Marsch der Republikaner

25 Rechtsextreme - 700 Menschen protestieren dagegen - auch mit Sitzblockaden

Göttingen. 25 Rechtsradikale um den bekannten Rechtsextremen Jens Wilke waren in Göttingen auf einem angemeldeten Marsch unterwegs. Es gab keine Verletzten.

Im Göttinger Stadtteil Grone gab es eine weitere Protestveranstaltung gegen den Marsch der Rechtsradikalen: Am Jonaplatz haben sich nach Angaben der Polizei um 14 Uhr etwa 250, später rund 500 Menschen versammelt, um ihren Protest bei einem Nachbarschaftsfest mit Kinder-Aktionen zu bekräftigen. Von einem Hochhaus in der Deisterstraße wurde beim Vorbeimarsch der Rechten von Gegendemonstranten ein großes Plakat mit einer Parole gegen Nazis herabgelassen werden.

Wasserwürfe und Sitzblockade

Als die Republikaner am Jonaplatz an den vielen Gegendemonstranten vorbeizogen herrschte eine aufgeheizte Stimmung. Es gab Wasserflaschenwürfe gegen Wilke und Co.. Am Jona-Platz war auch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), um sich ein Bild von der Lage zu machen und seine Solidarität mit den Bewohnern zu zeigen. Köhler wohnt im Stadtteil Grone. Die Polizei sicherte mit einer Kette aus Beamten Lage, verhinderte, dass es zur direkten Konfrontation zwischen Rechten und Gegendemonstranten kommen konnte. Aber einige Wasserflaschen und Eier flogen in Richtung Reps und Polizisten.

Es kam auch zu Sitzblockaden. Die so Protestierenden ließen sich nach der zweiten Aufforderung wegtragen. Polizeipräsident Uwe Lührig machte sich ein Bild und redete auch auf Protestierende ein, die eine Sitzblockade veranstalteten

Rechten-Marsch der Republikaner um Jens Wilke in Grone: Die Polizei versucht ein Aufeinandertreffen der Rechten und der Gegendemonstranten am Siekweg im Westen Göttingens zu verhindern.

Redebeiträge

Bei den Protestaktionen gibt es auch einige Redebeiträge. So sprechen DGB-Geschäftsführer Lothar Hanisch, Prof. Rene Hoffmann vom Klimaschutzbündnis Göttingen und Maria Gerl-Plein (Grüne), die stellvertretende Ortsbürgermeisterin von Grone.

Die Rechtsextremisten wollten "Nationalismus, Rassismus, Hass und Hetze verbreiten", erklärte das Bündnis gegen Rechts, das für Gegenproteste verantwortlich zeichnet. Ein Aufmarsch von Neonazis sei "ein Angriff auf alle, die für eine vielfältige und offene Gesellschaft bei uns und in Europa stehen". 

Vorbereitung in der Nacht

Schon in der Nacht zu Samstag hatten Anwohner und Aktivisten zahlreiche Plakate an der Marschstrecke der Republikaner aufgespannt und Transparente aufgehängt. "Grone ist bunt, vielfältig, tolerant und friedlich", war darauf etwa zu lesen - in dem Stadtteil leben auch viele Menschen mit Migrationshintergrund. Auf Plakaten hieß es auch: "Solidarität statt Hetze".

Oberbürgermeister: Klares Signal gegen Rechts

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler sagte gegenüber unserer Zeitung: "Es ist wichtig, dass hier die breite Bevölkerung vertreten war, dass Grone und die Stadt gezeigt haben, dass es hier über Partei-, Glaubens- und Kultur-Grenzen hinweg ein deutliches Signal der Ablehnung gegen die Rechten gab."

Anwohner: Freude über große Unterstützung

Ein Anwohner zeigte sich positiv überrascht über die große Unterstützung des Protestes durch Bewohner aus der ganzen Stadt, aber auch den angrenzenden Dörfern wie Groß Ellershausen und Knutbühren. "Das fanden wir unheimlich gut." Die Rechten hätten ihren Marsch durch Grone-Süd gewählt, weil sie wussten, "dass es ein buntes Wohnviertel ist, wo Menschen aus vielen Nationen leben - das haben sie ausgenutzt, sagte der Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte. "Wenn man die große Zahl der Gegendemonstranten sieht und demgegenüber die wenigen Rechten, dann ist das für diese schon lächerlich."

Nicht zur Demo gelassen

Eine Anwohnerin aus Groß-Ellershausen beschwerte sich darüber, dass sie von der Polizei nicht zur Gegen-Demo an der Siekhöhe gelassen wurde und der Umweg enorm weit gewesen wäre. Grundsätzlich zeigte sie Unverständnis darüber, warum eine Wahlkampfveranstaltung der Republikaner in dieser Form überhaupt genehmigt worden sei und ein Wohnviertel abgeriegelt wurde. "Das ist hier nicht das Innenstadtzentrum." Grundsätzlich sei die Veranstaltung der Republikaner "Blödsinn - Wer soll die denn hier in Grone wählen?", fragte die junge Frau. 

Die Republikaner beendeten ihren Umzug um 16.40 Uhr und fuhren davon.

Polizei zufrieden

Gesamteinsatzleiter Thomas Rath von der Göttinger Polizei zeigte sich am Abend zufrieden mit dem Verlauf und dem Einsatz: „Im Vorfeld befürchtete Szenarien blieben heute aus.“ Das taktische Einsatzkonzept sei aufgegangen. „Das Wichtigste: Es kam auf allen Seiten zu keinen ernsthaften Verletzungen. Mehr kann man sich nicht wünschen.“

Fazit

Viele hundert Polizei-kräfte schützen den Marsch von 25 Rechtsradikalen. Viele hundert Menschen in Grone haben den Rechten die Rote Karte beim Betreten ihres Stadtteils gezeigt, auch mit intelligenten Sprüchen. (tko/ysr)

Fragen und Antworten zu den Behinderungen am Samstag

Die Demonstration der rechten Partei „Die Republikaner“ und die erwarteten Gegenproteste führen am Samstag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in Göttingen – dazu Fragen und Antworten.

Welche wichtige Straße wird gesperrt?

Eine der Göttinger Haupteinfallstraßen, die Kasseler Landstraße, wird von 10 bis voraussichtlich 18 Uhr gesperrt. Die vorbereitenden Arbeiten beginnen gegen 9.15 Uhr. Die Umleitung erfolgt über Otto-Brenner-Straße und Siekhöhenallee.

Was ist mit dem Verkehr, der stadtauswärts auf der Kasseler Landstraße unterwegs ist?

Stadtauswärts soll die Kasseler Landstraße trotz der Demonstration weiterhin einspurig befahrbar sein. Sollte es allerdings erforderlich sein, so wird die Straße auch in dieser Richtung gesperrt. Die Umleitung erfolgt dann über die Jheringstraße.

Rechte Demo in Göttingen: 650 Menschen haben dagegen protestiert

Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
 © Stefan Rampfel
Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Hier Jens Wilke bei der Kundgebung der Republikaner. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - Polizisten tragen Blockierer weg. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - Polizisten tragen Blockierer weg. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechten-Marsch der Republikaner um Jens Wilke in Grone. Gegendemonstranten und Polizei - Einsatz. 20 Rechte sind unterwegs - etwa 600 Gegendemonstranten und viele Hundert Polizisten.
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - am Jona-Platz in Grone - Weggtragen von Demonstranten. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - Klare Zeichen gegen Rechte von vielen hundert Demonstranten am Jona-Platz in Grone. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - am Jona-Platz in Grone - Weggtragen von Demonstranten. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Foto: Stefan Rampfel
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Rechte marschieren in Göttingen: Republikaner um Jens Wilke beim Wahlkampfauftakt: hunderte Gegendemonstranten, Plakate und Polizeibeamte: Sitzblockade - in Grone gab es viele Transparente, Plakate und Straßenaufschriften. Hier Jens Wilke bei der Kundgebung der Republikaner. Foto: Stefan Rampfel
 © Stefan Rampfel

Was passiert mit dem Stadtbusverkehr?

Zwischen 10 und 18 Uhr ist der Stadtbusverkehr von den Sperrungen betroffen. Das berichten die Göttinger Verkehrsbetriebe. Die Linien 31/32 sowie 61/62 werden stadteinwärts über Otto-Brenner-Straße, Martin-Luther-Straße, Greitweg, Königsstieg und zurück auf die Groner Landstraße um geleitet. Stadtauswärts fahren die betroffenen Linien nach der Haltestelle „Gotteslager“ über die Straße Gotteslager (direkt nach der Haltestelle rechts) zur Backhausstraße und weiter auf dem üblichen Linienweg.

Was müssen die Anwohnern beachten, die innerhalb der Marschroute in Grone-Süd wohnen?

Wer sein Auto innerhalb der Marschroute stehen hat, bekommt am Samstag voraussichtlich Probleme, da die Strecke schon im Laufe des Vormittags freigehalten werden muss. Bis etwa 12 Uhr gibt es vermutlich die Möglichkeit, über Deisterstraße/Elmweg zu fahren. Die Polizei ist bemüht, individuelle Lösung zu finden.

Wo kann man weitere Infos bekommen?

Am Samstag ist ab 8 Uhr ein Bürger-Infotelefon der Polizei unter der Rufnummer 0551/491-4000 geschaltet. Weitere Infos gibt es über einen Twitter-Kanal sowie über eine Facebook-Seite.

Rubriklistenbild: © Stefan Rampfel

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