Razzia in sechs Städten

Betrugs-Bande erwischt: Schaden von 1,3 Millionen Euro - Durchsuchung in Göttingen

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Betrugs-Bande erwischt: Schaden von 1,3 Millionen Euro für Deutsche Bahn (Symbolbild)

Millionenschwerer Betrug mit Online-Tickets der Deutschen Bahn - so lautet der Vorwurf der Polizei. In sechs Städten fanden Durchsuchungen statt - auch in Göttingen.

  • Die Polizei hat bei einer Durchsuchung in Göttingen und in fünf anderen Städten eine Betrugs-Bande ausgehoben.
  • Der Deutschen Bahn soll ein Schaden von 1,3 Millionen Euro entstanden sein.
  • Die Illegalen Tickets wurden über Online-Anzeigen-Portale und Messenger Dienste angeboten.

Göttingen / Berlin - Die Bundespolizei hat am Donnerstag (20.08.2020) in Göttingen und fünf anderen deutschen Städten nach Beweisen gegen eine Bande gesucht, die millionenschweren Betrug mit Online-Tickets der Deutschen Bahn begangen haben soll.

Die zwei Männer und vier Frauen im Alter von 25 bis 35 Jahren sollen durch gestohlene Kreditkarten-Daten im Online-System der Bahn rund 25.000 Tickets gebucht und die Fahrkarten dann im Internet zu einem geringeren Preis weiterverkauft haben, teilten die Berliner Staatsanwaltschaft und die Bundespolizeidirektion Berlin mit. Der Bahn sei dadurch ein Schaden von rund 1,3 Millionen Euro entstanden.

Betrug mit Online-Tickets in Göttingen: Vertrieb über Anzeigen-Portale

Die betrügerischen Online-Tickets wurden über Online-Anzeigen-Portale und Messenger Dienste zu einem verminderten Verkaufspreis vertrieben.

Dabei sei es auch um Schadenersatz gegenüber den Kreditkarten-Besitzern gegangen, ergänzte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin gab es Durchsuchungen in Stuttgart, Karlsruhe, Frankfurt am Main, Mettmann (Nordrhein-Westfalen), Göttingen und Berlin-Mitte. Die Gruppe soll auch Zeitkarten und Abonnements verschiedener Verkehrsverbunde angeboten haben.

Göttingen - Betrug mit Online-Tickets: Umfangreiches Beweismaterial

Der Bande wird nun gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Die Beamten stellten nach Angaben der Behörden umfangreiche Beweismittel sicher, darunter Mobiltelefone, Computer und Datenträger.

Sie sollen nun ausgewertet werden. In Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Berlin wurden bei fünf Beschuldigten durch Kontopfändungen und Bargeld-Beschlagnahme darüber hinaus insgesamt rund 21.000 Euro sichergestellt. An den Durchsuchungen waren rund 85 Bundespolizisten beteiligt.

Betrug mit Online-Tickets in Göttingen: Immer wieder Fälle dieser Art

Die Masche, die die Betrüger nutzten, ist nicht neu und sorgt bei der Bahn seit Jahren für Ärger: Das Unternehmen muss sich immer wieder um Fälle kümmern, bei denen es um Betrug mit Online-Tickets geht. So ging es bei einem Prozess im Frühjahr in Hagen um einen Schaden von 125.000 Euro. Dort hatte ein Mann ebenfalls mit fremden Kreditkartendaten Online-Tickets gebucht. Wegen eines ähnlichen Falls stand im Mai ein Mann aus München in Düsseldorf vor Gericht. Schaden: 345.000 Euro.

Es wird gewarnt, Tickets aus möglicherweise illegaler Quelle für Bahnfahrten zu nutzen. Man kann heftige Unannehmlichkeiten bekommen: Es kann passieren, dass die Bahn den Betrug rechtzeitig bemerkt und die Tickets sperrt. Die Reisenden werden unter Umständen aufgehalten. Sie können selbst unter Betrugsverdacht geraten, außerdem könnte gegen sie wegen Hehlerei ermittelt werden. Die Bundespolizei rät deshalb: „Man sollte Bahn-Tickets nur an autorisierten Stellen kaufen.“ (Bernd Schlegel, mit dpa)

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