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Umzug des EKW-Standortes Lenglern nach Göttingen: Neuanfang unter einem Dach

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Von: Melanie Zimmermann

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Abschied vom bisherigen Standort: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschieden sich von „ihrem“ Krankenhaus am Standort in Lenglern.
Abschied vom bisherigen Standort: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschieden sich von „ihrem“ Krankenhaus am Standort in Lenglern. © Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende/nh

Das Team des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende am Standort Lenglern ist Geschichte. Nun fand der Umzug nach Göttingen statt.

Göttingen/Lenglern – Vergangenen Samstag war es soweit: Am 17. September verabschiedeten sich die Mitarbeitenden des Evangelischen Krankenhaus Weende (EKW) am Standort Lenglern von den Räumlichkeiten. Für sie geht es künftig als Verstärkung des Teams in Weende weiter. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) bleibt in Lenglern aber erhalten.

Am Samstag sind die letzten Patienten in das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende gebracht worden. Am Standort Lenglern bleibt das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) des Gesundheitsparks Südniedersachsen bestehen.

Umzug ins neue Bettenhaus nach Weende: Team des EKW-Standortes Lenglern verabschiedet sich

Das Lenglerner Krankenhaus war zuletzt einer von drei Standorten des Ev. Krankenhauses Göttingen-Weende. Beheimatet war hier die Abteilung für Pneumologie, Beatmungsmedizin und Schlaflabor, die nun in Weende, An der Lutter, zu finden ist.

Umzug in das neue Bettenhaus 3 in Göttingen-Weende: Viel zu tun für die Mitarbeitenden.
Umzug in das neue Bettenhaus 3 in Göttingen-Weende: Viel zu tun für die Mitarbeitenden. © Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende/nh

„Unsere Patientinnen und Patienten profitieren durch die Einhäusigkeit am Standort Weende von noch schnellerer Diagnostik. Die zuvor zwischen den Standorten notwendigen Transporte für Spezialdiagnostiken entfallen. Unsere Lungenfachärzte können nun auf kurzem Weg Spezialisten anderer Abteilungen hinzuziehen und so die Genesung unserer Patienten ganzheitlich unterstützen“, so der Medizinische Geschäftsführer des EKW, Prof. Dr. Michael Karaus.

Am Krankenhaus-Standort Weende wurde in den vergangenen drei Jahren ein hochmoderner knapp 50 Millionen teurer Neubau errichtet: das neue Haus 3. In einen Teilbereich des sieben-stöckigen Gebäudes ist nun die Abteilung Pneumologie, Beatmungsmedizin und das Schlaflabor eingezogen, rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in Weende eine neue berufliche Heimat gefunden.

Im zweiten und dritten Obergeschoss des Neubaus befinden sich die zwei großen Bettenstationen für die Pneumologie. Die Stationen haben 55 beziehungsweise 64 Betten, die pneumologische Station 3.2 beinhaltet dabei das Schlaflabor mit sechs Plätzen und eine Isoliereinheit.

Auf der Station 3.3 wird unter anderem eine Covid-Einheit etabliert, die über Schleusen abtrennbar ist. Das Besondere: Alle Patienten-Badezimmer im Neubau sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Auch am Standort Weende gibt es ausreichend Erholungsmöglichkeiten vom Klinikalltag. So bietet der 7.000 Quadratmeter große Therapiegarten eine grüne Oase der Ruhe mitten in der Stadt. (mzi)

73-jährige Geschichte des Krankenhauses Lenglern

Mit dem Flüchtlingsstrom nach Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte die Tuberkulose ihren zweiten Gipfel. Daher wurde in der Munitionsanlage der ehem. Deutschen Wehrmacht in Lenglern ein Tuberkuloseheim eingerichtet, das 1949 die ersten Kranken betreute. Schon bald zeigte sich die Notwendigkeit, Patientinnen und Patienten mit Lungentuberkulose weitergehend zu behandeln, sodass die Unterkünfte bis 1969 zu großen Bettenstationen umgebaut wurden.

Mit dem Rückgang der Tuberkulose wurde das Haus 1969 als Krankenhaus an der Lieth zum Fachkrankenhaus für Menschen mit Erkrankungen der Atmungsorgane. Bis 1976 in gemeinsamer Trägerschaft von DRK und Landkreis Göttingen, übernahm dieser 1977 die alleinige Trägerschaft. Ab 1978 startete der Umbau zu einem modernen Krankenhaus mit leistungsstarken Funktionseinheiten und komplett erneuerten Bettenstationen.

Das Krankenhaus stellte seit 1984 den zentralen Pollenwarndienst für Südniedersachsen sicher. Ein Kooperationsvertrag mit der Georg-August-Universität Göttingen, der die Grundausbildung von Medizinstudenten in den klinischen Semestern in Lenglern möglich machte, wurde 1986 geschlossen.

Das Schlaflabor bestand seit 1989. 1994 richtete der Landkreis zwei selbständige Fachabteilungen ein: die Abteilung für Pneumologie und die Abteilung für Beatmungsmedizin/Schlaflabor. 1995 wurde das Krankenhaus Lenglern in die Trägerschaft des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende aufgenommen. (mzi)

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