„Ein Bericht über eine Akademie“

Das Junge Theater zeigt ein Kafka-Stück im Göttinger Kunsthaus

Tierischer Aufritt im Kunsthaus: Schauspieler Götz Lautenbach spielt in dem Stück „Ein Bericht für eine Akademie“ einen Affen, der menschliche Züge annimmt.
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Tierischer Aufritt im Kunsthaus: Schauspieler Götz Lautenbach spielt in dem Stück „Ein Bericht für eine Akademie“ einen Affen, der menschliche Züge annimmt.

Dass sich ein Schauspieler zum Affen macht, ist nicht unüblich. Doch beim Kafka-Stück, das das Junge Theater im Kunsthaus Göttingen präsentiert, steht der Affe schon in der Textvorlage.

Göttingen – Das Junge Theater und das Kunsthaus Göttingen kooperieren mit dem Format „Kunsthaus Göttingen. JT in residence“ zum zweiten Mal. Nach „NippleJesus“ wird nun das Stück „Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka inszeniert. Premiere ist am Sonntag, 31. Oktober, ab 18.30 Uhr. Weitere Vorstellungen sind am 3., 9., 17., 24. und 30. November geplant, ebenfalls jeweils ab 18.30 Uhr.

Die Handlung des Stücks kurz umschrieben: Wenn Tiere sprechen könnten, was würden sie uns sagen? Kafkas „Bericht für eine Akademie“ von 1917 liefert die Antwort: Der „gewesene“ Affe Rotpeter berichtet den Anwesenden von seiner Verwandlung zum Menschen. Dabei wirft er existenzielle Fragen über Sein und Schein menschlicher Freiheit auf.

Götz Lautenbach macht sich in dieser Inzenierung zum Affen. „Das machen Schauspieler immer“, sagt er. Zwar werde er nicht im Affenkostüm auftreten, doch die Zuschauer sollen sich keine Sorge um den Show-Wert des Stücks machen.

Dabei spielt Lautenbach das Stück weitestgehend allein. Der Dialog ergebe sich zwischen dem „gewesenen“ Affen und dem Publikum, sagt Lautenbach. Dabei sei das 40- bis 50-minütige Stück zum Vergnügen der Zuschauer geplant, lasse aber jede Menge Interpretationsspielraum. Genau wie die genialen Texte von Kafka, der Lautenbach zufolge gerne ins Kabarett gegangen sei.

Intendant Nico Dietrich von Jungen Theater ist begeistert über die Kooperation der beiden Kulturbetriebe. „Hiermit können wir aus eins und eins etwas Drittes erarbeiten“, sagt er. Der Ausstellungsraum im Kunstraum biete ein „tolles Setting“. Es sei natürlich keine klassische Bühne. Das biete die Möglichkeit, provokant und interessant mit den Zuschauern zu interagieren.

Indes sei nicht geplant, auf Dauer im Kunsthaus zu gastieren. Das sei ein „schöner Zufall“, aber es nicht die neue Spielstätte des Jungen Theaters. Dabei mangele es dem Theater durchaus an Platz an seiner regulären Spielstätte in der Bürgerstraße. (Paul Bröker)

Information

Karten sind erhältlich an der Theaterkasse des Jungen Theaters, Bürgerstraße 15, unter Tel. 0551/495015 oder per E-Mail an kasse@junges-theater.de

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