außerordentliche Ereignisse“ unter Leitung der Sozial- und Gesundheitsdezernentin Petra Broistedt gegründet. Dabei sind Experten aus den Bereichen Gesundheitsamt, Feuerwehr und Ordnung sowie des Landkreises, der UMG und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

Erster Coronavirus-Fall im Landkreis Göttingen (Niedersachsen): Experten-Stab

Zusätzliche Fachleute werden bei Bedarf zurate gezogen. „Dass das Virus auch unsere Region erreicht, war letztlich eine Frage der Zeit“, sagte Petra Broistedt. „In der Region sind wir dank der guten medizinischen Infrastruktur in der glücklichen Lage, der Situation kompetent zu begegnen.“

Parallel hat zur Stadt Göttingen (Niedersachsen) hat auch der Landkreis einen Stab unter Leitung von Kreisrätin Marlies Dornieden eingerichtet, der vorbereitende Maßnahmen für das Kreisgebiet koordiniert und je nach Lageentwicklung umgehend die Arbeit des Stabes der Stadt Göttingen ergänzt.

Coronavirus in Niedersachsen: Studentin der Uni Göttingen betroffen

Einen Coronavirus-Fall gibt es auch im Umfeld der Universität Göttingen, wie Sprecher Romas Bielke auf unsere Anfrage bestätigte. Die Studierende soll sich aber nicht in Göttingen (Niedersachsen) befinden und seit einigen Tagen auch keinen Kontakt in der Uni-Stadt gehabt haben. Der Fall sprach sich am Mittwochmorgen im Bereich des Nordcampus herum. Weitere Informationen liefern wir nach, wenn sie vorliegen.

Coronavirus-Fall im Landkreis Göttingen (Niedersachsen): Bürgertelefon und Liveblog

Für Fragen der Bevölkerung rund um das Thema Coronavirus haben Stadt Göttingen und Landkreis Göttingen (Niedersachsen) ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter 0551/7075100 ist das Bürgertelefon täglich, auch am Wochenende, von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr erreichbar. Medizinische Beratung findet dort nicht statt.

Bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion sollen Betroffene sich zuerst telefonisch an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden, bevor eine Praxis aufgesucht wird. Außerhalb der ärztlichen Sprechstundenzeiten ist der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung bundesweit telefonisch unter 116117 erreichbar und gibt Auskunft über den nächstgelegenen Bereitschaftsdienst und das weitere Vorgehen.

Der Notruf 112 soll nur bei medizinischen Notfällen (wie bei unfallbedingten Verletzungen oder hohem Fieber) genutzt werden, um die Erreichbarkeit des Notrufs im Ernstfall zu gewährleisten.

Von Thomas Kopietz

Coronavirus in Niedersachsen: Erster bestätigter Fall im Landkreis Göttingen - Mann aus Osterode im Urlaub infiziert

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten (Sars-CoV-2) in Niedersachsen steigt täglich. Nun wurde in Hannover auch der erste deutusche Fußball-Profi aus der 2. Bundesliga positiv auf das Coronavirus getestet.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat auch das Land Niedersachsen alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.