Sicherheitsbericht

Demonstrationen hielten die Göttinger Polizei 2019  in Atem

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Einsatz für die Polizei: Die Beamten sicherten die Lesung des Bundespolitikers Thomas de Maizière (CDU) im November ab. Einen Monat zuvor hatten Demonstranten den Auftritt des früheren Ministers verhindert.

Göttingen – Eine ganze Reihe ungewöhnlicher Einsätze musste die Polizei im Landkreis Göttingen im vergangenen Jahr absolvieren. Das geht aus dem Sicherheitsbericht hervor, den die Polizeiinspektion gemeinsam mit der -direktion vorlegte.

Mehr als 150 Einsätze waren wegen Demonstrationen und Aktionen notwendig – zumeist in Göttingen. Zur Bewältigung waren mehr als 30 000 Arbeitsstunden notwendig. Um dieses Pensum zu schaffen, müsste ein Beamter fast 15 Jahre lang jede Woche 40 Stunden arbeiten – und das ohne jeden Urlaub.

Fridays for Future

Allein 23 Protestzüge der Bewegung „Fridays for Future“ (FFF) begleitete die Polizei in Göttingen und Hann. Münden. Insgesamt zählten die Beamten dabei mehr als 14 000 Teilnehmer. Allein am 20. September versammelten sich etwa 8000 Menschen und zogen in mehreren Sternmärschen durch Göttingen. Insgesamt wurden für die FFF-Veranstaltungen 1200 Einsatzstunden registriert.

Einen Großeinsatz gab es im April wegen einer Wahlkampfveranstaltung der NPD auf dem Göttinger Bahnhofsvorplatz. Da es in der Vergangenheit immer wieder zu Übergriffen mit Verletzten bei vergleichbaren Aktionen gab, begleitete die Polizei die Versammlung mit einem starken Aufgebot: Die Beamten leisteten 1300 Einsatzstunden.

Bombenentschärfung

Die Entschärfung einer Bombe in Göttingen im Oktober, die sich am Ende als Fass entpuppte, hielt die Polizei ebenfalls in Atem. Der Einsatz führte zu 1900 Arbeitsstunden.

Ebenfalls im Oktober blockierten etwa 100 Demonstranten eine Lesung des früheren Bundesverteidigungsmisters Thomas de Maizière. Der Vorfall sorgte für bundesweite Berichterstattung und Kritik. Begleitet durch einen größeren Einsatz wurde die Lesung gut einen Monat später nachgeholt – ohne Störungen.

Radsportereignisse

Auch zwei Radsportereignisse sorgten für Arbeit bei der Polizei: So regelten die Beamten den Verkehr bei der Tour d’Energie für Radamateure Ende April und bei der Ankunft der Radprofis Ende August bei der Deutschlandtour in Göttingen.

Um Straftaten auf die Spur zu kommen, gab es auch zahlreiche Kontrollaktionen. Dabei arbeitete die Polizei eng mit dem Ordnungsdienst der Stadt Göttingen zusammen. So wurden beispielsweise der Bereich der nördlichen Innenstadt sowie das Verhalten von Radfahrern genauer unter die Lupe genommen. Bei mehreren Kontrollaktionen in Shisha-Bars waren außerdem die Gewerbeaufsicht, das Finanzamt, der Zoll und die Berufsfeuerwehr mit dabei. Auch in diesem Jahr wird es noch Kontrollen dieser Art geben.

Straftaten im Internet

Immer mehr rückt bei den Straftaten die Nutzung des Internets in den Mittelpunkt. Deshalb gibt es in Göttingen gleich mehrere Experten für die digitale Welt. Sie helfen ihren Kollegen, die Fälle zu lösen. Sieben der neun Stellen für IT-Spezialisten bei der Polizei in Südniedersachsen sind aktuell besetzt.

Die Polizei-Leitstelle „Weser“ in Göttingen koordinierte im vergangenen Jahr 96 000 Einsätze in den Landkreisen Göttingen und Northeim. Aus diesem Bereich kamen insgesamt 89 000 Notrufe, die bei der Polizei aufliefen.

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