Gegen Zusammenarbeit mit China

Demonstration der Jungen Liberalen gegen das Konfuzius-Institut

Für freie Hochschulen und gegen China: Vor dem Konfuzius-Institut der Uni-Göttingen demonstrierten die Jungliberalen und Vertreter andere Initiativen. Die Uni Göttingen wurde aufgefordert, die Kooperation zu beenden.
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Für freie Hochschulen und gegen China: Vor dem Konfuzius-Institut der Uni-Göttingen demonstrierten die Jungliberalen und Vertreter andere Initiativen. Die Uni Göttingen wurde aufgefordert, die Kooperation zu beenden.

Die Universität Göttingen soll ihre 2013 begonnene Kooperation mit dem Akademischen Konfuzius-Institut beenden – aufgrund dessen Nähe zur Volksrepublik China.

Göttingen – Das haben die Jungen Liberalen anlässlich des Tags der Menschenrechte gefordert. An der von ihnen organisierten Kundgebung vor dem Institutsgebäude an der Humboldtallee 32 nahm ein Dutzend Menschen teil. „Die 19 Konfuzius-Institute, die China seit 2004 in Deutschland gegründet hat, machen Propaganda für die Volksrepublik“, erklärte Juli-Bundesvorstand Julius Graack während der Kundgebung.

Über die Institute, die es mittlerweile in allen Staaten der Europäischen Union gebe, versuche die Volksrepublik eine chinafreundliche Atmosphäre zu schaffen. Die Auseinandersetzung mit kritischen Themen – etwa die Unterdrückung der Demokraten in Hongkong oder der Tibeter und Uighuren – werde unterbunden, ergänzte Jan Risting, der Juli-Kreisvorsitzende. Weil das mit der Freiheit von Forschung und Lehre unvereinbar sei, solle die Uni ihre Zusammenarbeit aufkündigen. Das hätten die Hochschulen in Hamburg und Düsseldorf bereits getan. Risting trug ein Winni-Puuh-Kostüm. China hatte 2018 den Kinderfilm verboten, weil der Bär dem chinesischen Präsidenten ähnelt.

Der aus Festlandchina stammende Schüler Yuhan Huang, der sich seit 2019 in Göttingen auf sein Fachabitur vorbereitet, kritisierte den Namen des Instituts. Die Kommunistische Partei Chinas habe insbesondere während der Kulturrevolution gegen den chinesischen Philosophen mobil gemacht. Nun schmücke sie sich mit ihm. Ehrlicher wäre es, wenn es Mao-Institut heiße.

Die Volksrepublik versuche, die tibetische Kultur, Sprache und Religion zu vernichten, erklärte Vera Krug, die die fünfköpfige Regionalgruppe Göttingen der Tibet Initiative Deutschland leitet. 2019 zeigte die Gruppe in Göttingen mit der Gesellschaft für bedrohte Völker anlässlich des Tags der Menschenrechte den Film von Doris Liu über die Konfuzius-Institute. Auf die Verfolgung der Glaubensgemeinschaft Falun Gong in China machte Veronika Müller aufmerksam, die diese Religion seit 2002 ausübt. Sie habe, so Müller, während ihrer Jugend im Obereichsfeld selbst in einem kommunistischen Land gelebt. Es dürfe keine Zusammenarbeit mit China geben. Neben ihr praktiziere in Göttingen noch ein Mann aus Taiwan Falun Gong. (Von Michael Caspar)

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