Pegelstände steigen

Dauerregen in Südniedersachsen: Feuerwehr ist in Göttingen im Einsatz

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Im Einsatz: Die Feuerwehr rückte in Nikolausberg aus. Die Aktiven schaufelten einen zugewachsenen Graben frei.

Göttingen. Der Dauerregen sorgte am Dienstag für zahlreiche Feuerwehreinsätze in Göttingen. Wegen Überflutung musste Sandweg gesperrt werden. Auch in Nikolausberg gab es erste Überschwemmungen.

Artikel wurde aktualisiert um 14.55 Uhr - Der Sandweg im Göttinger Süden ist seit den Morgenstunden nicht mehr für den Verkehr befahrbar. Autofahrer müssen deshalb Umwege in Kauf nehmen. Außerdem wurde kurz nach 14 Uhr der Maschmühlenweg in Göttingen gesperrt. Dort war Öl ausgetreten.

Die Feuerwehr verzeichnete am Dienstag im Laufe des Tages eine wachsende Anzahl von Einsätzen - vor allem wegen Kellern, die unter Wasser standen, so die Göttinger Stadtverwaltung.

Unterdessen sind offene Baustellen im Göttinger Stadtgebiet mit Wasser zugelaufen, so zum Beispiel die entsorgte Kieselrot-Fläche an der Astrid-Lindgren-Schule. Außerdem ist Wasser in die Versorgungsschächte auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus eingedrungen.

Zudem musste die Zufahrt zum Entsorgungszentrum Königsbühl der Göttinger Entsorgungsbetriebe ist in den Mittagsstunden gesperrt werden.

Das gilt auch für einige Wege auf dem Parkfriedhof Junkerberg im Stadtteil Weende. Sichtbar sind nach Angaben der Friedhofsverwaltung zahlreiche eingebrochene Grabgruften.

Der Sandweg in Göttingen ist überflutet: Der Dauerregen hat im südlichen Niedersachsen in einigen Orten zu Überschwemmungen geführt.

Kontrollen des Bauhofs

Der Bauhof kontrolliert angesichts des Starkregens die wasserbautechnischen Anlagen in der Stadt. Der Aushub aus den Bohrlöchern der Baustelle des Kunstquartiers in der Innenstadt muss zwischengelagert werden, da er laut Stadtverwaltung zu nass ist, um deponiert zu werden.

„Ansonsten melden die Hoch- und Tiefbauverwaltung sowie die Göttinger Sport und Freizeit GmbH keine besonderen Vorkommnisse“, heißt es von der Verwaltung.

Die starken Regenfälle führen nicht nur zu Überschwemmungen im Tal. Auch im Göttinger Bergdorf Nikolausberg musste die Freiwillige Feuerwehr ausrücken. Sie wurde am Dienstagvormittag um 9.53 Uhr alarmiert. Weil die Böden oberhalb des Mühlspielweges kein Wasser mehr aufnehmen konnten, lief das Wasser von den Feldern direkt in die Gärten der dortigen Wohnhäuser.

Die Einsatzkräfte schaufelten einen zugewachsenen Graben frei, damit das Wasser ablaufen konnte. Zudem legten sie Sandsäcke vor einige Türen. Auch an anderen Stellen im Stadtgebiet sowie im Landkreis sind die Feuerwehren im Hochwasser-Einsatz.

Unterdessen geht der Dauerregen, der am Montag in den Vormittagsstunden begann, weiter. Die Meteorologen rechnen damit, dass es noch bis Mittwoch, 4 Uhr, regnet. Bis dahin sollen noch 40 bis 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen, örtlich auch mehr. Die Feuerwehr steht bereit und ist in einigen Bereichen schon im Einsatz.

Auch die Pegel der Flüsse steigen unterdessen an: An einigen Messpunkten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wurde in Südniedersachsen bereits die Meldestufe eins und zum Teil Meldestufe zwei erreicht. 

Stark steigende Pegelstände

Gegen 14 Uhr war am Göttinger Leinepegel Meldestufe zwei erreicht, die ab einer Höhe von 1,90 Meter ausgelöst wird. Die Meldestufe 1 (Wasserhöhe 1,40 Meter) war bereits am Dienstag gegen 5.30 Uhr erreicht worden. Vor einer Woche lag der Wasserstand noch bei rund 40 Zentimetern. Die höchste Meldestufe 3 gilt ab einer Höhe von 2,50 Meter. Beim Hochwasser 2007 stand der Leinepegel bei einer Höhe von 2,60 Meter, 1981 bei einer Höhe von 3,84 Meter. Die Experten des NLWKN gehen davon aus, dass der Pegel am heutigen Abend bis auf 2,50 Meter Höhe steigen könnte.

Bei Meldestufe 1 beginnt der Hochwassermeldedienst. Ab Meldestufe 2 gibt es die Gefahr von Ausuferungen. Meldestufe 3 besagt, dass größere Überschwemmungen drohen. Ab Meldestufe 2 werden auch die Deiche entlang der Leine kontrolliert. Die Feuerwehr beobachtet aufmerksam die Pegelentwicklung. Die Stadtverwaltung rät von Ausflügen in die Leineaue ab.

www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de

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