Deutsche Bahn hat 30 Millionen Euro in Göttinger Bahnhof investiert

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30 Millionen Euro sind in die Modernisierung des Bahnhofes geflossen. Das Langzeitprojekt zeigt Wirkung. (Archivbild)

Göttingen. 30 Millionen Euro sind in die Modernisierung des Bahnhofes geflossen. Das Langzeitprojekt zeigt Wirkung. Der Bahnhof ist modern und attraktiv geworden. Manager Detlef Krusche zeigte jetzt die jüngsten Modernisierungen.

Barrierefreiheit und Gepäckservice, beheizte Warteräume an den Fernbahnsteigen und sogar einen Konferenzraum-Service - das alles bietet der Göttinger Bahnhof. Im Zuge der letzten Modernisierungsarbeiten wurde ein modernes WC-Center eingebaut, die Burger King-, Spar Express- und Balzac Coffee-Filialen aufgepeppt. Außerdem läuft ein Pilotprojekt gegen die Taubenplage am Bahnhof.

„Wir haben zwar nicht so riesige Flächen wie der Bahnhof in Hannover, aber wir nutzen unseren Bahnhof bestmöglich für die Reisenden“, fasste Detlef Krusche, Leiter des Bahnhofsmanagements die Projekte zusammen. Besonders stolz sei die Deutsche Bahn auf die reiche Begrünung im und um das Gebäude.

Ein großes Bauprojekt, das kürzlich beendet wurde, war der „Umbau mit Facelifting“ der Toilettenanlage. Andreas Heinz, stellvertretender Serviceleiter des WC-Konzeptes „rail&fresh“, erklärt, dass es statt eines typischen Bahnhofsklo-Drehkreuzes nun ein Speedgate gibt, durch das auch problemlos Gepäck mitgenommen werden kann. „Kunstharzböden sorgen für die nötige Hygiene, die Urinale arbeiten wasserlos, um kostbares Trinkwasser zu sparen.“ Die Firma hat 210 000 Euro in den Umbau der Bahnhofstoiletten gesteckt. „Dafür sind sie aber extrem geräumig und bieten durch leise Hintergrundmusik eine Art Wohlfühlathmosphäre“, schwärmt Krusche.

Auch in drei der Läden hat sich einiges getan. Die Burger-King-Filiale erstrahlt in „frischen Farben, bietet mehr Sitzgelegenheiten und sogar eine Lounge, in der Kunden ihre Burger auf Sesseln und Sofas genießen können“, berichtet Restaurantleiter Manuel Meyer. Außerdem seien Lampen und Küchengeräte umgerüstet worden. Auch der Lebensmittelladen „Spar Express“ ist laut Krusche optisch umgestaltet und im Sortiment erweitert worden. 

Die Mischung machts: Der Bahnhof Göttingen vereint unterschiedlichste Läden unter seinem Dach. Darunter ist auch die neu gestaltete Kaffeebar von Geschäftsführer Malte Götz (rechts). Hier zeigt er Bahnhofsmanager Detlef Krusche die Sammlung alter Kaffeemaschinen. Fotos: Paul

Viel Neues gibt es auch in der Filiale der Balzac Coffee Company. Filialleiter Malte Götz berichtete, dass die Kaffeebars nun mit Chic und Charme im Retro-Stil glänzen und ein neues Gesicht bekommen haben. So finden sich dort seltene Kaffeeautomaten, teils sogar antike Stücke. Und: In jeder Filiale finden sich Anspielungen auf den jeweiligen Ort wieder. In Göttingen sind die Silhouetten ortstypischer Gebäude auf den Tischen zu sehen.

Einiges getan wurde auch gegen die Taubenplage: Neben den Spikes, die das Landen der Vögel verhindert, wurde versuchsweise der Bereich zwischen den Bahnsteigen 4 und 5 mit Netzen überspannt. „Das soll die Tauben fern halten und die Hygiene im Bahnhof erhöhen“ erklärt Krusche.

Der Göttinger Bahnhof in Zahlen 

Etwa 50 000 Menschen betreten täglich den Göttinger Bahnhof, davon sind 28 000 Reisende. Rund 40 Prozent davon sind Fernreisende, der Rest nutzt den Nahverkehr. Täglich fahren 396 Züge an acht Gleisen ein und aus. Der Bahnhof umfasst eine Gesamtfläche von 3195 Quadratmetern. Mehr als die Hälfte davon stehen für gastronomische Angebote und Läden zur Verfügung. Zusammen mit den Angestellten der Deutschen Bahn arbeiten 230 Angestellte im Bahnhofsgebäude. 2013 wurde der Bahnhof Göttingen von der Allianz pro Schiene zum „Bahnhof des Jahres“ gekürt. Die Jury lobte vor allem den Service für Radfahrer. Ihnen stehen auch ein Fahrradparkhaus mit Waschanlage und Werkstatt zur verfügung.

Modernisierung 

Von 1999 bis 2007 wurden die Empfangsgebäude und die Verkehrsstation auf Vordermann gebracht. 2010/11 stand die energetische Sanierung des Empfangsgebäudes an. 2011/12 wurden zwei neue Aufzüge eingebaut. „Auf der Auszeichnung als Bahnhof des Jahres haben wir uns nicht ausgeruht, wir haben für die Reisenden und Besucher weiterhin ausgebaut und optimiert“, erklärte Bahnhofsmanager Detlef Krusche. Alles zusammen habe 30 Millionen Euro gekostet. „Auch in Zukunft wird sich sicher noch eine Menge verändern - im Sinne von Kundenfreundlichkeit und Umweltschutz.“

Von Jasmin Paul

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