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Splitter aus Hannover: Das Kabinett hat sich nicht mehr viel zu sagen

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Von: Peter Mlodoch

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Stehen an der Spitze des Kabinetts: (von links) Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann.
Stehen an Spitze des Kabinetts: (von links) Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann. © Sina Schuldt/dpa

Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat genau hingeschaut und -gehört. Das Ergebnis: Die Splitter der Woche aus der Landeshauptstadt.

Hannover – Hier die Kuriositäten im Überblick:

Die rot-schwarze Regierung in Niedersachsen hat sich ein paar Wochen vor der Landtagswahl offenbar nicht mehr viel zu sagen. Ganze 30 Minuten sind für die reguläre Kabinettssitzung am Dienstag unter Leitung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) angesetzt. Danach ist der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller per Video zugeschaltet, das Gespräch mit der Ministerrunde soll doppelt so lang, nämlich eine Stunde dauern. Die Sicherheit der Energieversorgung ist in diesen Tagen allerdings auch viel wichtiger als kleinteilige Koalitionsscharmützel. Dafür gibt es im Wahlkampf sicher noch jede Menge andere Gelegenheiten.

Peter Mlodoch Korrespondent Hannover
Peter Mlodoch: Unser Korrespondent in Hannover © Privat

Zum abendlichen Empfang der niedersächsischen Landesregierung für die Teilnehmer des 60. Verkehrsgerichtstages in Goslar verspätete sich ausgerechnet der Gastgeber, der für Verkehr zuständige Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Er entschuldigte sich mit den vielen Wahlkampfterminen tagsüber und dem danach dringend notwendigen Kleidungswechsel: „Ich habe mich extra für Sie noch in diesen dunkelblauen Anzug geworfen“, berichtete der Ressortchef seinen Zuhörern. Ganz glücklich war Althusmann damit allerdings nicht, denn in der Kaiserpfalz herrschte eine drückende Hitze. Aber der Reserveoffizier blieb tapfer. „Viele von Ihnen haben sich schon Anzugserleichterung gestattet. Ich werde das erst nach meiner Rede tun.“

Schon 60 Jahre trifft sich nun also der Verkehrsgerichtstag in Goslar. Dessen Präsident, der Bielefelder Zivilrechtsprofessor Ansgar Staudinger, verglich diese Tradition mit dem Verhältnis einer alten Dame, nämlich der 1100 Jahre alten Stadt, mit einem geradezu jugendlichen Liebhaber, dem Expertentreffen, das im Januar 1963 mit 200 Teilnehmern Premiere feierte. Drunter und drüber sei es manchmal gegangen, auch ein Fremdgehen des VGT nach Leipzig habe vor einigen Jahren im Raum gestanden. Von einer „60-jährigen Ehe mit Höhen und Tiefen und einer echten Ehe-Krise“ sprach auch Goslars neue Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (SPD). „Dass aus den Abwanderungsgedanken nichts wurde, ist einer effektiven Paartherapie zu verdanken“, verriet die frühere Richterin. Damit meinte sie insbesondere die vielen Um- und Neubauten, die Goslar als Kongressort deutlich attraktiver gemacht haben. Gute Aussichten also, nach der „Diamanten-Hochzeit“ diesmal dann in zehn Jahren die „Gnadenhochzeit“ zu feiern.

Irgendwie ist bei Niedersachsens Grünen grad der Wurm drin: Nach ihrem inzwischen mit kleinen unauffälligen Aufklebern behobenen Plakat-Pech mit dem fehlenden „s“ im Wort „Niedersachsen“ passierten einige neue Flüchtigkeitsfehler. Zur Präsentation der Großplakate für den Wahlkampfendspurt mit den beiden Spitzenkandidaten Julia Willie Hamburg und Christian Meyer lud die Parteizentrale Anfang der Woche für den „19. Juli“ ein, es war natürlich der August gemeint. Auch der Hinweis auf die Abschlusskundgebung mit Bundesparteichef Omid Nouripour ging schief. Der zunächst genannte Tag am Donnerstag, den 6. Oktober, musste auf Freitag, den 7. Oktober korrigiert werden. Irren ist eben menschlich, auch bei den Grünen. (Peter Mlodoch)

Von Peter Mlodoch

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