Betreuung von Demenzkranken bietet Projekt seit elf Jahren

Demenzhilfe mit neuem Namen und neuer Besetzung am Start

Unterstützung für pflegende Angehörige: Annette Willkomm (Pflegedienstleitung der Diakoniestation Göttingen), Gudrun Oldenburg und Renate Kirchner (von links).
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Unterstützung für pflegende Angehörige: Annette Willkomm (Pflegedienstleitung der Diakoniestation Göttingen), Gudrun Oldenburg und Renate Kirchner (von links).

Göttingen. Wer zuhause einen Angehörigen pflegt, der an Demenz erkrankt ist, der hat alle Hände voll zu tun. Da bleibt oft kaum Zeit, sich um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern – und erst echt nicht für Freizeitaktivitäten. Abhilfe bietet die Demenzhilfe Göttingen, die mit ihrem Betreuungsangebot für Demenzkranke den pflegenden Angehörigen eine Atempause in ihrem Alltag ermöglicht.

2003 als Projekt von der Georg-August-Universität und dem Diakonieverband Göttingen als Laienhilfsdienst ins Leben gerufen, geht dieser mit neuem Namen und neuer Besetzung an den Start. „Nachdem Inge Kaufmann-Tödter, die den Laienhilfsdienst seit der Gründung alleine geführt hatte, vor einem Jahr in den Ruhestand gegangen ist, haben Gudrun Oldenburg und ich diese Aufgabe übernommen“, sagt Renate Kirchner. Sie koordinieren die Betreuung der Demenzkranken: „Diese Betreuung geschieht entweder zuhause oder in einer von drei Gruppen.“

Für die Betreuung stehen derzeit rund 120 ehrenamtliche Demenzbegleiter zur Verfügung, wobei vom Studenten bis zum Rentner alles vertreten ist. Alle Begleiter werden von einer Mitarbeiterin der Gedächtnisambulanz der Universitätsmedizin Göttingen und weiteren qualifizierten Fachkräften zunächst geschult und dann in ihrer Arbeit unterstützt. „Unsere niedrigschwelligen Angebote bieten eine stundenweise und kostengünstige Entlastung“, betont Oldenburg. Im Mittelpunkt stünden immer die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Erkrankten: „So wird individuell bestimmt, ob man gemeinsame singt, spazieren geht, spielt oder etwas anderes unternimmt.“ In jedem Fall sei es das Bestreben aller, dass sich der Betreute wohl fühlt und die Zeit genießt.

„Bei dieser wichtigen Arbeit bietet der Diakonieverband Göttingen mit seinen sieben Abteilungen ein gutes Netzwerk“, betont Kirchner. „Wir können schneller reagieren und schneller umfassend helfen.“ Besonders die enge Zusammenarbeit mit der Diakoniestation sei wichtig.

Zurzeit planen Oldenburg und Kirchner in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung Südniedersachsen eine Vortragsreihe, die sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt. Jeweils mittwochs um 19 Uhr im Gemeindesaal der St. Johannisgemeinde am Johanniskirchhof 2 werden Themen wie „Gesund essen gegen das Vergessen“, „Kriegstraumata und Demenz“, „Hausarzt und Demenz“ und „Weglauf- oder Hinlauftendenz“ von Fachleuten aufgegriffen und diskutiert. Kirchner: „Die Themen haben für alle Beteiligten eine hohe praktische Bedeutung und es ist für jeden etwas dabei.“ (per)

• Alle Angebote und Termine im Internet unter www.demenzhilfe-goettingen.wir-e.de. Die nächste Schulung für Demenzbegleiter startet am 12. Juni. Weitere Infos unter Telefon 0551/37073970.

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