Forderung nach mehr Unterstützung

Demonstration für Hilfe in Afghanistan in Göttingen

Demonstration für Afghanistan: Auch in Göttingen gingen Menschen auf die Straße.
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Demonstration für Afghanistan: Auch in Göttingen gingen Menschen auf die Straße.

In Niedersachsen haben am Samstag hunderte Menschen bei einigen Veranstaltungen – so auch in Göttingen – für die Aufnahme von gefährdeten Menschen aus Afghanistan demonstriert.

Göttingen/Hannover – In Göttingen nahmen etwa 200 Menschen an der Demonstration am Samstagmittag teil, die aufgrund der dramatischen Notlage der Menschen in Afghanistan zu einer schnellen humanitären Hilfe aufriefen.

Auf dem hannoverschen Opernplatz protestierten nach Angaben des Niedersächsischen Flüchtlingsrats bei zwei Kundgebungen rund 600 Menschen unter dem Motto „Jede Stunde zählt“ friedlich gegen die schleppend voranschreitende Evakuierung bedrohter Menschen aus Afghanistans Hauptstadt Kabul. „So bitter es ist: Ohne Druck aus der Zivilgesellschaft hätte die Bundesregierung nichts unternommen“, sagte Flüchtlingsrat-Sprecher Sascha Schießl.

Zudem forderten die Demonstrierenden eine sichere Bleibeperspektive für die in Deutschland lebenden Afghanen sowie eine unbürokratische Zusammenführung von Familien. „Absehbar wird kaum einer dieser Menschen ohne Gefahr für Leib und Leben in seine Heimat zurückkehren können“, sagte Schießl. Entsprechend müssten nun „alle Bleiberechtsmöglichkeiten ausgeschöpft“ werden, zumal viele Menschen aus Afghanistan aufgrund laufender Asylverfahren in Deutschland nur geduldet würden. Auch eine Wiederaufnahme des 2016 gekippten Abschiebestopps nach Afghanistan müsse schnellstens erfolgen.

In der Geschäftsstelle des Flüchtlingsrats seien in den vergangenen Tagen zahllose Hilferufe aufgelaufen. Sie kämen teils von in Deutschland lebenden Afghanen, die sich um ihre Angehörigen in Afghanistan oder angesichts ihrer unsicheren Perspektive in Deutschland sorgten, teils aber auch aus Afghanistan selbst: Darunter Ortskräfte und Menschen, die sich zivilgesellschaftlich engagiert haben und nun fürchten, nicht mehr herauszukommen.

Weitere Kundgebungen fanden am Sonnabend in Lüneburg und Stade statt. Dort wurde zugleich an Aman Alizada gedacht, einem jungen Afghanen, der 2019 in einer Flüchtlingsunterkunft in Stade-Bützfleth von einem Polizisten erschossen worden war. Am Freitag waren hunderte Menschen in Oldenburg, Osnabrück und Bremen auf die Straße gegangen.

Bundesweit waren für das Wochenende 70 Kundgebungen angemeldet. Zu den Organisatoren gehören Menschenrechts- und Hilfsorganisationen wie Pro Asyl und die „Seebrücke“ sowie lokale Initiativen. (Thomas Kopietz, mit epd)

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