Demo in der Innenstadt gegen Abschiebung nach Afghanistan

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Auffälliger Zug: Die Demonstration gegen Abschiebung nach Afghanistan zog am Samstag durch die Innenstadt von Göttingen. 

Göttingen. Mehr als 200 Menschen haben am Samstag in der Göttinger Innenstadt friedlich, aber lautstark gegen Abschiebung nach Afghanistan demonstriert.

Zu der Demonstration aufgerufen hatte das „Bündnis Bleiberecht für Alle“, ein Zusammenschuss von Geflüchteten und Unterstützern.

Nach einer Kundgebung vor dem Alten Rathaus zogen die Teilnehmer durch die Fußgängerzone zum Nabel, dann durch die Gotmarstraße zurück zum Neuen Rathaus und wieder zum Gänseliesel. Auf dem Weg gab es mehrere Zwischenkundgebungen.

„Afghanistan ist nicht sicher – nirgendwo“, sagte ein Sprecher der Grünen Jugend. Der Versuch, angeblich sichere Zonen zu konstruieren, sei schäbig und realitätsfremd. „Abgeschobene sind schutzlos Krieg und Terror ausgeliefert und stehen vor dem Nichts, selbst wenn sie Geld von der Bundesregierung bekommen“. Menschenrechte könne man schließlich nicht gegen Geld eintauschen.

„Diese Abschiebungen sind nicht nur ein menschenrechtspolitisches Armutszeugnis und Folge einer unwürdigen Asyldiskussion, in der die Erhöhung von Abschiebungszahlen um jeden Preis als politischer Erfolg gefeiert wird“, so der Sprecher weiter. „Sie sind auch ein Versuch, das Scheitern des Kriegseinsatzes und damit den Misserfolg der Bundeswehr zu übertünchen.“ Nach über 15 Jahren militärischer Intervention sei Afghanistan instabiler denn je. „Deutschland hat durch seine Beteiligung an diesem Krieg eine Verantwortung für Menschen aus dieser Region übernommen“, so der Grünen-Sprecher. „Wir protestieren gegen jede Abschiebung nach Afghanistan.“

Besonders harte Kritik gab es an den einsetzenden Sammelabschiebungen – auch nach Afthanistan. Mehrere Flüchtlingsfrauen trugen die Geschichten ihrer Flucht über das offene Meer vor, die sie nur mit viel Glück überlebt hätten. Die Demonstranten forderten einen sofortigen Abschiebestopp und „ein bedingungsloses Bleiberecht für alle“.

Demonstrationen gab es am Samstag auch in Hannover, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Rostock, Nürnberg, Wiesbaden, Trier und Erfurt. 

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