Göttingen

Demo für sechs Jahre Mietenstopp: Gegen Mietpreisexplosion und für Wohnungsbau in Göttingen

Teilnehmer des Mietenstopp-Aktionstages protestieren vor dem Neuen Rathaus in Göttingen mit Bannern und Plakaten
+
Aktionstag in Göttingen: Im Vorfeld der Kundgebung am Groner Jonaplatz protestierten die Teilnehmer des Mietenstopp-Aktionstages auch vor dem Neuen Rathaus.

Um gegen höhere Mieten und für mehr bezahlbare Neubauwohnungen zu demonstrieren, fand in Göttingen eine Protestaktion von DGB und dem Bündnis Gutes Wohnen statt.

Göttingen – Mit einer Fotoaktion am Neuen Rathaus und einer anschließenden Kundgebung am Jonaplatz in Grone haben am Samstag rund 50 Menschen gegen eine Mietpreisexplosion und für mehr bezahlbaren Wohnraum in Göttingen demonstriert.

„Angesichts der dramatischen Mietkostenbelastung in Göttingen fordern wir einen Mietenstopp und mehr bezahlbare Neubauwohnungen“, sagte Agnieszka Zimowska vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), die Vorsitzende des Kreisverbandes Göttingen.

Mietenstopp-Aktionstag in Göttingen: „Fordern sechsjährigen Mietenstopp“

Viele Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen müssten einen großen Teil ihres erarbeiteten Einkommens direkt an die Vermieter weiterreichen. „Selbst bei guten Tarifabschlüssen fressen die Mieten die Einkommen zunehmend auf“, so die Vorsitzende des DGB-Kreisverbands Göttingen.

„Die Menschen brauchen eine Atempause und deswegen fordern wir von der nächsten Bundesregierung einen sechsjährigen Mietenstopp“, meinte Zimowska. Der sechsjährige Mietenstopp müsse dann genutzt werden, um beim Bau bezahlbarer Wohnungen den Turbo einzuschalten.

Mietenstopp-Aktionstag in Göttingen: Bundesweiter Aktionstag

Aufgerufen zu der Protestaktion, die im Rahmen eines bundesweiten Mietenstopp-Aktionstag stattfand, hatte der DGB zusammen mit dem Göttinger Bündnis Gutes Wohnen. Grund war unter anderem eine im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung erstellte Studie, nach der 49,3 Prozent aller Mieterhaushalte in Göttingen mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete bezahlen müssen.

Damit gelten diese Haushalte nach Ansicht der Autoren als überbelastet durch ihre Wohnkosten. Ihnen bleibt wenig Geld für andere Lebensbereiche. Die Studie zeigt auch, dass in der Universitätsstadt knapp 9500 bezahlbare Wohnungen fehlen – und das sogar, wenn alle Mieterhaushalte auf Wohnungen mit angemessener Größe und Preis verteilt werden würden.

Mietenstopp-Aktionstag in Göttingen: „Unachtsam und zum Teil fahrlässig“

„Bei der Kundgebung am Nachbarschaftszentrum in Grone, an der wegen der großen Hitze verständlicherweise nicht so viele Menschen teilnahmen, wie es eigentlich betrifft, wurden von verschiedenen Teilnehmern Mieterhöhungen von bis zu 40 Prozent nach zuvor von den Eigentümern vorgenommenen Sanierungsmaßnahmen beklagt“, berichtete anschließend Agnieszka Zimowska.

Außerdem sei bei den Sanierungen „unachtsam und zum Teil fahrlässig“ mit den Habseligkeiten der Mieter umgegangen worden. „Auch Mieter aus dem Blümchenviertel erzählten von Zukunftsängsten“, so Zimowska weiter.

„Und Wohngemeinschaften aus dem Leineviertel klagten über einen lokalen Vermieter, der wiederholte auf Eigenbedarf geklagt hat, nur um die so freigewordenen Wohnungen sofort wieder wesentlich teurer zu vermieten“, so die DGB-Kreisverbandsvorsitzende.

Mietenstopp-Aktionstag in Göttingen: Bund, Länder und Kommunen seien in der Pflicht

„Es braucht an allen Ecken und Enden eine andere Mietpolitik“, lautet die Forderung von Agnieszka Zimowska. Alle politischen Ebenen – also Bund, Länder und Kommunen – seien in der Pflicht, sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen.

Öffentlicher Wohnbau sei das Gebot der Stunde. „Wo private Investoren ins Spiel kommen, muss die Stadt ihre planungsrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und unmissverständlich auf das Gemeinwohl verpflichten.“ (Per Schröter)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.