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Coronavirus: Niedersachsens Schulen und Kitas sind am Montag dicht

Wegen Coronavirus: Schulen und Kitas bleiben ab Montag geschlossen.
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Wegen Coronavirus: Schulen und Kitas bleiben ab Montag geschlossen.

Coronavirus in Niedersachsen: Schulen und Kitas bleiben wohl für mindestens fünf Wochen geschlossen. Eine Notfall-Betreuung soll gewährleistet sein.

  • Landesregierung will am Freitag über Schließung der Schulen in Niedersachsen entscheiden
  • Die landesweite Schließung  aufgrund der Coronavirus-Gefahr gilt als sehr wahrscheinlich
  • Im Radio kursierten Falschmeldungen zu den Schulschließungen

„Schulen schließen ab Montag in Niedersachsen“ – diese Meldung grassiert am Donnerstag weit schneller als das Coronavirus im Land, vermeldet zunächst vom Radiosender „Antenne Niedersachsen“ und weitergegeben von Online-Diensten. Dann hieß es: Schulen sind ab dem 20. März dicht. Spekulation, den bis 17 Uhr gibt es keine offizielle Stellungnahme des Kultusministeriums, dessen Internetseite zwischenzeitlich längst kollabiert ist: „Dieser Dienst ist im Moment nicht verfügbar – wir bitten dies zu entschuldigen“, hieß es dort – untermalt vom Niedersachsenross.

Coronavirus in Niedersachsen: Entscheidung Freitag

Kurz darauf schickt das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Geleichstellung Niedersachsen von Carola Reimann (SPD) den Hinweis: „Die Landesregierung wird morgen mitteilen, welches die nächsten Schritte in der Bekämpfung des Coronavirus Niedersachsen sein werden. Vorbereitende Arbeiten dazu finden gerade statt. Heute sind Entscheidungen entgegen anderslautender Meldungen nicht zu erwarten.“

Coronavirus in Niedersachsen: Experten für Schulschließungen

Vieles jedenfalls spricht dafür, dass am Freitag die landesweite Schließung von Schulen und Bildungseinrichtungen aufgrund des Coronavirus verkündet wird. Denn allein die sich verdichtende Gerüchtelage und bereits seit Tagen öffentlich abgesetzte Meinungen von Experten sowie das Vorgehen in anderen Ländern und Staaten – siehe Italien – ließ die Wahrscheinlichkeit für den Entschluss steigen.

Coronavirus in Niedersachsen: Droste: "Je früher, desto besser"

Beispiel: Der im Moment im Fernsehen megapräsente Virologe Berliner Charité, Christian Drosten, vertritt die Meinung, dass Schulschließungen in Kombination mit Veranstaltungsstopps die Ausbreitung des Corornavirus stoppen könnte. „Es nützt demnach sehr viel – vor allem dann, wenn man das mehr als vier Wochen durchhält“, sagt Drosten und betont: „Je früher, desto besser.“ 

Coronavirus in Niedersachsen: Schleswig-Holstein dafür

In Schleswig-Holstein spricht sich Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) ausdrücklich für „weitergehende Einschränkungen des öffentlichen Lebens“ zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie aus. Er ist „absoluter Verfechter von drastischen Maßnahmen zur rechten Zeit“, sagt Garg und wird vom NDR zitiert. Er hält deshalb auch „mögliche Schulschließungen im nördlichsten Bundesland für ein probates Mittel“. Bei der Entscheidung über eine solche Maßnahme dürfe keine Rolle spielen, ob eine ausreichende Betreuung gewährleistet sei.

Coronavirus in Niedersachsen: Göttinger Kreisrat erwartet Schließungen

Durchaus für eine Schulschließung spricht sich Göttingens Kreisrat Marcel Riethig am Donnerstag aus: „Ich rechne damit, dass auch Schulen und Kindergärten noch geschlossen werden.“ Es gelte schließlich „die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern“, deshalb müssten erfolgversprechende Mittel eingesetzt werden, sagte Riethig unserer Zeitung.

Coronavirus in Niedersachsen: Schüler spekulieren

Auch in den Sozialen Netzwerken ist am Donnerstagnachmittag der Verkehr enorm: Schülerinnen und Schüler schreiben zum möglichen Schulausfall, spekulieren, diskutieren und viele kommen zu dem Ergebnis: „hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Schulen ab Montag dicht sind“.

Dann wird an einem wilden Donnerstag noch bekannt, dass die Bremer Volkshochschule vorübergehend den Kursbetrieb und die Beratungen einstellt – bis zum 26. März.

Krankenhaus-Besucherstopp in Hannover

Und: Die Krankenhäuser in der Region Hannover lassen wegen der Coronavirus-Krise bis auf Weiteres keine Besucher mehr in ihre Kliniken. Grund: die steigende Anzahl an Covid-19-Erkrankungen in der Region Hannover, 25 von landesweit 129 insgesamt bis zum Abend gemeldeten.

VON THOMAS KOPIETZ

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