Broschüre soll Mut machen

Das Handwerk bietet Frauen in der Region Göttingen viele Chancen

Gute Berufschancen für Frauen im Handwerk: Eine neue Broschüre soll Mut zur Selbstständigkeit machen. Die Veröffentlichung stellten (von links) Dr. Natalia Hefeöe, Fleischermeisterin Nia Sebert und Dr. Dorothee Hemme vor.
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Gute Berufschancen für Frauen im Handwerk: Eine neue Broschüre soll Mut zur Selbstständigkeit machen. Die Veröffentlichung stellten (von links) Dr. Natalia Hefeöe, Fleischermeisterin Nia Sebert und Dr. Dorothee Hemme vor.

Als Handwerkerin den Sprung in die Selbstständigkeit wagen: Dazu macht die neue Broschüre „Frauen im Handwerk von hier“ aus Göttingen Mut.

Göttingen – Darin werden zehn erfolgreiche Frauen vorgestellt, die es in ihrem Handwerk weit gebracht haben. Eine von ihnen ist Fleischermeisterin Nina Sebert in Göttingen. Sie führt mit ihrem Mann und ihrem Vater, ebenfalls beide Fleischermeister, „Seberts Hausschlachterwaren“ in Göttingen-Geismar.

Sie hat sich schon früh für den Weg ins Handwerk entschieden und war Deutschlands jüngste Fleischermeisterin. Sie sagt aber auch über ihre Lehrzeit: „Ich war immer das einzige Mädchen. Ich musste mich durchbeißen.“ Sebert arbeitet inzwischen im Prüfungsausschuss der Handwerkskammer und nimmt Gesellenprüfungen ab. „Aber es fehlt der Nachwuchs.“

Für das Projekt reiste Dr. Dorothee Hemme mit Fotografin Sandra Eckardt zu den Handwerkerinnen in Stadt und Landkreis. Beide schauten den Unternehmerinnen über die Schulter und waren von den spannenden Begegnungen beeindruckt.

Zu den vorgestellten Handwerkerinnen gehört auch Verena Hahne aus Scheden. Sie ist Metallbaumeisterin und ist Chefin von „SolidArt Metallbau“. Die Unternehmerin ist gelernte Physiotherapeutin und fand eher zufällig den Metallbaubetrieb, der einen Nachfolger suchte. Sie engagierte sich inzwischen auch im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer. Sie sagt: „Wenn man fachlich auf Augenhöhe ist, braucht man keine Unterschiede zu machen.“

Herausgegeben wurde das Heft von der Koordinierungsstelle „Frauen & Wirtschaft“, vom Gleichstellungsbüro der Stadt Göttingen, von der Gleichstellungsstelle des Landkreises Göttingen sowie vom Landesverband Niedersachsen der „Unternehmerfrauen im Handwerk“.

Das Frauen in vielen Bereichen des Handwerks noch unterrepräsentiert sind, zeigt ein Bild auf die Statistik. So waren im Jahr 2019 von 7546 gehenden Mechatronikern gerade einmal 337 (4,5 Prozent) Frauen. Aus Sicht der Macherinnen der Broschüre gibt es deshalb in vielen Handwerksberufen Nachholbedarf. Unterstützung auf diesem Weg erhalten Interessierte bein der Koordinierungsstelle „Frauen & Wirtschaft”. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

Kontakt: Koordinierungsstelle „Frauen & Wirtschaft” / „Verbund Frau und Betrieb”, Neues Rathaus, Zimmer 719/720, Hiroshimaplatz 1-4, 37083 Göttingen, Tel. 0551/400-2860, E-Mail: kostelle@goettingen.de

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