Deutsches Primatenzentrum

Deutsches Primatenzentrum Göttingen: Die Delta-Variante greift Zellen effektiver an

 Illustration des Corona-Virus
+
Gefährlicher Erreger: Diese vom Center for Disease Control and Prevention (CDC) erstellte Illustration zeigt das Corona-Virus.

Die Delta-Variante ist gegen Antikörper unempfindlicher und kann bestimmte Lungen- und Darmzellen mehr infizieren, als der Ursprungstyp, so das Deutsche Primatenzentrum.

Göttingen - Das Deutsche Primatenzentrum hat die inzwischen in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Corona-Virus genauer unter die Lupe genommen. Die Forscher raten aufgrund dieser dringend zur Impfung.

An der Untersuchung waren Markus Hoffmann und Stefan Pöhlmann, Infektionsforscher am Deutschen Primatenzentrum, sowie Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen, der Universität Erlangen und der Medizinischen Hochschule Hannover beteiligt.

Die Delta-Variante (B.1.617) enthält nach Angaben der Wissenschaftler acht verschiedene Mutationen, darunter sind zwei Bereiche, die die Hauptziele von Antikörpern darstellen.

Delta-Variante dringt effektiver in Zellen ein

Bei ihren Untersuchungen haben die Forscher festgestellt, dass die Delta-Variante 50 Prozent effektiver in Zellen eindringt. Außerdem wurde die Wirksamkeit von vier Antikörpern, die für die Behandlung von Covid19-Erkrankten zugelassen wurden, untersucht.

Dabei stellte sich heraus, dass die B.1.617-Variante gegen einen dieser Antikörper vollkommen resistent war und von einem weiteren Antikörper etwas schlechter gehemmt wurde.

Zudem überprüften die Forscher die Wirksamkeit von Antikörpern aus dem Blut genesener und geimpfter Personen. Dabei konnten sie eine zwei- bis dreifach reduzierte Schutzwirkung gegen die Delta-Variante feststellen.

„Unsere Studie deutet darauf hin, dass die Virusvariante durch ihre Mutationen Lungen- und Darmzellen effizienter infizieren kann und daher vermutlich eine höhere Fitness aufweist“, fasst Markus Hoffmann, Erstautor der Studie, die Ergebnisse zusammen.

Eingeschränkte Schutzwirkung von Antikörpern

„Außerdem ist die Schutzwirkung von Antikörpern eingeschränkt, da diese den Zelleintritt von B.1.617 schwächer blockieren als den des Ursprungsvirus.“ Daraus folgern die Forscher: Unvollständig geimpfte Personen und Personen mit länger zurückliegender Infektion, die nur noch geringe Mengen an Antikörpern produzieren, haben „daher wahrscheinlich nur einen geringen Schutz vor einer Infektion mit der B.1.617- Variante“.

Stefan Pöhlmann, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am DPZ ergänzt: „Es ist ratsam, rasch alle impfwilligen Personen mit den vorhandenen Impfstoffen vollständig zu immunisieren, um dadurch eine weitere Ausbreitung der B.1.617-Variante, insbesondere ihres Subtyps Delta, zu verhindern und der Entstehung neuer Virusvarianten vorzubeugen.“

Außerdem muss aus Sicht der Wissenschaftler jetzt untersucht werden, ob „Auffrischungsimpfungen mit bestehenden oder optimierten, auf die aktuellen Varianten ausgerichteten, Impfstoffen einen lang anhaltenden und breiten Schutz“ bieten. (Bernd Schlegel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.