Lampedusa-Bündnis

Demonstration: Göttingen soll ein „sicherer Hafen“ werden

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Demonstration: Die Teilnehmer forderten unter anderem, dass die Stadt eine Patenschaft für eines der Seenotrettungsschiffe übernehmen soll.  

Göttingen. Göttingen soll ein sicherer Hafen werden: Das ist eine der Forderungen des Göttinger Lampedusa-Bündnisses, das am Samstagmittag zusammen mit der Seebrücke Göttingen zu einer Kundgebung vor das Auditorium am Weender Tor aufgerufen hatte.

35.000 Menschen starben in den vergangenen 16 Jahren auf der Flucht nach Europa im Mittelmeer, „an der Festung Europa“. Das schrieben die Veranstalter auf ein großes Banner geschrieben. Beispielhaft wurden eine Reihe von Namen von Gestorbenen verlesen, die auf der Flucht starben.

„Wir brauchen nicht erst an die Grenzen der Europäischen Union schauen, um zu sehen, welche Politik betrieben wird“, sagt Stefan Klingbeil vom Lampedusa-Bündnis. „Wir kämpfen für eine menschenwürdige Aufnahmepolitik und das Ende des Mordens im Mittelmeer.“ Egal ob man nach Libyen, Lesbos oder Bosnien schaut: Menschenrechte finden laut Klingbeil dort keine Beachtung mehr. Im Gegenteil: Die Kriminalisierung der Seenotrettung werde fortgesetzt, Aktivisten würden vor Gericht gezerrt.

In Göttingen hatte der Stadtrat mehrere Anträge zur Aufnahme Geflüchteter aus dem Mittelmeerraum abgelehnt. „Obwohl die Parteien die Linke, die Grünen und die Piraten dies mehrmals beantragt haben, stellen sich SPD, CDU und die Verwaltung stur“, sagte Klingbeil.

Am Samstag forderten die Aktivisten daher weiterhin, dass die Stadt Göttingen die Patenschaft für eines der Seenotrettungsschiffe übernehmen soll und regelmäßig zusätzlich Geflüchtete aus dem Mittelmeerraum in Göttingen Schutz geboten werde. Zudem soll die Stadt ein Denkmal für die Opfer aufstellen, so die Forderung. Die Aktion am Samstag war die Auftaktaktion für eine Reihe von weiteren Gedenkveranstaltungen. Die nächste Kundgebung soll am Montag, 10. Dezember, um 16.30 Uhr auf dem Wilhelmsplatz stattfinden. (ysr)

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