Göttingen/Herzberg: Das Fahrrad gewinnt an Bedeutung 

Eine Jury bereist den Landkreis Göttingen mit Blick auf eine erneute Zertifizierung

Los geht’s: Landrat Bernhard Reuter (2.v.l.) und Bürgermeister Lutz Peters (3.v.l.) waren mit dabei, als die Fahrradfahrer vom Bahnhof Herzberg nach Wollershausen starteten. Links Kreisrätin Christel Wemheuer, die Mitglied des AGFK-Vorstands ist.
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Los geht’s: Landrat Bernhard Reuter (2.v.l.) und Bürgermeister Lutz Peters (3.v.l.) waren mit dabei, als die Fahrradfahrer vom Bahnhof Herzberg nach Wollershausen starteten. Links Kreisrätin Christel Wemheuer, die Mitglied des AGFK-Vorstands ist.

So viele Fahrradfahrer auf einmal hat der Herzberger Hauptbahnhof wohl lange nicht mehr gesehen. Dort startete am Montagvormittag die Jury der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune (AGFK).

Göttingen/Herzberg – Landrat Bernhard Reuter fuhr an der Spitze zu einer Tour durch Teile des Landkreises Göttingen. Hintergrund: Der Landkreis möchte seine Zertifizierung als Fahrradfreundliche Kommune erneuert bekommen.

„Das Fahrradfahren hat seit Jahren einen großen Bedeutungszuwachs“, erklärte der aus Herzberg stammende Landrat (SPD), der mit der Bahn und seinem Fahrrad von Göttingen in die Stadt am Harzrand gekommen war. Er unterstrich vor dem Start der Tour, wie wichtig dem Kreis dieses Prädikat sei, das sich sowohl der Landkreis Göttingen als auch der ehemalige Landkreis Osterode bereits vor der Fusion an ihre Fahne heften konnten. Beide sind seit der Gründung 2015 Mitglied der AGFK, der inzwischen 57 Kommunen in Niedersachsen angehören.

Reuter, der begeisterter Fahrradfahrer ist und seinen zehn Kilometer langen Weg zum Dienst im Göttinger Kreishaus so oft wie möglich auf zwei Rädern zurücklegt, unterstrich die Wichtigkeit dieses Themas für den Landkreis. „Wir wollen uns in dieser Richtig weiter entwickeln“, sagte der Verwaltungschef und fügte hinzu: „Dies ist ein langwieriger Prozess, den wir fest im Blick haben!“

Bürgermeister Lutz Peters (CDU) sieht das ganz ähnlich. Er erläuterte den 30 Bereisungsteilnehmern, dass es am Bahnhof in Herzberg 26 Fahrradstellplätze gebe, von denen zehn abschließbar seien. Dann schwangen sich die Damen und Herren auf die Sättel und steuerten in Zehner-Gruppen über den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse nach Rhumspringe das erste Tagesziel in Wollershausen an.

Dort war das vom Landkreis erworbene und eine zeitlang leerstehende örtliche Schloss das Ziel, in dem sich eine mit Flüchtlingen betriebene Fahrradwerkstatt befindet. Und es gab weitere Infos zum Radwegekonzept. Der Landkreis Göttingen verfügt übrigens über rund 1500 Kilometer Fahrradwege, davon würden 65 Kilometer entlang von Kreisstraßen direkt vom Landkreis betreut, teilte Kreissprecher Ulrich Lotmann auf HNA-Frage mit.

Eike Lengemann, Ansprechpartner Radverkehr im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr und gestern ebenfalls vor Ort, erwähnte die Summe von 900 Millionen Euro, die der Bund für Erhalt und Ausbau des Radwegenetzes zur Verfügung stelle. Er wisse, dass die Erstellung der Unterlagen für eine erneute Zertifizierung eine besondere Herausforderung für den Landkreis darstelle. Über die Erneuerung des Prädikats habe die Jury am Montag noch nicht abschließend beraten, sagte Lengemann. (Hans-j. Oschmann)

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