Darmerkrankungen: Göttinger Kardiologin erhält Preis

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Erhielt den Oskar-Medizinpreis 2015 in Berlin: Dr. Anja Sandek, Oberärztin der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Göttingen. Die Göttinger Herz-Spezialistin Dr. Anja Sandek ist mit dem Oskar-Medizinpreis der Oskar-Helene-Heim-Stiftung ausgezeichnet worden.

Die Privat-Dozentin und Oberärztin der Klinik für Kardiologie und Pneumologie des Herzzentrums der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhielt den mit 50 000 Euro dotierten Preis beim Medizin-Abend der Stiftung „Darmgesundheit - die Wunderwelt der Bakterien“ in Berlin.

Sandek wurde damit für ihre Forschungsarbeit über die Bedeutung des Magen-Darm-Trakts für die Entstehung von Entzündungen bei Patienten mit chronischer Herzschwäche ausgezeichnet. Sie teilt sich den Preis mit einer Mikrobiologin der Universität Tübingen.

Seit 2004 untersucht Sandek den Verdauungstrakt bei Patienten mit chronischer Mangeldurchblutung der Darmschleimhaut. Der Darmtrakt ist dabei aus ihrer Sicht aus mehreren Gründen bedeutsam: Durch die vielen Bakterien im Darmtrakt leiden Menschen mit chronischer Herzschwäche häufiger unter Entzündungen und haben auch ein höheres Risiko zu Herzschäden. Darmbakterien wird in immer mehr Studien eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen und Arteriosklerose zugeschrieben.

Ihre Überlegungen zum Zusammenhang von Darmflora und Herzschwäche überprüfte und analysierte Sandek mit einer Arbeitsgruppe aus Darm-Spezialisten und fand heraus: Bei allen Patienten mit chronischer Herzinschwäche ließ sich eine empfindliche Veränderung des Darms nachweisen.

„Wir planen jetzt, mehrere therapeutische Ansätze zu untersuchen. Ziel wird es sein, sowohl die Darmbarriere als auch schleimhautprotektive Darmbakterien zu stärken und die Entzündungsspirale zu durchbrechen“, sagt Dr. Anja Sandek.

Ihr Anteil des Preisgeldes von 25.000 Euro stehen ihr dabei für die Fortsetzung der Forschung zur Verfügung. (umg/mle)

Medizinpreis für die Forschung

Der Oskar-Medizinpreis wird seit 2010 von der Oskar-Helene-Heim-Stiftung für herausragende Leistungen in der Medizin verliehen. Die Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung in der Medizin, insbesondere der Orthopädie und der Orthopädietechnik, der Lungenheilkunde, der Gastroenterologie und der Viszeralchirurgie. Mit einem Preisgeld von 50.000 Euro werden Forschungsprojekte oder gemeinnützige gesundheitsförderne Vorhaben unterstützt und Stipendien verliehen. (umg/mle)

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