Allgemeinmediziner entlasten

Coronavirus: Niedersachsen richtet regionale Behandlungszentren ein

Coronavirus: Niedersachsen richtet regionale Behandlungszentren ein
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Eine Krankenschwester auf der Infektionsstation der Uniklinik Essen betrachtet in Schutzkleidung und mit einer Atemmaske zwei Abstrichröhrchen.

Behandlungszentren sollen die Ausbreitung des Coronavirus in Niedersachsen verlangsamen. Das beschloss die Landesregierung.

  • Niedersachsen will die Ausbreitung des Coronavirus mit regionalen Behandlungszentren verhindern
  • Durch die Zentren sollen Allgemeinmediziner entlastet werden
  • Auch Schutzmaterial könnte so effizient genutzt werden

Niedersachsen will die Ausbreitung des Coronavirus unbedingt verhindern. Wichtigster Punkt in einem Maßnahmenkatalog, den eine Koordinierungsgruppe der Landesregierung am Montag (02.03.2020) beschlossen hat, ist neben der Isolation von potenziell Erkrankten auch die Einrichtung von regionalen Corona-Zentren, wie Sozialministerin Carola Reimann (SPD) bekannt gab. 

In diesen können Proben von Patienten genommen werden. „So entlasten wir wie Allgemeinmediziner in Niedersachsen“, sagt Reimann. Die Zentren würden in Kooperation mit den Gesundheitsämtern eingerichtet.

Coronavirus in Niedersachsen: Schutzkleidung-Engpass

Gleichzeitig würde so die Schutzkleidung für das medizinische Personal in diesen Zentren möglichst effizient genutzt und dürfte so auch weitaus länger ausreichen. Denn: Wenn, wie bisher geplant, jedes Krankenhaus die Verdachtspatienten aufnimmt, muss auch jede Klinik über ausreichend Schutzmaterial verfügen.

Das aber ist auf dem überhitzten Markt schon knapp und sehr teuer geworden, bedingt durch die Verlagerung der Produktion nach China, dortige Produktionsausfälle und den hohen Bedarf vor Ort ist die Lage angespannt. 

Aktuell verfügten die Kliniken und Rettungsdienste noch über genügend Material, sagt Carola Reimann und ruft dennoch zum ressourcenschonenden Verbrauch auf, denn gerade der Schutz des medizinischen Personals habe große Priorität. So würden schließlich auch für Operationen in den nächsten Monaten dringend Mediziner benötigt. Atemmasken hätten zum Beispiel für die Menschen auf den Straßen „keinen sinnvollen Nutzen und schützen auch nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus“, sagte Reimann.

Coronavirus: CDU in Niedersachsen ist gegen Behandlungszentren

Die CDU in Niedersachsen hat derweil die Schaffung von Isolationszentren abgelehnt, wie sie die Grünen im Landtag gefordert hatten. Das Gesundheitssystem sei grundsätzlich auch „für Fälle wie die Ausbreitung des Coronavirus gut aufgestellt“, sagte der Abgeordnete Volker Meyer.

Die Grünen forderten die Einrichtung regionaler Zentren, um die Gefährdung anderer Patienten und des medizinischen Personals zu minimieren. Würden viele einzelne Kliniken versorgen, könnte das Gesundheitssystem in Niedersachsen destabilisiert werden. CDU-Mann Meyer hingegen sprach auch von nicht hilfreicher Panikmache und präferiert die Versorgung zu Hause. Auch die Krankenhäuser seien alle in der Lage, infizierte Patienten zu isolieren.

Coronavirus in Niedersachsen: Zentren auch für Region Göttingen

Die Initiative für die Einrichtung von Corona-Zentren wird von der UMG auch für die Region Göttingen „ausdrücklich begrüßt“, sagt der Vorstand Krankenversorgung der UMG, Dr. Martin Siess. Idealerweise sollten sich Patienten mit leichten Symptomen erst telefonisch in einem regionalen Corona-Zentrum zur Abklärung melden oder zur Diagnostik vorstellen. 

„Sollten Risiko-Patienten einen schwereren Krankheitsverlauf zeigen, dann steht die UMG für die stationäre und eventuell für intensivmedizinische Versorgung bereit“, erläutert Martin Siess. (mit dpa)

VON THOMAS KOPIETZ

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