Zug vom Gänseliesel durch die Innenstadt

Demonstration: Rückenwind für die streikenden Erzieher

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Demonstration in der Göttinger Innenstadt: Erzieherinnen, Eltern und Unterstützer setzten sich für die Forderungen der Streikenden ein.

Göttingen. Rückenwind für die Streikenden in den sozialen Berufen: Mehrere hundert Erzieher, Eltern und Unterstützer zogen am Samstag vom Gänseliesel aus durch die Göttinger Innenstadt.

Rund 150 bis 250 Menschen haben sich am Wochenende bei einer Demonstration mit den Forderungen nach einer Besserstellung im Erziehungs- und Sozialdienst solidarisiert. Nach einem Umzug durch die Innenstadt wurde die Demo mit einem Familienfest vor der Nikolaikirche abgeschlossen.

Aufgerufen zu der Aktion hatte das „Bündnis für gute Sorgearbeit und Geschlechtergerechtigkeit Care Workers Unite“. Nach Angaben der Veranstalter setzt es sich aus verschiedenen gesellschaftlichen Initiativen, feministischen und linken Gruppierungen jenseits der Tarifpartner zusammen. Während die Polizei die Zahl der Teilnehmer einschließlich Kinder auf allenfalls 250 schätzt, sprachen die Veranstalter von 800 Teilnehmern. Die Kundgebung verlief nach Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle. Beim abschließenden Fest gab es unter anderem zahlreiche Spiele für Kinder sowie Kartoffelsuppe und Kuchen.

Aktualisiert:  31. Mai 2015, 13.18 Uhr.

In den Tarifauseinandersetzungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und den kommunalen Arbeitgebern, in der zurzeit rund 17.500 Kitas mit 1,8 Millionen Kindern bundesweit bestreikt werden, geht es insbesondere um eine bessere Bezahlung.

Eine Erzieherin mit achtjähriger Tätigkeit etwa bekommt nach Angaben von ver.di derzeit 2946 Euro brutto im Monat. Nach den Vorstellungen der Gewerkschaft soll sie künftig 3387 Euro erhalten. Die Arbeitgeber halten das für nicht bezahlbar. Sie argumentieren, die meisten Erzieherinnen seien bereits in die höchste Erfahrungsstufe eingruppiert und hätten damit ein Monatsgehalt von 3289 Euro – deutlich mehr als Beschäftigte in privaten und kirchlichen Kindereinrichtungen.

Die betriebliche Streikleitung in den Erziehungs- und Sozialdiensten des Landkreises Göttingen hat unterdessen an Landrat Bernhard Reuter (SPD) appelliert, seinen Einfluss zugunsten der Streikenden geltend zu machen. „Wir fordern Sie auf, sich klar, deutlich und öffentlich für mehr Anerkennung und Wertschätzung sozialer Arbeit stark zu machen und darauf hinzuwirken, dass ein abschlussfähiges Angebot vorgelegt wird, damit die Beschäftigten an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können und die so wichtigen öffentlichen Dienste den Eltern sowie den Bürgern und Bürgerinnen wieder zur Verfügung stehen.“ (zhp)

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