Flutkatastrophe im Ahrtal

Das THW hilft dem Ahrtal: Aktive aus Südniedersachsen sind weiterhin vor Ort

Zerstörte Häuser, Schutt, Geröll. Das Bild zeigt das Ausmaß der Wassermassen im Ahrtal.
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Ein Bild der Zerstörung im Ahrtal: Durch die Wassermassen sind auch viele Versorgungsleitungen und Straßen weggerissen worden. Das Technische Hilfswerk ist weiterhin im Einsatz.

Das Technische Hilfswerk (THW) aus Südniedersachsen ist weiterhin im Ahrtal vor Ort, um den Opfern zu helfen. Dort bestimmen die Folgen der Flutkatastrophe das tägliche Leben.

Göttingen/Ahrweiler – Im Einsatz sind nach wie die Ortsverbände Göttingen, Hann. Münden, Northeim, Einbeck, Osterode, Holzminden, Goslar und Clausthal-Zellerfeld sowie hauptamtliche Mitarbeiter der THW-Regionalstelle Göttingen. Anfangs ging es vor allem um die direkte Nothilfe.

So wurde beispielsweise die Standsicherheit von Gebäuden beurteilt oder Transporte organisiert. Fachkräfte des THW waren bei der provisorischen Reparatur des Stromnetzes beteiligt. Andere Fachberater standen Kommunen als Ansprechpartner zur Verfügung. „Dem Ahrtal wurde seine Seele entrissen“, sagte ein THW-Helfer nach seinem etwa zweiwöchigen Einsatz.

In den vergangenen gut vier Wochen waren insgesamt 90 ehrenamtliche und zwölf hauptamtliche THW-Aktive aus Südniedersachsen zur Bewältigung der Katastrophe vor Ort. Sie leisteten dabei mehr als 25.000 Einsatzstunden. Aktuell sind 35 THW-Mitarbeiter aus Südniedersachsen in dem Gebiet im Einsatz.

Zu den erfahrenen Einsatzleitern beim Thema Trinkwasserversorgung gehört Jens-Olaf Knapp vom THW-Ortsverband Göttingen. Der 53-Jährige war bereits mehrfach mit einer Spezialeinheit zur Trinkwasserversorgung im Auslandseinsatz. Diese Erfahrungen waren jetzt auch im Ahrtal gefragt, denn es galt, die betroffenen Kommunen bei der provisorischen Herstellung des Trinkwassernetzes zu unterstützen.

Jens-Olaf Knapp vom THW-Ortsverband Göttingen ist im Ahrtal vor Ort und hilft nach der Flutkatastrophe.

„Das THW betreibt im Auftrag der Versorger vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen, unter anderem am Krankenhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Außerdem wird in verschiedenen Gemeinden Trinkwasser ins Leitungsnetz eingespeist und Tankwagen zur Wasserverteilung befüllt“, so Knapp. Die Anlagen haben eine Kapazität von 60.000 Litern je Stunde. Über THW-eigene Feldlabore wird die Wasserqualität ständig überprüft.

Hilfe für das Ahrtal: Das THW legte provisorische Trinkwasserleitungen.

Die Lage vor Ort erinnert Knapp an so manchen seiner Auslandseinsätze. „Das Schadensausmaß ist gewaltig. Neben vielen Privathäusern und Firmengebäuden ist auch die kommunale Infrastruktur betroffen“, macht Knapp deutlich.

Trinkwasser: Es muss vom Technischen Hilfswerk aufbereitet werden, bevor es eingespeist beziehungsweise verbraucht werden kann. Dazu stehen unter anderem Behälter mit einem großen Fassungsvermögen bereit.

Derzeit geht das THW aus, dass sich der Einsatz noch länger hinziehen wird. Voraussichtlich bis Ende September muss noch Trinkwasser aufbereitet werden. (Bernd Schlegel)

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