Schlägerei am Samstag mit Rechtsradikalen und linken Aktivisten

Göttingen: Demonstration gegen Freundeskreis an der Stadthalle: Am Nachmittag kam es doch noch zu Auseinandersetzungen. Die Polizei trennte Rechte und Linke. Foto: Rampfel

Göttingen. Alles schien friedlich zu sein. Dann kam es am Samstag gegen 15.30 Uhr in Göttingen doch noch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Bedrohungen zwischen Mitgliedern des rechten Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen und Gegendemonstranten. Mindestens eine Person aus der linken Szene wurde verletzt.

Die Antifaschistische Linke International spricht sogar von zwei Verletzten, die in Rettungswagen behandelt werden mussten.

In der Nähe der Stadthalle tauchten wider Erwarten – und nach Beendigung der Veranstaltung am späten Vormittag, auch durch die Polizei – fünf Mitglieder des Freundeskreises um den ehemaligen NPD-Landratskandidaten Jens Wilke auf und trafen dort auf linke Demonstranten.

Die Antifa schildert, dass „mehrere Neonazis von der Polizei von Duderstadt in die Innenstadt eskortiert worden seien“. Dort hätten die Polizeieinsatzkräfte den alkoholisierten Rechten „freien Lauf gelassen“. Die fünf Freundeskreisler seien mit Schlagstöcken und Messer bewaffnet aus dem Privatwagen von Jens Wilke gestiegen, der die Aktion auf der Facebook-Seite als „Selbstverteidigung“ bezeichnet.

An der Stadthalle sei es zum Zusammentreffen mit zunächst zwei Mitgliedern aus der linken Szene gekommen, teilt die Polizei mit. Ebenfalls, dass schnell 80 Teilnehmer aus der linken Szene vor Ort gewesen seien.

Dann seien alarmierte Polizeikräfte eingetroffen, um die Parteien zu trennen und eine weitere Eskalation zu verhindert. Die Beamten hätten auch Pfefferspray eingesetzt und seien während der Aktion laut Polizeibericht mit Steinen und Flaschen beworfen worden.

Nach Flüchtenden wurde gefahndet. Außerdem wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Landfriedensbruchs eingeleitet.

Linke Gruppen, darunter auch die Göttinger Jusos, kritisieren das Verhalten der Polizeibeamten und werfen ihnen abwartendes Verhalten vor. Die Polizei habe die aggressiven Neonazis nicht zurückgehalten, heißt es.

Kritik am Vorgehen der Polizei übt auch der Göttinger Kreistagsabgeordnete Meinhart Ramaswamy (Piratenpartei): Vor dessen Wohnhaus im unteren Ostviertel hätten die Freundeskreisler per Lautsprecheransage aus einem Auto heraus Drohungen ausgesprochen. Ramaswamy habe sich bedroht gefühlt und daraufhin mehrfach die Polizei informiert und gerufen. Im Polizeibericht, der am Samstag um 20.50 Uhr verschickt wurde, kam dieser Vorfall nicht zur Sprache. (ysr/tko)

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